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67 Millionen Euro für die touristische Weiterentwicklung der Pyhrn-Priel Region

Susanne Winter, MA, 21.12.2017 14:48

HINTERSTODER/SPITAL AM PYHRN. Land Oberösterreich und Peter Schröcksnadel investieren 67 Millionen Euro in die Skigebiete in Hinterstoder und auf der Wurzeralm. Eine Zehner-Gondel auf das Frauenkar, eine Zubringerbahn in Hinterstoder, mehr Parkplätze in Spital am Pyhrn sowie Sanierungsprojekte und ein neues Hotel stehen am Plan.

Markus Schröcksnadel, Peter Schröcksnadel, Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Wirtschafts- und Tourismusreferent Landeshauptmann-Stv. Michael Strugl (ÖVP). Foto: Land OÖ / Ernst Grilnberger

Nach dem Aus für die geplante Verbindung der Skigebiete Hinterstoder und Wurzeralm, aus Gründen des Naturschutzes und der Bestimmungen der Alpenkonvention, erfolgt nun Plan B: Die Investition in das bestehende Skigebiet. „Wir haben einen Schlussstrich gezogen und einen neuen Masterplan entwickelt“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP): “Im Focus sollte stehen, die Region Pyhrn-Priel touristisch zu einem ganzjährigen alpinen Sport- und Naturerlebnis weiterzuentwickeln, insbesondere auch für Familien und Kurzurlauber. Ziel muss es sein, Arbeitsplätze und touristische Wertschöpfung in der Region zu erhalten und weiter auszubauen.“

Ergebnisse einer Projektgruppe werden dem zuständigen Landtagsausschuss präsentiert

Seitens des Landes wurde dazu eine Projektgruppe eingerichtet, in die alle Akteure und Stakeholder vor Ort sowie Betreiber von Infrastruktureinrichtungen eingebunden worden sind. Die Projektgruppe sollte sich insbesondere mit einem Update des Masterplans ,Touristische Standortsicherung Region Pyhrn-Priel 2020' befassen. Darüber hinaus standen auch weitere Projekte zur touristischen Weiterentwicklung der Region in Richtung Ganzjahres-Destination im Vordergrund. „Die Ergebnisse der Projektgruppe werden am 18. Jänner im zuständigen Landtagsausschuss präsentiert“, kündigt Wirtschafts- und Tourismusreferent Landeshauptmann-Stv. Michael Strugl (ÖVP) an.

67 Millionen Euro werden bis 2024 investiert

Als wesentlichen Bestandteil der Maßnahmen zur touristischen Weiterentwicklung der Pyhrn-Priel-Region haben das Land Oberösterreich und die Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen AG mit dem Haupteigentümer Vereinigte Bergbahnen, Peter Schröcksnadel und Markus Schröcksnadel, gemeinsam ein umfassendes Paket geschnürt. „Dieses Paket zur nachhaltigen Absicherung der Region Pyhrn-Priel umfasst eine Gesamtinvestitionssumme von 67 Millionen Euro. Die Umsetzung wurde teilweise bereits gestartet und soll bis zum Jahr 2024 erfolgen“, so LH-Stv. Strugl.

Mit 26 Millionen Euro größtes Förderpaket des Landes Oberösterreich für ein Skigebiet

Bis 2020 werden 22.670.000 Euro (Hinterstoder 5.715.000 Euro, Wurzeralm 2.955.000 Euro und Aparthotel Hinterstoder 14.000.000 Euro) investiert. Davon sollen rund 3,8 Millionen Euro vom Land OÖ kommen. In der zweiten Investitionsphase von 2019 bis 2024 werden 44.600.000 Euro (Hinterstoder (Zubringerbahn, Attraktivierung) 22.000.000 Euro, Wurzeralm (Standseilbahn, Frauenkar, Infrastruktur) 22.600.000 Euro) investiert. Davon sollen rund 22,2 Millionen vom Land OÖ kommen. In Summe steuert das Land bis 2024 also 26 Millionen Euro bei. „Es handelt sich um das größte Förderpaket des Landes Oberösterreich für ein Skigebiet. Die Region ist ein Juwel. Wir lassen sie nicht im Stich“, so Michael Strugl: „Wir legen mit der Investition ein Packerl unter den Christbaum der Region.“

„Investition ist mit einem großen Risiko behaftet“

„Das Skigebiet ist ein Stand-Alone-Skigebiet und das ist nie gut, der Trend geht in eine ganz andere Richtung. Die Investition in die Region ist mit einem großen Risiko behaftet, weil es ohne gute An- und Verbindung auskommen muss. Als Tagesskigebiet funktioniert Hinterstoder ja, in dem Bereich lohnen sich Investitionen, alles was darüber hinausgeht ist riskant“, so Peter Schröcksnadel, Mehrheitseigentümer der Hinterstoder-Wurzeralm Bergbahnen AG, der sich für die Subventionen des Landes bedankte.

