Unsicherheit in der Bevölkerung trotz sinkender Kriminalität
BEZIRK KIRCHDORF. Laut der aktuellen Statistik des Bundeskriminalamtes sinkt die Kriminalität im Bezirk Kirchdorf. Die Beantragungen von Waffenbesitzkarten nehmen jedoch zu. In der Bevölkerung besteht also nach wie vor Unsicherheit.

Mit 62.666 strafrechtlichen Delikten gab es vergangenes Jahr in Oberösterreich um 1,8 Prozent weniger angezeigte Fälle als 2014. Dieser Wert bedeutet die geringste Kriminalitätsbelastung seit elf Jahren. „Stolz sind wir auf die hohe Aufklärungsquote“, sagt Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Diese lag 2015 bei 50,6 Prozent und ist somit die dritthöchste der letzten elf Jahre.
Der Bezirk Kirchdorf steigt in der polizeilichen Kriminalstatistik sogar noch besser aus. Von den 1495 angezeigten Fällen (2014: 1542) wurden 843 aufgeklärt. Das ergibt eine Aufklärungsquote von 56,4 Prozent und damit den viertbesten Wert in Oberösterreich.
Bereits von 2013 auf 2014 verzeichnete der Bezirk Kirchdorf mit 20 Prozent den größten Rückgang bei den angezeigten Fällen. „Dass wir jetzt noch einmal drei Prozent weniger erzielen konnten, macht uns sehr stolz. Dieser Spitzenwert zeigt, dass wir einen guten Weg gehen, und ich bin sehr stolz auf die Leistungen meiner Kollegen“, sagt Bezirkspolizeikommandant Franz Seebacher. „Durch unsere wöchentlichen – teilweise sogar täglichen – Analysen der Kriminaldelikte treffen wir zeitaktuelle, örtliche Fahndungsmaßnahmen und können dadurch temporär, schnell und gezielt reagieren. Wir haben eine gute Beweisführung mit Tatortspuren von unserer professionellen Spurensicherung. Und wir sind sehr stark in der Beratung von Einbruchsopfern tätig. Ein Stichwort ist die Schwachstellenanalyse“, nennt Seebacher die Komponenten, die seiner Meinung nach zum guten Abschneiden des Bezirkes in der Statistik beitragen.
Diebstahl, Einbruch und Gewalt sind Spitzenreiter
Die häufigsten Verbrechen im Bezirk Kirchdorf sind Diebstahls- und Einbruchsdelikte, Gewaltdelikte wie Körperverletzungen und Drohungen, Sachbeschädigung und Vandalismus. „Im Steigen ist leider die Gewalt im häuslichen Bereich und auch Betrugsdelikte im Internet nehmen zu“, berichtet Seebacher und betont, „auch die Suchtgiftprävention lassen wir nicht aus dem Blickfeld.“
Anstieg bei Ausstellung von Waffendokumenten
Weniger angezeigte Fälle bedeuten weniger Delikte und damit eine geringere Kriminalitätsbelastung. Trotzdem steigen die Beantragungen von Waffenbesitzkarten, die zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen der Kategorie B zum Selbstschutz im eigenen Wohnbereich berechtigen. 2015 stellte die Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf 221 neue Waffendokumente aus. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr (132).
„Das subjektive Sicherheitsgefühl ist bei manchen anders und erklärt eventuell diesen Trend“, sagt Franz Seebacher: „Die weltpolitische Sicherheitslage spielt eine Rolle und sorgt für eine allgemeine Verunsicherung.“ Der Bezirkspolizeikommandant betont jedoch: „Die Waffe ist kein Allheilmittel.“
Polizeiinspektion Steyrtal
Ab Freitag, 1. April, übernimmt die Polizeiinspektion Steyrtal die Aufgaben der ab diesem Zeitpunkt geschlossenen Polizeiinspektionen Grünburg und Molln. Laut Seebacher werde es keine Veränderung für das Personal geben außer, dass eventuell ein weiterer Weg zur Arbeit zurückgelegt werden müsse. Der Personalstand bleibt mit 15 Beamten gleich. Auch der Rayon bleibt unverändert, ist im Streifenkonzept abgedeckt und wird von der gesamten Mannschaft betreut.
Die neu errichtete Dienststelle ist an der Bundesstraße sichtbar gelegen. „Damit ist auch die Präsenz gut erkennbar“, so Seebacher. Dienststellenleiter ist Ewald Kapeller, der vorher Kommandant der Dienststelle Grünburg war. Auch die Bevölkerung werde, laut Seebacher, keine Veränderung spüren: „Die Anzahl der Streifen und die Frequenz bleibt gleich. Außerdem ist die Dienststelle 24 Stunden am Tag, also rundum die Uhr, erreichbar. Nur der Anfahrtsweg ist für manche Personen eventuell länger.“ Erreichbar ist die neue Inspektion in Leonstein (Feldstraße 1a) unter der Telefonnummer 05591334125.
Kriminalstatistik für den Bezirk Kirchdorf
Angezeigte Fälle 2014: 1542 | Angezeigte Fälle 2015: 1495 (minus 3,0 Prozent)
Geklärte Fälle 2014: 826 | Geklärte Fälle 2015: 843 (plus 2,1 Prozent)
Aufklärungsquote 2014: 53,6 % | Aufklärungsquote 2015: 56,4 % (plus 2,8 Prozent)


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