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HASLACH/MÜHLVIERTEL. 16 Jungstörche wurden heuer in den acht Storchenhorsten zwischen Grafenau im Bayerischen Wald, dem nördlichen Mühlviertel bis nach Malonty  (Meinetschlag)  in Südböhmen gezählt. Die Zahl der Weißstörche bleibt somit stabil.

Matthias, Severin und Laurenz Vierlinger (v.l.) beim Storchenzählen in Südböhmen - insgesamt gab es in den drei Ländern heuer 16 Jungstörche.

Jedes Jahr besuchen die Storchenzähler der Österreichischen Naturschutzjugend (önj) Haslach die Horste in den drei Ländern und gewinnen dabei einen Überblick über die Population in unserer Region. „Somit können wir Entwicklungstrends erkennen“, sagt Karl Zimmerhackl von der önj Haslach. Derzeit schaut es gut aus für die Weißstörche: „Die Zahl der Brutpaare der Region bleibt langfristig stabil oder vergrößert sich durch gute Bruterfolge.“

Eisiger Winter, späte Brut

2017 gab es 18 Jungvögel; heuer waren es 16, die allesamt Ende August Richtung Süden abgeflogen sind. Sie erlebten heuer einen bewegten Storchensommer – mit eisiger Winterkälte bei der Rückkehr in ihr Brutgebiet. „Einige Storchenpaare sind kurz nach ihrem Eintreffen von den heimatlichen Horsten wieder verschwunden und erst nach einigen Tagen oder Wochen zurückgekehrt“, erinnert Zimmerhackl. Es dauerte wiederum sehr lange, bis Anfang Juli die Zahl der Jungstörche feststand. „Im Regelfall kommt es acht bis zehn Tage nach Eintreffen  des zweiten Storches zur ersten Eiablage. Wir können daher heuer bei einigen Storchenpaaren von einer Spätbrut in unserem Untersuchungsgebiet sprechen.“

Überall willkommen

Überall im Bayerischen Wald, im Mühlviertel und in Südböhmen, wo die Storchenzähler sich nach Meister Adebar erkundigt haben, bekamen sie freundlich, bereitwillig und meist auch kompetent Auskunft über das aktuelle Geschehen in den Horsten. Für Zimmerhackl eine Bestätigung, dass Weißstörche wie kaum eine andere Vogelart unsere Zuneigung erringen.

Hochspannungsleitung als Todesfalle

Er weist gleichzeitig auf eine Gefahr für die Störche hin: So wie alle Vögel nutzen sie Leitungsdrähte als Sitzwarte, die jedoch oftmals zur tödlichen Falle werden können. 64 Prozent der Todesursachen bei den Weißstörchen sind auf Drahtanflug oder Stromschlag zurückzuführen. „In unserem Untersuchungsgebiet wissen wir, dass drei Störche durch Drahtanflug  getötet wurden. Größere Vögel sehen die Leitungsdrähte meist zu spät. Am Beispiel der Weißstörche lässt sich die Gefahr für die Vogelwelt deutlich machen, die von der geplanten Hochspannungsleitung zwischen Freistadt und Rohrbach ausgehen würde.“


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