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HEIDENREICHSTEIN. Am Donnerstag, 1. Juni ereignete sich im Ortsgebiet von Heidenreichstein auf der Ampelkreuzung ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Ein abbiegendes Fahrzeug stieß mit einem Auto samt Anhänger zusammen. In der Folge schleuderte der Anhänger auf den gehsteig und erfasste zwei Pensionistinnen. Für eine 74-Jährige kam jede Hilfe zu spät, ihre Begleiterin wurde schwerst verletzt ins Unfallkrankenhaus Linz geflogen. Besonders schockierend: Sensationsgeile Passanten behinderten und diskutierten mit den Einsatzkräften um Fotos von den Verunfallten schießen zu können.

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften kämpfte um das Leben der Pensionistinnen. Foto: FF Heidenreichstein

Ein 86-jähriger Pensionist aus Heidenreichstein fuhr gegen 10.00 Uhr im Ortsgebiet von Heidenreichstein auf der B5 aus Richtung Schrems kommend in Richtung Eisgarn. Im Bereich der ampelgeregelten Kreuzung B 5 – Friedhofgasse – Schulgasse reihte er sich mit seinem Fahrzeug entsprechend der Bodenmarkierungen zum Linksabbiegen in die Friedhofgasse ein. Da die Ampel für ihn grünes Licht zeigte fuhr er mit seinem Fahrzeug bis kurz vor die Kreuzungsmitte ein und musste auf Grund des Gegenverkehr sein Fahrzeug anhalten, da ein Einbiegen nach links nicht möglich war. Die von ihm beobachtete Ampel  begann laut seinen Angaben grün zu blinken und sprang dann auf die Farbe Gelb über. Da die Ampel für ihn, als auch für den Gegenverkehr,  laut seinen Angaben, nun gelbes Licht zeigte, wollte er den Kreuzungsbereich freimachen, indem er nach links einbiegen wollte.

Kurz vor dem Wegfahren konnte er aus Richtung Eisgarn einen entgegenkommenden PKW wahrnehmen welcher seiner Schätzung nach noch ca. 30 bis 40 Meter vom Kreuzungsbereich entfernt war. Er habe angenommen, da die Ampel bereits gelbes Licht in beide Fahrtrichtungen zeige, dass der entgegenkommende PKW-Lenker sein Fahrzeug anhalten werde. Bevor er laut seinen Angaben losfahren wollte kam es auch schon zu einem Zusammenstoß zwischen dem von ihm gelenkten und dem entgegenkommenden Fahrzeug, bzw. dessen Anhänger.

Der entgegenkommende Lenker, ein 32-jähriger tschechischer Staatsbürger fuhr laut seinen Angaben mit einer Fahrgeschwindigkeit von ca. 50 km/h. Beim Aufleuchten des gelben Lichtes der Ampel war er noch ca. einen Meter von der auf der Fahrbahn angebrachten Anhaltelinie entfernt. Auch konnte er bei der Annäherung bemerken, dass im Kreuzungsbereich ein PKW zum Linksabbiegern stand. Nachdem er in den Kreuzungsbereich eingefahren war bemerkte er, dass der im Kreuzungsbereichs stehende PKW plötzlich zu Fahren begonnen habe und nach links abbiegen wollte. Er konnte mit seinem PKW dieses Fahrzeug noch passieren doch der entgegenkommende PKW fuhr gegen seinen Anhänger.

Anhänger schleudert über Gehsteig

Durch die Wucht des Aufpralls wurde das fahrzeug des 32-Jährigen um 180 Grad gedreht und kam in Fahrtrichtung Eisgarn auf der Gegenfahrbahn zum Stehen. Der Anhänger ist unmittelbar nach dem Zusammenstoß nach rechts ausgebrochen und erfasste die, am Gehsteig auf Seiten der Raiffeisenbank stehenden, 76- und 74-jährigen Pensionistinnen aus Heidenreichstein. Die 76-jährige wurde auf die Oberfläche des Anhängers geschleudert wo sie zum Liegen kam. Weiters wurde durch die Wucht die Standampel aus der Verankerung gerissen und ein Werbeständer umgefahren.

Die 74-Jährige wurde unter dem Anhänger, welcher quer zum Fahrbahnrand zum Stillstand kam, mitgeschleift. Vom Notarzt, konnte bei der  Pensionistin, da ein offenes Schädelhirntrauma vorlag, trotz eingeleiteter Sofortmaßnahmen nur mehr der Tod festgestellt werden.

Bei der 76-Jährigen wurde im Bereich der beiden Beine schwere Verletzungen, offene Brüche, freiliegende Knochen usw. festgestellt. Laut Notarzt sind am ganzen Körper noch weitere Verletzungen vorhanden. Die Schwerverletzte wurde vom Hubschrauber „Christophorus“ ins AKH Linz geflogen.

Beide Lenker und der Beifahrer der Autos wurden nicht verletzt. Ein mit beiden Fahrern an Ort und Stelle durchgeführter Alkotest mit dem Alkomaten verlief negativ. Die B 5  war zwischen dem Kreisverkehr und der Kreuzung mit der B 30 von 10.35 Uhr bis 12.39 Uhr gesperrt.

Schaulustige verließen Unfallstelle nur widerwillig

Seitens der Polizei gab es zu dem Einsatz einen Kommentar, der für sich selbst spricht: „Unvorstellbare Sensationsgier der Bevölkerung, Fotos mit Mobiltelefonen, wenn möglich aus nächster Nähe. Bei Aufforderung den Unfallort zu verlassen kam es zu Unmutsäußerungen wie 'ich kann stehen wo ich will, ich fotografier wo und wann ich will usw.`“


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