Mit gemalten Friedensgedanken Hoffnung und Zuversicht vermitteln
GRÜNAU/KIRCHDORF. Eine Gruppe von Kindern malt hochkonzentriert und mit sichtlicher Freude. Das Thema der Bilder: Frieden und Freundschaft. „Peacepainting“ – vor 14 Jahren in Norwegen entwickelt – soll nun auch in Österreich Fuß fassen. Den Anfang machten Grünau und Kirchdorf.

„Erwachsene können für sich selbst sprechen – aber wer gibt den Kindern eine Stimme? Mit ihren Bilder können sie ihre Statements an die Erwachsenen weitergeben“, erklärt Catrine Gangstø. Die norwegische Künstlerin und Pädagogin entwickelte vor 14 Jahren die Peacepainting-Workshops.
Gemalte Friedensbotschafter
Die Kinder bringen dabei, begleitet von Pädagogen und Künstlern, ihre Gedanken und Empfindungen zum Thema Frieden zum Ausdruck. Von den zwei Bildern, die beim Workshop entstehen, wird eines mit nach Hause genommen, das andere geben die Kinder frei: Es „darf verreisen“ und wird bei Ausstellungen gezeigt – samt den niedergeschriebenen Gedanken des jeweiligen jungen Künstlers.
Die Bilder waren schon bei der Vergabe des Friedens-Nobelpreises zu sehen. Bekannte und einflussreiche Persönlichkeiten wie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wurden mit Bildern beschenkt.
Workshops von Russland bis Nordkorea
Von Russland und Polen über Tunesien und den Libanon bis Nordkorea: Überall fanden schon „Peacepainting“-Workshops statt. Sie eignen sich gut als integrative Maßnahme – sei es bei Kindern aus anderen Kulturen oder mit Behinderungen, wie Hannes Stockhammer erklärt.
Österreich-Premiere
Der Grünauer Vizebürgermeister und Kirchdorfer AK-Bezirksstellenleiter ist bei einer Norwegen-Reise auf das Projekt gestoßen. „Ich war begeistert und habe mir gedacht: Das sollten wir nach Österreich bringen“, erzählt Stockhammer.
Dank einer Unterstützung aus dem Leader-Programm ist es nun im nördlichen Salzkammergut und in Kirchdorf so weit. Das Projekt ist für eineinhalb Jahre finanziert – man hofft, es danach mit Spenden und Sponsoren weiterführen zu können, so Stockhammer.
„Was macht glücklich?“
Die ersten beiden Workshops in Grünau und Kirchdorf fanden unter Anleitung von Catrine Gangstø statt, die dabei ein Team aus regionalen Künstlern und Pädagogen einschulte. Die Gedanken und Bilder, die die Kinder dabei zu Papier brachten, waren jedenfalls beachtlich: vom Mut, ungewöhnliche Freundschaften wie die von Bär und Hase zuzulassen, über Regenbögen bis zum Appell, die Meere zu schützen reichten die Themen.
Da das Projekt auch der kulturellen Verständigung dienen soll, malten in Grünau auch drei junge Norweger mit, darunter Bo Lørstad-Nielsen. Der Titel seines Bildes, das einen traurigen Menschen im Geldregen und einen frohen Menschen bei der Arbeit zeigt: „Geld macht nicht glücklich. Aber: Was macht glücklich?“


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