Eva Menasse liest aus ihrem Roman Dunkelblum in Schlierbach
SCHLIERBACH. Kurz nachdem ihr für den Roman Dunkelblum der renommierte Bruno-Kreisky-Preis verliehen worden ist, liest Eva Menasse daraus in Schlierbach.

In den Spätsommertagen des Jahres 1989 trifft in der fiktiven österreichischen Gemeinde Dunkelblum ein rätselhafter Fremder ein, ein Skelett wird ausgegraben und eine junge Frau verschwindet. Was sich wie der Beginn eines beliebigen Kriminalromans anhört, ist jedoch viel mehr. Es handelt sich nämlich um die Konfrontation der Ortsbewohner mit der Vergangenheit. Der Blick der Autorin richtet sich zurück auf die Ermordung von 180 jüdischen Zwangsarbeitern in dem burgenländischen Ort Rechnitz als Höhepunkt einer makabren NS-Promi-Party im Jahr 1945. Die Dorfbewohner und ihre Sprache charakterisiert Menasse dabei mit einem großen Quantum an satirischem Potenzial. Es geht ihr um das ungeheure Verbrechen, das sie jedoch nicht direkt beschreibt und auch nicht aufzuklären versucht, mehr aber um die Strategien des Vergessens, des Verschweigens und des Nicht-Wissen-Wollens. Menasse legt einen großartigen historischen Roman vor, der das Zusammenwirken von Geschichte und individuellem Verhalten klar vor Augen führt.
Lesung in Schlierbach
Eva Menasse liest auf Einladung der Literarischen Nahversorger am Samstag, 15. Jänner, um 20 Uhr im Seminarhaus SPES in Schlierbach. Einlass ist um 19 Uhr. Die Präventionsmaßnahmen entsprechen den aktuellen Regeln, das heißt Zutritt nur mit 2-G-Nachweis und FFP 2 Maske.


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