Reitetschläger: „Eine Messung zeigt die unsichtbaren Gefahren“
HAIBACH. Beim diesjährigen Frühjahrsvortrag – zu dem die Gesunden Gemeinden Reichenau, Haibach und Ottenschlag heuer am 23. April laden – steht dieses Mal das Thema Elektrosmog im Vordergrund. Vortragender ist der Baubiologe, Elektrotechniker und Umweltpreisträger Manfred Reitetschläger, der im Veranstaltungszentrum Renning dazu referieren wird.

Der Fernseher, das Handy, der Laptop, der Stand-PC, das Tablet, die Mikrowelle, das WLAN und noch viele weitere elektrische Geräte finden sich mittlerweile in so gut wie jedem Haushalt. Neben ihren Vorteilen und Erleichterungen, die sie im Alltag für die Menschen bringen, gibt es aber auch Bedenken, was die Technik angeht: Denn diese Gerätschaften bringen auch noch einen ungeliebten Faktor mit sich: den sogenannten „Elektrosmog“. „Die Menschen der heutigen Zeit reagieren immer sensibler auf ihre Umwelteinflüsse und nehmen die Belastungen, ausgehend von unseren technischen Errungenschaften, immer stärker wahr“, sagt auch der Baubiologe und Elektrotechniker Manfred Reitetschläger. Doch für Menschen, die sich wegen der möglichen negativen Einflüsse durch Elektrosmog Gedanken machen, hat der Experte einige Ratschläge für das eigene Zuhause.
Nachts abschalten
„Gerade in den eigenen vier Wänden kann ich darauf Einfluss nehmen, womit ich mich umgebe, was ich nutze und verwende. Belastungen sollten vor allem in den Nachtstunden, in unserer Erholungsphase vermieden werden. Durch Abschalten von Geräten und Installationen, Vergrößerung von Abständen und Verwendung von strahlungsarmen Elektrogeräten, kann hier bereits eine erhebliche Verbesserung erreicht werden – eine Messung zeigt die unsichtbaren Gefahren“, so Reitetschläger.
Die Diskussion rund um Freileitungen
Eine besonders hitzig diskutierte Thematik im Bezirk ist seit einiger Zeit der Plan, eine Trasse mit einer 110-kv-Freileitung durch das Mühlviertel zu errichten. Reitetschläger: „Freileitungen haben einen relativ breiten Strahlungskegel von elektrischen Feldern, magnetischen Feldern, je nach Stromübertragung und diese Strahlungskegel variieren je nach Geländeform. Entsprechend der gesetzlichen Werte sind die Abstände sehr gering, die baubiologischen Empfehlungen weichen allerdings hier auf Grund von Erfahrungswerten erheblich ab. Jeder Mensch ist ein Individuum für sich und reagiert entsprechend seiner Konstitution, Anlagen und belastendem Umfeld unterschiedlich stark und schnell, daher sollte die Vermeidung von Belastungen angestrebt werden.“
Live-Messungen
Bei seinem Vortrag am 23. April um 20 Uhr in Renning wird Reitetschläger aber nicht nur vortragen, sondern auch Messungen vor Ort vornehmen. Das Besondere: Die Besucher können hierzu eigene Geräte mitbringen: „Im zweiten Teil des Vortrages werden Live-Messungen durchgeführt, bei denen auch unter anderem die mitgebrachten Geräte gemessen werden und sich die Teilnehmer somit ein Bild über die Belastungen machen können“, so der Fachmann.
Keine hochfrequente Abstrahlung
Eine kleine Information fürs Zuhause hat Reitetschläger noch: „Batteriebetriebene Funkwecker haben keine hochfrequente Abstrahlung, da sie nur Empfänger von Funksignalen sind.“


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17.04.2019 15:42
Geschäfte mit der Angst vor Elektrosmog
Aller Voraussicht nach ist bei dieser Werbeveranstaltung der Eintritt frei und ein knatterndes Messgerät wird bei der Live-Messung Laien beunruhigen, Fachleute hingegen belustigen. Wer richtig Angst bekommt ist ein potentieller Kunde des Baubiologen, dann aber gegen Honorar. Ein Sprichwort sagt: Nur die dümmsten Kälber, wählen ihren Metzger selber.