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Leserartikel Jakob Weiermair, 10.05.2016 09:55

KREMSTAL/BEZIRK KIRCHDORF. Vor 29 Jahren - im Mai 1987 - wurde es mit dem Ausbau der Pyhrnautobahn im nördlichen Teil des Bezirks Kirchdorf ernst. Der Ausbau war von heftigen Protesten begleitet.

Im Jahr 1987 war die durchgehende Autobahnverbindung durch den Bezirk Kirchdorf noch alles andere als selbstverständlich. Foto: Jack Haijes

Die Verkehrsfreigabe des letzten Teilstücks zwischen Inzersdorf und Micheldorf bzw. Schön sollte zwar noch bis 2004 auf sich warten lassen, doch die Autobahnverlängerung von Sattledt bis Inzersdorf sollte nun angegangen werden.

Vertreter der Grünen, Bürgerinitiativen, Grundbesitzer und Bürger aus dem Kremstal liefen gegen die Errichtung des Teilstücks unter anderem aus Naturschutzgründen Sturm. Der Sanierung der B138 gab man Vorrang vor einem Autobahnprojekt. Die Gegner kündigten damals auch ein „zweites Hainburg“ an.

Die Teilstück-Bauarbeiten Sattledt – Inzersdorf wurden im Bezirk Kirchdorf in Voitsdorf begonnen, wo man an der Errichtung eines Autobahntunnels arbeiten wollte und die Pyhrnautobahn AG die Gegner durch einen raschen Baubeginn überrumpelte. Baustellenbesetzungen und Demonstrationen fanden dennoch statt. Gegen die Störungen der laufenden Baustelle wurde, wie damals unter anderem in den Oberösterreichischen Nachrichten zu lesen war, von der Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf resolut vorgegangen. Es kam zu häufigen Gendarmerie-Einsätzen.

Unter anderem hatten 27 Autobahngegner die Baustelle in Voitsdorf besetzt und sämtliche Markierungspflöcke auf dem Gelände entfernt. Die Pflöcke wurden von den Besetzern für Zeltbauten und als Brennmaterial für das Lagerfeuer benutzt. In der Folge stand die kostspielige Neuvermessung des Geländes im Raum. Mit ein Grund, dass die Bezirkshauptstadt bald rund 70 Gendarmen losschickte, um das Gelände zu räumen. Da laut den Oberösterreichischen Nachrichten nur sechs Demonstranten freiwillig das Feld räumten, mussten die restlichen 21 weggetragen werden, was auch zu unschönen Szenen geführt haben soll. Geldstrafen und diverse rechtliche Nachspiele standen für die Besetzer jedenfalls zu befürchten.

Die Realisierung des Autobahnteilstücks konnten die Proteste nicht stoppen, die Diskussionen rund um die Pyhrnautobahn gingen aber auch nach der Verkehrsfreigabe 1990 weiter.


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