"Der Schlaf kommt da schon manchmal ein bisschen zu kurz"
GSCHWANDT. Von der Ortsbauernschaft über den Imkerverein bis zur Nahwärme Gschwandt und Altmünster: Sie alle teilen sich denselben Obmann. Doch das sind nur drei aus der umfangreichen „Ämtersammlung“ von Ernst Loitelsberger.

Das Engagement des Gschwandners reicht von der Forstanhängergenossenschaft über die Gesunde Gemeinde und den Kommuniondienst bis hin zum Jagdkonsortium. „Zu meinem 50er haben wir gezählt: Es waren 17 Ämter“, erzählt der Gschwandtner.
Begeisterter Bastler
Dass der Nebenerwerbslandwirt (“Voglhuber“) und Verkaufsleiter bei einem Laakirchner Betrieb daneben auch noch Zeit für Hobbys findet, ist erstaunlich: „Wenn ich etwas sehe – Faßdauben, einen Wurzelstock, ein paar Hufeisen – überlege ich sofort: Was mache ich daraus?“, schmunzelt der gelernte Schlossermeister und begeisterte Bastler. So werden ein paar zu groß gewachsene Bäume zu einem Hochstand umfunktioniert, ein hohler Baumstamm wird zum Blumentrog, aus den Hufeisen entsteht ein kreativer Blumenschmuck.
Seit ein ehemaliger Arbeitskollege auf dem Voglhuber-Gut immer wieder Motorsägenschnitzkurse abhält, schwingt Ernst Loitelsberger zudem selbst regelmäßig die Säge. Vom Krokodil bis zum Adler hat sich rund ums Haus so mittlerweile bereits eine ganze Menagerie an Holztieren angesammelt, die die hofeigenen Kühe, Esel, Schafe und Katzen ergänzt.
Gefragt, wie sich das alles ausgeht, muss Ernst Loitelsberger selbst kurz nachdenken: „Manchmal kommt der Schlaf etwas zu kurz. Wenn ich von der Arbeit komme, geht es in den Stall und dann oft noch zu einer Sitzung. Dann komme ich um zwölf Uhr heim, stehe vielleicht um vier Uhr auf und gehe zur Jagd, dann gehts in den Stall und dann wieder zur Arbeit. Ich schlafe oft nur vier bis fünf Stunden.“
Natur und Landwirtschaft erhalten
Aufgeben möchte er dennoch keines seiner Hobbys: „Ich mache alles gern. Außerdem ist es mir ein Anliegen, dass unsere Natur und die traditionelle familiäre und klein strukturierte Landwirtschaft auch in Zukunft erhalten bleibt“, so der engagierte Gschwandtner, der seinen eigenen Hof biologisch führt. Gemeinsam mit Ehefrau Burgi wird dort von Most und Schnaps über Honig bis hin zu Milchprodukten vieles selbst hergestellt. Wichtig sei, dass die Konsumenten beim Einkaufen auf regionale Qualität achten und dass diese auch entsprechend honoriert werde, denn „von einem Milchpreis von 31 Cent kann auf Dauer niemand leben.“


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