Landfreibäder basteln an ihrer Zukunft
ENNSTAL. Fiel der Saisonstart 2019 für viele Freibäder witterungsbedingt eher verwaschen aus, so kämpfen vor allem Landgemeinden darum, überhaupt ihr Sommerbad zu erhalten. Eine entsprechende Initiative startete jetzt in Großraming.

In einer Zeit der Privatpools und sinkender Einwohnerzahlen stehen immer mehr Freibäder auf dem Land vor dem Aus. Die Gemeinde Großraming hat eine Initiative gestartet, um ihr Freibad langfristig abzusichern. Hintergrund: 40 Jahre nach Eröffnung steht eine Generalsanierung an. Das Land OÖ fördert diese allerdings nur, sofern das Bad rentabel genug ist. Im Klartext: Gelingt es nicht, die Kosten zu senken und zugleich die Einnahmen zu erhöhen, ist das Großraminger Freibad in wenigen Jahren Geschichte. Um das zu verhindern, entstand nun auf Anstoß von Bürgermeister Leopold Bürscher eine Arbeitsgruppe, die das Bad auf Einsparungsmöglichkeiten prüfen und Ideen zur Attraktivierung erarbeiten und umsetzen soll. Seit Monaten arbeitet diese Freibad-Gruppe auf Hochtouren.
FREI.sicht.BAD
Erstes sichtbares Ergebnis ist ein neuer Name samt Logo. Das Bad, das mit Top-Aussicht bei der Bevölkerung punkten möchte, heißt ab sofort FREI.sicht.BAD. Mit der Namensänderung einhergeht eine Imagekampagne, die mehr Besucher anlocken soll. Auf die Badegäste warten in der neuen Saison ab Ende Mai auch viele Neuheiten: So sind die Liegeflächen künftig in Ruhezone, Familienzone und Aktivzone unterteilt. Hinzukommen ein zusätzliches WC an der Westseite, ein Sonnensegel über dem Babybecken und einiges mehr.
Ehrenamtliche & Badfest
Um Kosten zu sparen, werden künftig neben Gemeindebediensteten auch Ehrenamtliche als Bademeister eingesetzt. Mehr als zehn Personen haben sich schon gemeldet, die teils für ihre neue Aufgabe eigens den Rettungsschwimmer-Helferschein absolvieren.Mit einem Geburtstagsfest am 30. Juni wird das 40-jährige Bestehen des Großraminger Freibades übrigens groß gefeiert. www.freisichtbad.at
Modell Gaflenz
Die Gemeinde Gaflenz hat bereits im Vorjahr ihren Badebetrieb neu ausgerichtet, um ebenfalls Kosten zu senken. Mit Erfolg: Maßnahmen wie insbesondere der Einsatz von 20 freiwilligen Helfern spülten ein Plus von 2.500 Euro in die Badekasse herein. Das Modell könnte den Betrieb hinkünftig sichern und wird heuer entsprechend fortgeführt. 2018 hatten die freiwilligen Kassierer, Bademeister & Co. den Badebetrieb an den Wochenenden gestützt. „Zusätzlich werden heuer teilweise auch die Freitage von den Freiwilligen übernommen“, erklärt Amtsleiter Heinz Glaser.
Buffet öffnet ohne Pächter
Für das Buffet habe man heuer zwar keinen Pächter, es wird jedoch gemeindeintern geführt. „Das haben wir vor Jahren auch schon gemacht“, so Glaser. „Der mögliche Reingewinn wird sich in Grenzen halten. Ein gut geführtes Buffet zu haben, erachten wir aber als wichtig.“ Aufsperren wird das Gaflenzer Freibad mit seiner gepflegten und großzügigen Anlage je nach Witterung Anfang Juni. Aktuell diskutiert wird ein Verzicht auf fixe Eintrittspreise. „Vorstellbar wären freiwillige Spenden“, sagt Glaser, „für die heurige Saison gelten aber noch die Badpreise.“ www.gaflenz.at/Freibad_Gaflenz


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