„Freiwillige Zwangsarbeit“ trübt Freude über neues Feuerwehrhaus
HOCHBURG-ACH. Rund 1,4 Millionen Euro kostete das lang ersehnte neue Feuerwehrhaus in Hochburg. Davon musste die Freiwillige Feuerwehr 140.000 Euro an Eigenleistung erbringen. Dies sei kaum zu bewältigen, kritisiert Kommandant Martin Wilske.

Insgesamt 25 Jahre wartete die Freiwillige Feuerwehr Hochburg auf den Neubau ihres Feuerwehrhauses und die damit verbundene Zusammenlegung der drei Löschzüge Hochburg, Duttendorf und Kälbermoos. Das alte Gebäude bot zu wenig Platz, war in einen sehr schlechten baulichen Zustand und hatte weder sanitäre Einrichtungen noch Heizung. Vor neun Monaten startete schließlich der Bau und im Dezember konnte die Feuerwehr bereits umziehen. Derzeit stehen nur mehr kleine Restarbeiten an und die Außenanlagen werden im Frühjahr dieses Jahres fertiggestellt. Die Freude über eine zeitgemäße Unterkunft um 1,4 Millionen Euro, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht, ist bei den Mitgliedern groß. Getrübt wird sie nur durch die hohe, vom Land Oberösterreich geforderte Eigenleistung – in diesem Fall waren es zehn Prozent der Projektsumme – die die Feuerwehr erbringen musste.
140.000 Euro Eigenleistung
„Für uns sind 140.000 Euro eine nicht zu bewältigende Summe, unabhängig ob als Arbeits- oder Finanzleistung“, betont Kommandant Martin Wilske, der zudem enttäuscht ist, dass Einsprüche einfach ignoriert worden seien. Er spricht von „Freiwilliger Zwangsarbeit“ durch die das Land Kosten sparen möchte. „Grundsätzlich haben wir kein Problem damit uns einzubringen und mitzuhelfen um die öffentliche Hand zu entlasten. Wir helfen gerne, dafür sind wir da“, stellt Wilske klar, aber das aktuelle Vorgehen des Landes ist für ihn inakzeptabel. Nur Dank einer enormen Spendenbereitschaft der Bevölkerung und durch die große Arbeitsleistung aller Kameraden habe die Summe zum Großteil aufgebracht werden können. Für die zehn Prozent Eigenleistung habe die Feuerwehr aber nicht einmal ein Mitspracherecht bei der Grundlagenplanung gehabt, kritisiert Wilske: „Als glücklicherweise sehr starke Feuerwehr brauchen wir entsprechende Räumlichkeiten, insbesondere für unsere Umkleide. Doch die geforderten 30 Quadratmeter mehr wurden nicht genehmigt, mit der Aussage „dann müssen sich eben zwei Kameraden einen Spind teilen“.“
Belastung des Ehrenamtes
Für den Kommandanten ist zudem die zusätzliche Belastung des Ehrenamtes nicht nachvollziehbar, immerhin seien die Feuerwehren keine Vereine, sondern Einrichtungen der Gemeinde. Und diese, sowie die Bevölkerung, erwartet natürlich, dass die Feuerwehr trotz Baustelle ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommt. Der gewohnte Dienstbetrieb – im Jahr 2015 waren dies insgesamt 6000 Stunden Arbeit – muss weiterlaufen. „Einerseits wird das Ehrenamt Feuerwehr mit den Füßen getreten, andererseits bin ich mir sicher, dass sich die hohe Politik bei der Einweihungsfeier wieder präsentieren möchte, um die „Unterstützung“ der Feuerwehren zu propagieren“, zeigt sich Wilske verärgert.


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