Der vielleicht beste Freiwillige Hofamt Priels – Josef Miedler
HOFAMT PRIEL. Auf die helfenden Hände Josef Miedlers können seine Vereinskollegen zählen – und davon gibt es viele. Sei es im Musikverein, bei den Stockschützen oder im Kameradschaftsbund. Kaum ein Vereinsfest geht in Hofamt Priel ohne die Unterstützung Josef Miedlers über die Bühne. Die Nominierung für die Auszeichnung „Bester Freiwilliger Hofamt Priels“ hat gute Gründe.Tips traf den engagierten Mann im Dorfcafé zum Gespräch.

„Auf den Herrn Miedler muss man manchmal ein bisschen warten. Aber er wird schon kommen“, weiß man im Hofamt Prieler Dorfcafé. Auch die Tips-Redaktion wartet auf Josef Miedler – wie prophezeit nicht vergebens. Josef Miedler kommt. Vielbeschäftigt ist er. Seine Unpünktlichkeit ist kein Zeichen von Unhöflichkeit, vielmehr eines seines großen Engagements, das ihn von einem Termin zum nächsten eilen lässt. Seit 1983 ist der Tischler im Musikverein aktiv. Über die Jahrzehnte kamen Mitgliedschaften im Sportverein bei den Stockschützen, im Kameradschaftsbund und im ÖAAB (Arbeitnehmer-Organisation der Österreichischen Volkspartei) hinzu – „das hat sich einfach nach und nach so ergeben“, erklärt Miedler seine vielen Mitgliedschaften.
Die Nummer eins
Proben und Sitzungen sind feste Bestandteile seines Alltags. Bei Vereinsveranstaltungen hilft er dort, wo er gebraucht wird, sei es bei Auf- und Abbauarbeiten oder hinter der Schank. „Menschen, die arbeiten sind gefragt“, erklärt Miedler seine vielen freiwilligen Einsätze. Immer wieder kämen Anrufe mit der Frage „Hast du Zeit?“. Und Miedler nimmt sich Zeit. Auch bei Umbauarbeiten an Vereinsgebäuden zählt Miedler stets zu jenen, die ihre Abreitskraft unentgeltlich und bereitwillig zur Verfügung stellen.“Tischler werden, wenn es um Umbauarbeiten geht, immer gebraucht. Am Geld hapert es ja bei den Vereinen oft. Da ist alles, was man selber machen kann, hilfreich und kommt dem Verein zugute“, meint der 47-jährige, dessen große Leidenschaft die Musik ist. Im Musikverein Persenbeug-Gottsdorf/Hofamt Priel bläst er seit seinen Jugendtagen die Trompete. „Die Musikkapelle ist sozusagen meine Nummer eins“, betont Miedler mit einem Lächeln. Für die zahlreichen Ausrückungen der Musikvereins versucht er sich immer Zeit zu nehmen. „Mein Arbeigeber ist recht flexibel. Ich kann dann schon einemal früher weg, um etwa bei einem Begräbnis zu spielen.“
Vor und hinter den Kulissen
Am kommenden Wochenende, am 24.3.2018, lädt der Musikverein zum Frühlingskonzert in die NMS Persenbeug. Auch dort wird der Tischler wieder tatkräftig seinen Verein unterstützen – vor den Kulissen an der Trompete und hinter der Kulissen bei den Auf- und Abbauarbeiten. „Wenn ich das alles nicht mit Leidenschaft machen würde, dann müsste ich damit aufhören“, betont der 47-jährige, der aber auch gesteht, dass die vielen Tätigkeiten auch schon einmal stressig sein können: „Manchmal wünscht man sich schon ein bisschen mehr Ruhe.“ Wertschätzung für seine unbezahlten Arbeitsstunden spürt Miedler. „Meine Kollegen merken schon, dass ich viel arbeite“, so der 47-jährige. Auf ihn wartet demnächst vielleicht eine Auszeichnung. Miedler könnte zum „Besten Freiwilligen Hofamt Priels“ gekürt werden – die Nominierung dafür gibt es schon. „Das ist natürlich eine schöne Anerkennung“, freut sich der Tischler. Die Frage, warum ihn das Vereinsleben so anzieht, weiß Miedler schnell mit einem Wort zu beantworten: „Kameradschaft“. „Auch wenn es manchmal Reiberein gibt – das Miteinander zählt, egal ob Jung oder Alt“, hält der vielleicht beste Freiwillige Hofamt Priels fest.
Ehrenamt in Österreich
In Österreich leisten laut dem „2. Freiwilligenbericht 2015“ des Sozialministeriums 46 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren in irgendeiner Form Freiwilligenarbeit. Das sind rund 3,3 Millionen Bürger. Besonders Menschen zwischen 50 und 69 Jahren zeigen ein hohes Engagement. Am aktivsten ist die Gruppe der 50- bis 59-Jährigen. Freiwilliges Engagement korreliert laut Freiwilligenbericht weiters mit dem jeweiligen Bildungsabschluss. Mit jeder Ausbildungsstufe steigt auch das Engagement. Während sich 35 Prozent der Personen mit Pflichtschulabschluss freiwillig engagieren, sind dies bei Personen mit Hochschulabschluss rund 61 Prozent.


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