Wer selber forschen darf, lernt mehr
GRÜNAU/LINZ. Anhand eines Schulprojektes mit Almtaler Waldrappen beobachteten Lehrer und Studierende der Pädagogischen Hochschule OÖ, ob das kindliche Forschen langfristige Lerneffekte bringt.

Volksschüler aus Grünau und Micheldorf halfen im Rahmen des schulischen Wissenschaftsprogramms „Sparkling Science“ beim Beobachten der Waldrapp-Kolonie der Konrad Lorenz Forschungsstelle Grünau. Parallel erforschten Lehrer und Studenten der Pädagogischen Hochschule (PH OÖ), was was die Schüler dabei lernten.
Über neun Monate wurden anhand von Zeichnungen und Befragungen regelmäßig die Lernerfolge und veränderten Vorstellungen der Kinder erhoben. Als Vergleichsgruppe diente jeweils eine Parallelklasse, die nicht an der Waldrapp-Forschung teilnahm.
Mehr gelernt, besser gemerkt
Erste Ergebnisse zeigen, dass vor allem langfristig Unterschiede erkennbar sind: Während die Lernkurve der Kontrollgruppen den typischen Verlauf mit starken Einbrüchen nach den Sommerferien vorweist, ist jene der Projektklassen deutlich besser. Dabei punkten die Nachwuchsforscher nicht nur beim Fachwissen, auch ihr Interesse für Artenvielfalt und die Vorstellung über die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung sind deutlich höher.
Für Professorin Katharina Hirschenhauser, die das Projekt gemeinsam mit Didone Frigerio und Brigitte Neuböck-Hubinger und mehreren Studierenden durchführte, ergeben sich aus diesem Ergebnis auch Anweisungen für die Unterrichtspraxis: „Originale Naturbegegnungen im Sachunterricht wirken nachweislich auf den direkten Wissenszuwachs. Die Mitwirkung an Forschung sowie die Erfahrungen mit lebenden Tieren fördern langfristiges Behalten und Anwendbarkeit des Wissens, emotionale Lernkomponenten und Interesse. Es lohnt sich also mehrfach, die Zeitressourcen für die Teilnahme an außerschulischen Angeboten einzusetzen.“


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