GROSSRAMING. Durch einen Schulterschluss von Gemeinde, Bürgern und Energie AG ist der Pechgraben zur Glasfaser-Modellregion geworden. Fast alle Haushalte sind auf das schnelle Internet umgestiegen. Jetzt soll das Grenzgebiet zwischen Großraming und Maria Neustift ausgebaut werden.

Kürzlich wurden die letzten drei Häuser im Pechgraben an das schnelle Glasfasernetz der Energie AG angeschlossen. Jetzt soll das Grenzgebiet zwischen Großraming und Maria Neustift ausgebaut werden – auch hier sehnen die Bürger die neuen Internetanschlüsse herbei und die Anschlussrate bei rund 150 Häusern ist ähnlich hoch.
Wochenlanges Handy-Funkloch
Großramings Bürgermeister Leopold Bürscher (ÖVP) kennt die Lage in seiner Gemeinde: „Die Versorgung und die Anschlussmöglichkeiten an das Internet sind wirklich schwierig. Einen leistungsfähigen Internetanschluss zu bekommen war bisher eigentlich nicht möglich.“ Gründe dafür sind einerseits die Lage der Gemeinde und die bestehende Leitungsinfrastruktur. Im Pechgraben war diese besonders schlecht – erst kürzlich mussten die Bewohner fast ein Monat auf ihre Mobiltelefone verzichten, weil die Reparatur des einzigen Sendemastens, mit dem das Tal abgedeckt wird, so lange gedauert hat.
Bürger wurden selbst aktiv
Mitte 2017 sind die Bewohner des Pechgrabens mit der Gemeinde aktiv geworden. Ziel war es, endlich eine zeitgemäße Infrastruktur zu bekommen und sich fit für die Telekommunikationszukunft zu machen. Gemeinsam mit der Energie AG wurde ein Projekt aufgesetzt, das Glasfasernetz in den Ort zu bringen. Nachdem das Unternehmen mit der Gemeinde für den Ausbau die notwendigen Fördermittel lukrieren konnte, war es an den Einwohnern, für eine entsprechend hohe Anschlussrate zu sorgen, damit das Projekt auch wirtschaftlich umzusetzen ist.
71 von 74 Haushalten dabei
„Fast alle, 71 von 74 Haushalten, sind umgestiegen“, sagt Bürscher. Das Erfolgsmodell will er mit seinen Bürgern und der Energie AG weiterführen: Geplant ist jetzt, die Grenzregion zwischen der Gemeinde Großraming und Maria Neustift an das Glasfasernetz anzuschließen. Auch hier rechnet der Bürgermeister damit, eine ähnlich hohe Anschlussquote zu erreichen und die Umsetzung rasch in Angriff nehmen zu können.
Ein Musterbeispiel
„Dass wir dieses Projekt in Großraming so umsetzen konnten, ist dem guten Zusammenspiel aller Beteiligten zu verdanken“, sagt Energie AG-Generaldirektor Werner Steinecker. Vor allem die hohe Bereitschaft der Bürger, sich für diese Zukunftstechnologie zu entscheiden und nahezu geschlossen umzusteigen, habe die rasche Umsetzung ermöglicht. Steinecker: „Das Glasfasernetz im Pechgraben ist ein Musterbeispiel dafür, wie man gemeinsam Großes erreichen kann!“
Ersatz für Mobilfunknetz
Durch die neuen Möglichkeiten des schnellsten Internets im Land konnte der wochenlange Ausfall des Mobilfunknetzes weitgehend kompensiert werden, weil alternative Kommunikationswege über Handy-Apps und Computer zur Verfügung standen. Die Leistungsfähigkeit des Netzes ermöglicht es vielen Pechgrablern auch, dass sie nicht mehr jeden Tag 50 Kilometer und mehr zu ihrer Arbeit fahren müssen, sondern via Telearbeit Daten von Zuhause aus mit Lichtgeschwindigkeit ins Büro bzw. um die ganze Welt schicken können.
Herkömmliche Bauweise
Errichtet wurde das Glasfasernetz in herkömmlicher Bauweise als Kabelnetz. Das verursacht zwar anfänglich höhere Errichtungskosten, langfristig ist aber ein störungsfreier und problemloser Betrieb möglich. Ausfälle sind bei dieser Bauweise der absolute Ausnahmefall, gerade im voralpinen Gelände können äußere Einwirkungen weitestgehend ausgeschlossen werden. Die Errichtung des Netzes hat die Energie AG in enger Zusammenarbeit mit einem örtlichen Bauunternehmen abgewickelt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden