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RIED IM TRAUNKREIS. Doris Neidl zeigt in einer Ausstellung in der Galerie Neunzendorf ihre Arbeiten, die von Büchern und Gedichten inspiriert sind, wie beispielsweise Elias Canetti, Friederike Mayröcker, John Cage, Eugène Ionesco, Rumi oder Forugh Farrokhzad. Außerdem liest sie aus ihrem Buch: „How to get sexy?“. Die Vernissage findet am Samstag, 22. April, um 16 Uhr statt.

Ein Werk von Doris Neidl (Foto: Doris Neidl)
Ein Werk von Doris Neidl (Foto: Doris Neidl)

Die künstlerische Auseinandersetzung mit Texten ist für Doris Neidl der Versuch, eine bildhafte Analogie zu einem literarischen Werk zu schaffen, als Entsprechung zu seiner philosophischen Problematik, seiner Poetik, seinem Aufbau und seiner Lebenswahrheit. Das Bild soll jedoch auch als ein vom Text losgelöstes Werk existieren können.

Das Spektrum der Arbeiten in dieser Ausstellung spannt sich von frühen Radierung zu Elias Canetti, über Linolschnitten zu Marguerite Duras, Collagen zu Friedericke Mayröcker, Holzschnitte zu Rumi, Collagen eines Kinderbuches „Rosi“, Radierungen zu Forugh Farrokhzad, John Cage, Rose Ausländer, Erich Fried und ihre neueste Arbeit „In the beginning there was the breath of Nature“ zu John Sims.

Der Titel der Ausstellung leitet sich von einem Gedicht ihres erst kürzlich verstorbenen Kollegen John Sims ab. Doris Neidl interpretiert das Gedicht mit 72 kleinen Monotypien. Jede Monotypie steht für einen Satz des Gedichts. Die Arbeit mutet wie ein großes Schachbrett oder auch wie ein Alphabet an, was wiederum seine und ihre Liebe zum Wort ausdrücken soll.

Doris Neidl zeigt auch ihren Zyklus von 35 Radierungen zu Elias Canettis Werk „Die Blendung“. Diese Arbeit wurde schon in der Alten Schmiede in Wien, im Goethe Institut Paris sowie im Deutschen Haus at NYU, New York gezeigt.

Mit 15 Collagen „Requiem für Ernst Jandl“ versucht sie eine Annäherung an Frederike Mayröckers Buch über den Verlust Ernst Jandls. Für Mayröcker, die die Collagen noch sah, waren sie eine gelungene Werkgruppe an die Trauer.

Doris Neidl, die als freischaffende Künstlerin in Wien lebt und arbeitet, liest bei der Vernissage auch aus ihrem neu veröffentlichten Buch „How to get sexy?“. In ihren Texten erzählt Doris Neidl vom Leben und Sterben, von Begegnungen, New York, der Kunst, der Liebe und anderen Leidenschaften. Warum schreibt sie? Ist Kamillentee wichtiger als Sex? Kann man je wissen, was Neurotransmitter auslösen? Verliebt man sich zuerst und küsst dann oder umgekehrt? Sie illustriert das Buch mit neun Holzschnitten, die man ebenfalls in der Ausstellung sehen kann.

Ausstellung
22. April bis 14. Mai
Zendorf 19, 4551 Ried im Traunkreis
Eröffnung: Samstag, 22. April / 16 Uhr

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