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KEMATEN AN DER KREMS/KENIA. Wenn von 1. bis 2. Dezember die internationale Pflüger-Elite bei der 64. Weltmeisterschaft an der Egerton University, nahe Nakuru in Kenia, gegeneinander antritt, werden Hannes Heigl aus Ernsthofen und Stefan Steiner aus Kematen an der Krems für Österreich am Start sein.

Fotos: Gerhard Hütmeyer
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Im Rahmen der Rieder Messe wurde das WM-Team offiziell von Bundesminister Andrä Rupprechter sowie Landeshauptmann Thomas Stelzer verabschiedet. „Unzählige Stunden am Feld mit Traktor und Pflug sind notwendig, damit jede Einstellung am Pflug passt. Genauigkeit ist eine große Disziplin beim Leistungspflügen“, berichtet Hannes Heigl, der sich letztes Jahr mit dem Sieg in der Drehpflugklasse beim Bundespflügen in der Steiermark für die Weltmeisterschaft in Kenia qualifizieren konnte.

WM-Erfahrungen

Für Hannes Heigl ist es bereits die zweite WM-Teilnahme nach 2015 in Dänemark. Stefan Steiner startet nach mehrjähriger Erfahrung auf Bundesebene erstmals bei der Pflüger-WM als letztjähriger Bundes-Vizesieger in der Klasse Beetpflüge, da der Bundessieger berufsbedingt die WM-Teilnahme absagen musste.

Königsdisziplin

Das Pflügen gilt als die Königsdisziplin der landwirtschaftlichen Bewerbe, die in Österreich von der Landjugend organisiert werden. Das Wettpflügen hat sich seit den ersten Bewerben nach Kriegsende zu einem Präzisionssport der besonderen Art entwickelt. 1953 fand die erste Pflüger-Weltmeisterschaft in Kanada statt. Seit dem Jahre 1958 nimmt Österreich an der WM teil. Heute ist Österreich mit 15 WM-Titeln (Gesamtweltmeister) neben Irland die erfolgreichste Pflüger-Nation der Welt. 2005 trat Österreich erstmals in beiden Klassen – dem Beetpflug und dem Drehpflug – an. Können und hartes Training sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg im Pflüger-Wettkampf, ebenso wie die perfekte technische Ausrüstung.

Hartes Training

Seit dem Frühjahr trainiert das WM-Team für seinen internationalen Einsatz, denn die Erwartungen an die österreichischen Spitzenpflüger sind hoch, zählt Österreich doch zu den weltweit besten Pflügernationen – ein Ruf, der verteidigt werden will. Die beiden WM-Teilnehmer traten bei allen heurigen Bewerben außer Konkurrenz an. Anfang September wurden die Traktoren und Pflüge in Container verfrachtet und die Geräte sind bereits per Schiff nach Kenia unterwegs. Das österreichische Pflüger-WM-Team fliegt am 10. November nach Kenia, wo es ein zweiwöchiges Training in Ostafrika verbringt. Das Training vor Ort ist entscheidend, um sich optimal auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten. Besonders die Bodenbeschaffenheit wird in Kenia eine ganz andere als in Österreich sein.

Stefan Steiner im Interview

Wie sieht das Programm zur Pflüger-WM in Kenia aus ?

Stefan Steiner: „Am 10. Nov. fliegen wir nach Kenia – wir sind zwei Wochen vor dem offiziellen Programm am WM-Gelände und trainieren zwei Wochen lang vor Ort. Ende November beginnt das WM-Programm. Am 1. und 2. Dezember findet die WM statt und bis 5. Dezember wird alles zusammen gepackt und heimgeflogen.“

War es schwierig entsprechende Sponsoren zu finden ?

Stefan Steiner: „Neben den langjährigen Hauptsponsoren über die österreichische Landjugend musste ich auch selber einige Sponsoren auftreiben. Es war sicherlich mühsam, aber als nicht alltäglicher WM-Teilnehmer ging es dann doch etwas leichter. Außer den Hauptsponsoren werde ich von der Regiona Kremsmünsterer Versicherung, Steiner Blechbearbeitung, die Eiermacher, TGW Logistic Group, Landtechnik Bulla, Hörtenhuber Agrarhandel, Raiffeisenbank Region Kirchdorf – Bankstelle Kremsmünster und Trachten Wichtlstube finanziell unterstützt.“

Gibt es zu Hause noch ein Training ?

Stefan Steiner: „Nein. Traktor und Pflug wurden bereits am 5. September in Schiffscontainer verfrachtet und sind bereits am Weg nach Kenia. Von Mitte bis Ende November werden wir in Kenia eifrig trainieren und uns auf die dortigen Bodenverhältnisse einstellen“.

Deine Familie erkämpfte schon zwei Pflüger-WM-Medaillen. Wie hoch ist für dich der Leistungsdruck und welche Ziele hast du dir für die WM gesteckt ?

Stefan Steiner: „Mein Vater Johann Steiner errang 1987 bei der Pflüger-WM in Niederweiden (NÖ) die Goldmedaille im Stoppelpflügen und mein Bruder Stefan Steiner holte 2004 in Nordirland die  Silbermedaille im Stoppelpflügen. Für die Pflügernation Österreich werden immer vordere Plätze erwartet und auch mein Ziel wäre eine Medaillle und in allen drei Sparten (Stoppel-, Grünlandpflügen und Kombination) in den Top Ten zu landen.“

Wer außer dem Team drückt dir in Kenia die Daumen ?

Stefan Steiner: „Eine kleine Fangruppe mit 27 Personen reist von 27. November bis 5. Dezember nach Kenia. Mit dabei ist meine ganze Familie und die werden auf den ostafrikanischen Feldern fest die Daumen für Österreich drücken.“


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