Verbesserungen für die Skigebiete Hinterstoder und Wurzeralm

Es wird zwar keine neuen Pisten, dennoch aber massive Verbesserungen für beide Skigebiete geben: die Beschneiungsmöglichkeiten werden verstärkt, das Kinderland für die kleinen Gäste ausgebaut, neue Förderbänder eingerichtet, moderne zusätzliche Pistengeräte angeschafft und im Sommer sollen die Bikestrecken ausgebaut werden. Begonnen wurde mit diesem Teil der Investitionen bereits 2017. Der Ausbau der ersten Investitionsstufe soll mit 2020 abgeschlossen sein.

Modernisierung der Standseilbahn auf der Wurzeralm und neue 10er Kabinenbahn am Frauenkar

Auf der Wurzeralm soll eine massive Modernisierung und Erneuerung stattfinden, um den Betrieb auch langfristig abzusichern. Die Standseilbahn erhält bereits 2019 neue Wagen und die Parkplatzkapazität, die an guten Tagen oft an ihre Grenzen stößt, wird erweitert. Neue Lawinensprenganlagen müssen im Bereich der vorderen Talabfahrt errichtet werden, um die Sicherheit der Gäste zu garantieren. „Im nächsten Schritt wird der Frauenkarlift komplett erneuert,“ so Peter Schröcksnadel, „aus dem 2er Sessellift wird eine 10er Kabinenbahn, die zukünftig eine Kapazität von rund 2000 Personen in der Stunde schaffen kann.“ Der Spitaler Bürgermeister Ägidius Exenberger (SPÖ) freut sich über die geplanten Investitionen: „Ich weiß, dass unsere Wurzeralm etwas besonderes ist.“

Errichtung einer neuen Zubringerbahn in Hinterstoder

Die Errichtung einer neuen Zubringerbahn am Parkplatz in Hinterstoder steht ebenfalls auf dem Plan. Diese soll die Wartezeiten und Abwicklung der Gäste durch perfekt angelegte Infrastrukturanlagen wie Kassagebäude, Skidepot und Busterminal massiv verkürzen. Zusätzlich werden auf der Hannes-Trinkl-Weltcupstrecke Pumpstationen, Schneekanonen und Wasserentnahmemöglichkeiten perfektioniert und aufgestockt. Über die geplanten Verbesserungen an den Pisten und an der Beschneiung in Hinterstoder freut sich Helmut Wallner (ÖVP), Bürgermeister in Hinterstoder: „damit sind wir für die Anforderungen des Weltcups besser gerüstet.“ Wallner lobt auch die bereits umgesetzten und noch geplanten Hotelprojekte.

Bau eines Aparthotels in Hinterstoder

„Wir haben lange diskutiert und überlegt, wie man diese herrliche Region über viele Jahre hinweg für unsere Gäste aus dem In- und Ausland attraktiv gestalten kann,“ so Peter Schröcksnadel, „die Lösung kann nur im Ausbau der Hotellerie und der Infrastruktur der Seilbahnen gemeinsam liegen.“ Bereits im Frühjahr 2018 wird mit dem Bau eines Aparthotels im Ortsgebiet von Hinterstoder begonnen. Rund 100 Appartements warten hier in Zentrumsnähe auf den Gast. „Um die Bedeutung der Region langfristig abzusichern, war es notwendig, auch in die Bettenentwicklung zu investieren“, so Markus Schröcksnadel, „es reicht nicht, nur in die Seilbahnen zu investieren. Eine Seilbahn ist nur abgesichert, wenn die Gäste auch die Möglichkeit haben, länger als einen Tag zu bleiben. Durch den Bau des Aparthotels wird es zusätzlich 249 Regelbetten geben. Wir erwarten uns durch die Investitionen 35.000 zusätzliche Nächtigungen.“ Mit zusätzlichen Betten ist man bestens für die Zukunft gerüstet.

Umweltverträglichkeitsprüfung für Skigebietsverbindung Hinterstoder – Vorderstoder

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Skigebietsverbindung Hinterstoder – Vorderstoder: Hier sollen als nächstes die rechtlichen Fragen geklärt werden, insbesondere im Hinblick auf ein Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung. Dazu soll eine Errichtungsgesellschaft im engen Einvernehmen mit den betroffenen Gemeinden gebildet werden. Wenn die Umweltverträglichkeitsprüfung grünes Licht gibt, sollen, laut LH-Stv. Michael Strugl und Peter Schröcksnadel, noch einmal 50 Millionen Euro investiert werden.

Wirtschaftsmotor für die Tourismusregion Pyhrn-Priel

Die Weiterentwicklung und der Ausbau der Skigebiete Hinterstoder und Wurzeralm ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor für die Tourismusregion Pyhrn-Priel. „Nach dem Aus der Verbindungsbahn Hinterstoder – Wurzeralm ist es umso notwendiger geworden, diese Skigebiete erneut zu aktivieren, um hier mit attraktiven Angeboten weiterhin punkten zu können“, unterstreichen Peter und Markus Schröcksnadel.

„Uns ist klar: Die Verbindung Höss und Wurzeralm ist nicht realisierbar. Plan B heißt jetzt, die bestehende Infrastruktur weiterzuentwickeln“, freut sich auch Helmut Holzinger, Vorstand der Hinterstoder-Wurzeralm (Hiwu) Bergbahnen AG über das klare Bekenntnis der Politik und Peter Schröcksnadel zur Weiterentwicklung des Skigebietes.


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