Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

HANDENBERG. Die Schulpraktikerin und Erziehungswissenschaftlerin Gertrud Nagy befasst sich seit vielen Jahren mit der Ausgangslage für den Bildungserfolg von Kindern aus sozial schwachem Milieu. In ihrem neuen Buch betrachtet sie die Rolle der Eltern an Brennpunktschulen.

Foto: Privat
  1 / 2   Foto: Privat

„Können sie nicht oder wollen sie nicht?“ lautet der Titel des neuen Buches von Gertrud Nagy aus Handenberg. Die Schulpraktikerin und Erziehungswissenschaftlerin befasst sich in diesem Buch mit einer Elterngruppe, die für viele einen weißen Fleck auf der Bildungslandkarte darstellt. Ihre Kinder werden an sogenannten Brennpunktschulen in städtischen Wohngebieten unterrichtet. Sie haben niedrige Einkommen, niedrige Bildungsabschlüsse und oftmals Migrationshintergrund. Kinder an Brennpunktschulen sind ausgegrenzt am Rande der Gesellschaft. Sie sind dem Risiko der Bildungsarmut ausgesetzt. Ihre Eltern sind meist selbst „Bildungsverlierer“ und geben dies an die Kinder weiter, weiß Nagy. Eine Zusammenarbeit mit der Schule wäre daher umso wichtiger, doch diese Eltern sind schwer für die Schulen zu erreichen.

Interviews mit Leitern von Brennpunktschulen

Wie sich dies in der Schulpraxis zeigt, untersucht die Autorin in ihrem Buch anhand von Interviews mit Leiterinnen einer österreichischen und einer deutschen Brennpunktschule. Dabei geht sie auch der Frage nach, was die Eltern an einer Zusammenarbeit hindert. Elternbildung wäre für sie ein Ausweg, doch auch dafür sind die Eltern kaum empfänglich. Mit ihren Beobachtungen und fundierten Reflexionen lädt Nagy in ihrem zweiten Buch zur Diskussion der gesellschaftspolitischen Frage ein: Will und kann man den Kreislauf unterbrechen, dass Kinder von Eltern am Rand der Gesellschaft wiederum zu Eltern marginalisierter Kinder werden?

> Gertrud Nagy: Können sie nicht oder wollen sie nicht? Verlag Innsalz, Munderfing, 163 Seiten, 17,90 Euro


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden