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HALLSTATT. Sie sind nach 30 Jahren endlich heimgekehrt: jene vier gotischen Tafelbilder aus dem gotischen Altar der Pfarrkirche Hallstatt, die 1987 bei einem nächtlichen Einbruch gestohlen wurden.

Die vier Bildtafeln sind vorne und hinten gestaltet. Foto: Diözese/Haijes
Die vier Bildtafeln sind vorne und hinten gestaltet. Foto: Diözese/Haijes

Nach dem Diebstahl wurden die gestohlenen Bilder mit Repliken nach den vorhandenen Fotos ersetzt, um das gesamte Erscheinungsbild des Hallstätter Altars zu wahren. Im Vorjahr stellten schließlich italienische Polizisten die Bilder bei einer Razzia sicher. Diözesankonservator Hubert Nitsch begutachtete und identifizierte die Kunstwerke in Rom. Seit 5. Oktober befinden sich die Bilder wieder in Oberösterreich.

 Bei einer Pressekonferenz im Bischöflichen Gymnasium Petrinum, wo die Bilder in der Studiensammlung des Kunstreferats der Diözese Linz derzeit gelagert werden, erläuterten heute Reinhard Kerschbaumer, Obmann des Hallstätter Pfarrgemeinderates, und Experten der Diözese Linz, des Landeskriminalamtes und des Innenministeriums die Bedeutung der Bilder und wie sie wiedergefunden werden konnten. Anschließend wurden die wiedergefundenen Bilder den Journalisten präsentiert.

Kunsthistorischer Schatz

Die Gemälde, die aus dem 15. Jahrhundert stammen, sind auf beiden Seiten gestaltet. Auf der einen Seite, die an Feiertagen bei geöffneten Altarflügeln zu sehen ist, sind der hl. Ruprecht (Schutzpatron des Salzbergbaus und der Salzarbeiter und damit untrennbar mit Hallstatt verbunden), der hl. Wolfgang, der hl. Christophorus mit dem Jesuskind auf der Schulter und Anna mit Jesus und Maria auf dem Schoß zu sehen. Die Rückseite, die bei geschlossenen Altarflügeln während des Kirchenjahres zu sehen ist, zeigt die Eltern Marias Joachim und Anna in zwei Gemälden, Anna im Gebet und Joachim als Schafhirte.

„Der gotische Altar in Hallstatt stellt gemeinsam mit dem Marienaltar in der Kirche einen kunsthistorischen Schatz dar, der die 1505 fertiggestellte zweischiffige gotische Kirche über die Landesgrenzen hinaus berühmt gemacht hat. Da es in der Diözese Linz nur wenige gotische Bestände gibt, freuen wir uns besonders, dass die Hallstätter Bilder wiedergefunden wurden“, so Nitsch zur Bedeutung der nach 30 Jahren wiedergefundenen Bilder. 

Schwierige Ermittlungen

Brigadier Gottfried Mitterlehner, Leiter des Landeskriminalamtes, bekundete ebenfalls seine Freude über die wiedergefundenen Bilder. Der inzwischen pensionierte Kriminalbeamte Erwin Handlos habe vor 30 Jahren die Anzeige entgegengenommen und den Fall bearbeitet. Schon bald habe es Hinweise auf italienische Täter gegeben, die auch rasch in Zusammenhang mit anderen Diebstählen in Kärnten und der Steiermark gebracht wurden. Danach sei es allerdings in der Causa still geworden.

Im letzten Moment gefunden

Dem befassten Beamten habe die Unaufgeklärtheit des Diebstahls der Hallstätter Bilder über die Jahre keine Ruhe gelassen. „Der Diebstahl der Hallstätter Altarbilder war bei der Pensionierungsfeier von Erwin Handlos sogar Thema seiner Abschiedsrede. Umso mehr freut sich auch er, dass die Bilder wieder aufgetaucht sind und in die Pfarre zurückkehren wollen“, so Mitterlehner. Ermittlungen im Kunstbereich seien immer schwierig, da der Kunstmarkt einen sehr abgegrenzten Bereich darstelle und es nicht viele deklarierte Kunstliebhaber gebe, sondern vieles im illegalen Bereich ablaufe. Den Carabinieri gratulierte Mitterlehner zum Fahndungserfolg: „Ich kann nur den Hut vor den italienischen Kollegen ziehen.“ Zu den Tätern sei nichts Näheres bekannt, man wisse, dass die Bilder illegal weitergegeben worden seien und dass eine internationale Veräußerung angedacht gewesen sei. „So gesehen war es der letzte Moment, um die Bilder noch aufzufinden“, so Mitterlehner.


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