Hinterstoder gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis 2018
HINTERSTODER. Hinterstoder wurde von einer internationalen, interdisziplinären Jury unter 23 Einreichungen zum Sieger im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2018 unter dem Motto „we!ter denken“ gekürt.

Der Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis 2018 ist entschieden: Eine interdisziplinäre internationale Jury hat nach einer umfassenden Begutachtung vor Ort bei der abschließenden Bewertungssitzung in St. Pölten die Gemeinde Hinterstoder zum Sieger gekürt.
Wettbewerbsjury zu Besuch im Stodertal
Hinterstoder hat sich zu Jahresbeginn mit einer aufwändig aufbereiteten Dokumentation über die in den letzten 25 Jahren geleistete Projektarbeit im Dorf um die begehrte Auszeichnung beworben. Am 7. Juni stattete eine dreiköpfige Wettbewerbsjury dem Stodertal einen Besuch ab, um sich vor Ort einen persönlichen Eindruck von der Qualität der Projekte und den Akteuren im Ort zu verschaffen. Mit Beatrix Drago vom Bayerischen Amt für Ländliche Entwicklung, Arno Frising vom Luxemburger Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und die Entwicklung des ländlichen Raumes sowie Hans Verheijen, Bürgermeister der niederländischen Gemeinde Wijchen, kamen sehr kritische und überaus fachkundige Juroren, die im Rahmen einer Projektvorstellung und eines mehrstündigen Rundgangs im Ort gemeinsam mit rund 25 Verantwortungsträgern sowie Mitgestaltern die vielschichtige Gemeindeentwicklung von Hinterstoder erörterten.
Zusammenhalt und Professionalität spürbar
Mit einer Feedbackrunde endete das offizielle Besuchsprogramm überaus aufschlussreich: Neben der für die Juroren schier unglaublichen Vielfalt an Projekten von A wie Alpineum bis W wie Weltcup begeisterte vor allem die Konsequenz, mit der über mehr als zwei Jahrzehnte der Entwicklungsprozess auf Kurs gehalten wurde. „Bei uns steht Innovation ganz selbstverständlich neben dem hemdsärmeligen Zupacken. Egal ob die Juroren einen Blick in die Volksschule, in das Haus der Vereine geworfen haben oder sich mit dem Mobilitätssystem des Stodertales befassten, überall war das Herzblut der vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern ebenso zu spüren, wie das stete Streben nach dem Blick über den Tellerrand“, erzählt Bürgermeister Helmut Wallner (ÖVP).
Sehr positive und umfangreiche Beurteilung
In der sehr umfangreichen Beurteilung der Bewertungskommission heißt es:
„Hinterstoder zeigt äußerst facettenreich, wie die Hebung der Lebensqualität in einem attraktiven, innovativen und zukunftsfähigen Dorf zum Schlüsselfaktor eines partizipativen Entwicklungsprozesses werden kann. Die Dynamik und der Erfolg basieren maßgebend auf dem regen Ideenaustausch über kreative Kooperationen mit den ruralen wie den urbanen Lebenswelten. Highlights aus einer Vielzahl an realisierten Projekten sind die Erstellung eines Naturraum-Entwicklungskonzeptes für das Stodertal, die Rückwidmung von Baugrundstücken in Grünland, die Renaturierung des Naturjuwels Schiederweiher, die effiziente Nutzung von endogenen Rohstoffen zur Wärmegewinnung, die Umnutzung der alten Post für zentrumsnahes Wohnen, die Umstellung der Ortsbeleuchtung gemäß Energieeffizienz, Verkehrssicherheit und Gesundheit, die Schaffung von Begegnungs-und Dokumentationsräumen in hoher architektonischer Qualität, die Stärkung des lokalen Wirtschaftspotenzials und des touristischen Angebots unter der Dachmarke „Hinterstoder pur“, die Förderung einer nachhaltigen Mobilität für Einheimische und Gäste sowie eine Vielfalt an herausragenden Aktivitäten im Bereich Kunst und Kultur. Kurz und gut: Hinterstoder wird dem Motto 'wie!ter denken' auf eine umfassende und strahlkräftige Weise in bester Form und höchster Qualität gerecht.“
Gute Werbung und Image für Hinterstoder
„Das ist eine gewaltige Auszeichnung für uns, wenn Hinterstoder als einer von 23 Orten so eine Anerkennung findet. Es ist eine gute Werbung und ein gutes Image für den Ort und das ist heutzutage unbezahlbar – gerade für einen Tourismusort“, freut sich Bürgermeister Helmut Wallner. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.
23 Einreichungen aus ganz Europa
Neben der Siegergemeinde Hinterstoder haben es noch 13 weitere Teilnehmer, darunter mit Hopfgarten (Tirol), St. Andrä (Kärnten), und Waidhofen/Ybbs (Niederösterreich), alle österreichischen Kandidaten, in die höchste Kategorie geschafft, die jene Orte umfasst, die sich durch eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität auszeichnen. An neun Teilnehmer wird ein Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung verliehen.
Preisverleihung übernächstes Jahr in Hinterstoder
Die Preisverleihung, zu der üblicherweise mehr als 1000 Festgäste aus ganz Europa erwartet werden, findet am 21. September im Tiroler Ort Fließ statt. Die Preisverleihung bildet den Höhepunkt einer mehrtägigen Veranstaltung mit Exkursionen, Ausstellungen und kulturellen Begegnungen bildet und wird ein großes europäisches Fest sein. 2020 findet die Preisverleihung, eine mehrtägige Veranstaltung, in Hinterstoder statt.


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