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KARLSTEIN. Am 12. Februar 2016 rief ein bisher unbekannter Täter bei insgesamt drei Seniorinnen im Gemeindegebiet von Karlstein an und gab sich am Telefon als Verwandter bzw. Bekannter aus Deutschland aus. Der Mann, der mit deutschem Akzent sprach, gab dabei an, dass er sich in einer finanziellen Notlage befinde und er sich bis nächste Woche Geld leihen wolle. Die Gespräche wurden von den Seniorinnen abgebrochen, wodurch es zu keiner Geldübergabe kam und niemand geschädigt wurde.

Da es in letzter Zeit wiederholt zu ähnlichen Versuchen gekommen ist, rät die Polizei zur Vorsicht.

Präventionstipps der Polizei

Betagte, im Besonderen alleinstehende Menschen sind die Hauptzielgruppe von Betrügern im häuslichen Bereich, die mit dem sogenannten Neffen- bzw. Nichtentrick aufwarten. Die Vorgehensweise der Täter spielt sich immer auf ähnliche Art ab. Ist das Opfer erst mal auserkoren, erhält es einen Telefonanruf. Der „Anrufer“ meldet sich ohne Namensnennung und erkundigt sich nach dem Wohlbefinden des Betroffenen. Sehr einsame Menschen sind in der Regel über die nette, persönliche Ansprache überaus erfreut und gehen von vornherein davon aus, dass es sich beim Anrufer um einen Verwandten oder guten Bekannten handelt. Fragt der oder die Betroffene nach, wer am anderen Ende der Leitung sei, wird vorwurfsvoll die Gegenfrage gestellt, ob man ihn denn nicht erkenne. Die Opfer zählen dann Namen nahe stehender Personen auf, aus denen der Betrüger einen wählt und bestätigt, dass er das sei. Im weiteren Verlauf des Gespräches schildert der Täter beispielsweise eine finanzielle Notlage und bittet darum kurzfristig Geld ausleihen zu können. Erhält der Betrüger die Zusage, gibt er vor den vereinbarten Betrag wegen irgendwelcher Terminkollisionen nicht selbst abholen zu können und dass er deshalb einen Freund vorbeischicken werde. Die Geldübergabe findet größtenteils in der Wohnung des Opfers statt. Der angekündigte Freund nimmt das Geld in Empfang. Gelegentlich werden auch Quittungen durch die Täter ausgestellt. Es kommt nicht selten vor, dass bei derartigen Taten die Opfer ihre gesamten Lebensersparnisse verlien.

Tipps:

• Brechen Sie Telefonate, bei denen von Ihnen Geldaushilfen gefordert wird sofort ab.

• Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein und machen Sie Ihrem Gegenüber entschieden klar, dass Sie auf keine der Forderungen/Angebote eingehen werden.

• Bestehen Sie auf ein persönliches Treffen und geben Sie sich nicht mit einer „Vertretung“ zufrieden.

• Lassen Sie in Ihr Haus oder ihre Wohnung niemanden, den Sie nicht kennen.

• Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme mit solchen Personen die Gegensprechanlage oder verwenden sie die Türsicherungskette/-bügel.

• Versuchen Sie, sich das Aussehen der Person für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen.

• Notieren Sie sich – sofern möglich – Autokennzeichen und Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.

• Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.

Für eine individuelle Beratung wenden Sie sich an das Landeskriminalamt Niederösterreich, Assistenzbereich Kriminalprävention, unter der Telefonnummer 059133-30-3333.


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