Fahrplanänderung stößt Hagenberger Pendlern sauer auf
HAGENBERG. Weniger Verbindungen, längere Fahrzeiten, öfters Umsteigen, Mehrkosten: Das sind die Auswirkungen der Fahrplanänderung für Öffi-Nutzer aus Hagenberg. Betroffene Pendler haben sich bereits zu einer Initiative zusammengeschlossen.

Der Busfahrplan wird vom OÖ. Verkehrsverbund mit 1. August geändert - und das stößt vielen Pendlern, die auf die Linien 311 und 399 angewiesen sind, sauer auf. „Auf der Strecke Hagenberg-Linz fallen zwölf Busse weg. Von 20 fahren nur sieben ins Stadtgebiet. 13 Busse fallen auf der Strecke Linz-Hagenberg weg. Nur vier von 20 Bussen fahren ins Stadtgebiet. In Richtung Freistadt müssen Öffi-Nutzer häufiger umsteigen“, sagt Sebastian Merten von der kurzerhand gegründeten „Initiative Öffentlicher Verkehr Hagenberg“ stellvertretend für alle verärgerten Betroffenen. Und das sind viele. Innerhalb nur einer Woche haben sich 150 wütende und enttäuschte Pendler bei der Initiative gemeldet.
Linie 399 fährt weder nach Urfahr noch in Innenstadt
„Die Öffi-Kürzung ist mit längeren Fahrzeiten und höheren Kosten verbunden“, weiß Merten. Einer der Hauptkritikpunkte ist, dass die Linie 399 künftig keine einzige Innenstadt- oder Urfahr-Haltestelle anfährt, was bedeutet, dass Pendler zusätzlich 228 Euro pro Jahr für das Ticket Kernzone Linz auslegen müssen, um mit den Linzer Öffis an ihren Arbeitsplatz, zu ihrer Schule oder zu ihrer Wohnung zu gelangen.
Für die Initiative ist die Fahrplanänderung unverständlich: „Hagenberg ist ein wichtiger Betriebs-, Bildungs- und Wissenschaftsstandort. Bei 2590 Einwohnern, 1540 Studierenden, 1050 Mitarbeitern des Softwareparks und ab 2017 zusätzlich 500 Schülern von BORG und Landwirtschaftsschule, muss eine Direktverbindung zwischen der Linzer Innenstadt, Hagenberg und Freistadt gewährleistet sein.“
Auch Hagenbergs Bürgermeisterin Kathrin Kühtreiber kritisiert: „Gerade in Zeiten, in denen der Individualverkehr massiv zunimmt und die Pendler vom täglichen Stau betroffen sind, ist es ein absolut falsches Zeichen, die Linie massiv zu reduzieren sowie die Innenstadt nicht mehr anzufahren.“
Die Initiative gegen die Öffi-Kürzungen in Hagenberg fordert eine Direktverbindung von der Innenstadt und Urfahr nach Hagenberg in den Stoßzeiten. Auch solle die ab Dezember 2017 geplante Verbindung Linz-Pregarten-Hagenberg mit der Linie 340 nach Pregarten und der Linie 343 nach Hagenberg bereits im Dezember 2016 umgesetzt werden. „Das würde die Lage sofort entschärfen“, meint auch Kühtreiber.
„Linie 311 hat durch S10 stark an Bedeutung verloren“
„Der Fokus aller Änderungen liegt auf konkurrenzfähigen Reisezeiten im Berufsverkehr auf den wichtigsten Pendlerrouten. Seit Inbetriebnahme der S10 hat die Linie 311 Freistadt-Hagenberg-Linz stark an Bedeutung verloren“, begründet Andrea Falkner, Regionalbetreuerin Mühlviertel beim OÖ. Verkehrsverbund die Planänderungen. Zur Erzielung attraktiver Reisezeiten sei es zudem nicht möglich, Hagenberg mit der JKU und gleichzeitig mit dem Innenstadt-Bereich zu verbinden. „Mit dem Europaplatz wird aber weiterhin eine zentral gelegene Haltestelle im Stadtgebiet mit sehr guter Anbindung an des Linzer Busliniensystem zur Feinverteilung angefahren“, heißt es von Seiten des Verkehrsverbundes. Andrea Falkner macht wenig Hoffnung auf Änderungen des ab 1. August gültigen Fahrplanes: „An der Grundkonzeption kann aufgrund der eng abgestimmten Fahrpläne in Götschka und am Bahnhof Pregarten und aufgrund der langfristigen Ausrichtung nichts mehr geändert werden.“


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07.08.2016 12:33
Die neuen Zeiten sind so scheiße