Modellbahnmuseum in Kirchberg an der Pielach eröffnet

Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 15.05.2019 13:13 Uhr

MOSTVIERTEL. Mit 800 Besuchern, Radio 4/4 und Astronauten auf Bahnhofsbänken feierte Kirchberg an der Pielach am Muttertagswochenende nach zweijähriger Bauzeit die Eröffnung des Modellbahnmuseums Mariazellerbahn – auch bekannt als „Bahn im Bahnhof“. 

Ist das Pielachtal weit über die Grenzen von Niederösterreich für seine Dirndlfrucht bekannt, so finden Bahnfreunde vor allem an der legendären Schmalspurbahn im Tal großen Gefallen: Die Mariazellerbahn durchzieht seit über 100 Jahren die Landschaft des Pielachtals wie eine Ader – und kann ab sofort im Maßstab von 1:87 im renovierten Bahnhof in Kirchberg an der Pielach bewundert werden. Infos unter www.bahnimbahnhof.at

Ein Fest für die Miniaturbahn

Die Eröffnung feierte die Marktgemeinde Kirchberg an der Pielach mit dem Modellbahnverein Mariazellerbahn und knapp hundert geladenen Gästen im Gasthaus Mahrer in Bahnhofsnähe. Musikalisch umrahmt durch die örtliche Blasmusikgruppe sprachen Ehrengäste wie NÖVOG-Geschäftsführerin Barbara Komarek und der zweite Präsident des NÖ-Landtages, Mag. Gerhard Karner, den Verantwortlichen großes Lob aus.

„Ohne das Vertrauen und die finanzielle Unterstützung des Landes NÖ durch Fördermittel von ecoplus, der Kulturabteilung und des EU-Förderprogrammes LEADER wäre die Umsetzung des Großprojektes nicht möglich gewesen“, merkte Bürgermeister Anton Gonaus mit anschließenden Dankesworten an.

Ein Dankeschön wurde auch an die Mitglieder des Modellbahnvereins Mariazellerbahn gerichtet. Diese bauten in tausenden ehrenamtlichen Stunden die Anlage des Museums auf. Nach der Segnung durch Pfarrer August Blazic wurden die 12 Zugsgarnituren zum ersten Mal durch die Miniaturlandschaft geschickt. Sämtliche Mitwirkenden wurden zur Feier des Tages zum gemeinsamen Mittagessen geladen.

Eindrucksvoller Nachbau voller Details

Die neun Viadukte, zwölf Brücken, zehn Bahnhöfe und 17 Tunnels entlang der 130 Schienen-laufmeter im Modellbahnmuseum wurden am Nachmittag von zahlreichen Bahnfreunden staunend begutachtet. Wie detailreich gearbeitet wurde, beweisen unter anderem die über 11.500 Miniatur-Bäume, die als Landschaftselemente per Hand gesetzt wurden.

Die wahren Highlights der Ausstellung sind aber die Zugmaschinen wie die Dampflok Mh.6, die Lok „E-1099“ und der Ötscher-Bär, die ihren „großen Geschwistern“ zum Verwechseln ähnlich sehen. Die E-Lok kann man vor Ort auch im direkten Vergleich bewundern, denn das Original ziert als Leihgabe der NÖVOG gemeinsam mit dem Kirchbergwagon den Außenbereich des Museums.

Zahlreiche Familien nutzten die Eröffnung für einen gemeinsamem Muttertagsausflug. Dass der Frühschoppen aufgrund einer Schlechtwetterwarnung abgesagt werden musste, tat der feierlichen Stimmung keinen Abbruch.

Von Astronauten und Elchen

Einige absichtliche „Fehler“ in der Ausstellung, wie Astronauten auf Bahnhofsbänken und Elche mitten im Nadelwald des Pielachtals „sollen Kinder zum genaueren Hinsehen animieren“, wie Vereinsobmann Günter Draxler lachend erklärte. Die Jüngsten der 800 Besucher am Eröffnungswochenende haben an der Suche der „Seltsamkeiten“ auf jeden Fall großen Gefallen gefunden.

Tipp: Ganzheitlich erlebbar wird der Mythos der Mariazellerbahn und seine Strecke durch die An- und Abreise mit den Himmelstreppe-Garnituren. „Mit dem vergünstigten Kombi-Ticket (Anreise + Eintritt) wollen wir vor allem Gruppen und Schulklassen ansprechen“, erklärt Tourismusobmann Gerhard Hackner. Die Kombitickets sind online erhältlich.

Infos unter www.noevog.at

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