Neuartige Operationsmethode zur Behandlung von Glaukom im Landesklinikum Horn
HORN. Primar Andreas Kölbl, Leiter der Augenabteilung stellt eine moderne Operationsmethode zur Behandlung des Glaukoms, landläufig Grüner Star genannt, vor. Sie wird seit Februar angewendet.

Neben dem Grauen Star (ist eine Erkrankung des höheren Alters, Eintrübung der Augenlinse) stellt der Grüne Star eine der häufigsten Augenerkrankungen dar. Die Tücke des Grünen Stars ist, dass das Sehvermögen sehr lange gut erscheint, in einem fortgeschrittenen Stadium sich jedoch das Gesichtsfeld röhrenförmig einengt und somit eine Art „Tunnelblick“ entsteht. Als ein Entstehungsmechanismus des Glaukoms wird ein Missverhältnis von Augeninnendruck und Durchblutung des Sehnervs angesehen.
Jährlich zwischen 40-50 Operationen am Horner Klinikum
Die primäre Therapie für das Glaukom sind Augentropfen, hier gibt es ein breites Repertoire von Präparaten, mit denen ein Großteil der Glaukome erfolgreich konservativ behandelt werden kann. Für einen kleinen Teil der Patienten ist jedoch die Behandlung durch eine Operation erforderlich, nämlich wenn etwa die Augentropfen nicht zu einer ausreichenden Augeninnendrucksenkung führen oder/und nicht vertragen werden. Es werden pro Jahr etwa 40-50 Patienten mit Glaukom an die Horner Augenabteilung zur Operation überwiesen.
Mittels haardünnem Schlauch
Seit einigen Jahren gibt es nun ein modernes Verfahren, bei dem ein winzig kleiner Schlauch, der dünner ist als ein Haar (6 mm lang, 45 Mykrometer Innendurchmesser), mit einem Injektor ins Auge implantiert wird, wobei der eine Teil im vorderen Bereich des Auges platziert wird und das andere Ende unter die Bindehaut. Dies schafft eine Drainage bzw. einen Kurzschluss von der Vorderkammer des Auges in den Bereich unter die Bindehaut.
Kaum Komplikationen zu befürchten
Der große Vorteil dieser Methode ist, dass Komplikationen wie z.B. große Blutungen oder starke Unterdruckerscheinungen des Auges, wie sie bei konventionellen Operationen des Grünen Stars auftreten können, wesentlich seltener vorkommen. Auch Entzündungen kommen fast nicht vor. Präoperativ und auch postoperativ müssen konsequent Augentropfen angewendet werden.
Gute Aussichten in punkto Wartezeit
Kölbl erklärt einen weiteren ganz wesentlichen Vorteil der Operationsmethode: „Diese Operation ist in geübten Händen viel rascher und effizienter in der Durchführung als die klassische Methode der Operation des Grünen Stars. Dies ist in Hinblick auf die Wartezeiten an der Augenabteilung natürlich nicht zu vernachlässigen. Wir führen diese Methode seit Februar sehr erfolgreich in Horn durch und halten dzt. bei ca. 30 Eingriffen.“ In Niederösterreich wird diese Operationsmethode neben Horn auch in Wiener Neustadt angewendet.


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