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Leserartikel Reinhard Ebner, 17.11.2016 12:10

An der Krems auf dem Gemeindegebiet von Wartberg soll das bislang größte Rückhalte-Becken des Landes entstehen. Zweimal hat sich der Baustart schon verzögert. Mitte 2017 soll“s nun losgehen.

Foto: Elisabeth Patzal/pixelio.de
Foto: Elisabeth Patzal/pixelio.de

Vielen ist das verheerende Hochwasser im August des Jahres 2002 noch gegenwärtig. Das Kremstal wurde damals bis zum Knoten Ansfelden geflutet, Gemeindezentren standen unter Wasser. „In den Jahren danach war die Krems einige Male an der Grenze. Letztlich hatten wir Glück, dass nichts passiert ist“, so Wartbergs Bürgermeister Franz Karlhuber. Auf dem Gebiet seiner Gemeinde soll ein Rückhalte-Becken entstehen, um künftig derartige Ereignisse zu vermeiden.

„Wir wollen sobald als möglich damit beginnen“, erklärte Landesrat Elmar Podgorschek bei einem Besuch im Bezirk Kirchdorf, „ungeklärt waren zuletzt Fragen der Finanzierung. Es sieht aber gut aus.“ In seinem Ressort sei dies zurzeit oberösterreichweit eines der größten Projekte. Die Schäden in der Region beim letzten Starkhochwasser hätten sich auf 60 Millionen Euro belaufen.

Jahrelange Vorgeschichte

Gegründet wurde der Schutzwasserverband (SWV) Kremstal mit seinen 18 Mitgliedsgemeinden schon 2007 auf Initiative des damaligen Landesrats Rudolf Anschober. Auch bei den Kosten hatte man sich auf einen Verteilungsschlüssel verständigt: 49,7 Prozent der insgesamt 30 Millionen Euro sollte der Bund tragen, 40 Prozent das Land und 10,3 Prozent der Schutzwasserverband.

Gerade am Bundesanteil haperte es jedoch in der Folge: Den nämlich sollten die Gemeinden vorfinanzieren, womit sie auch die nicht unbeträchtlichen Zinsleistungen zu trägen hätten.

Die Ausschreibungen laufen

Für SWV-Obmann Helmut Templ ist die Sache erledigt: „Nach Terminen beim Minister und bei der Gemeindeabteilung des Landes ist die Zwischenfinanzierung geklärt. Wir sind mitten in der Vorbereitung der Ausschreibungen.“ Eine Wasserrechts-Genehmigung liegt vor. Auch die Grundablösen haben stattgefunden.

Dennoch dürfte Templ, zugleich Bürgermeister von St. Marien, drei Kreuze machen, wenn die Bagger ihre Arbeit tun, was aus seiner Sicht Mitte 2017 der Fall sein sollte: „Sagen wir“s so: Ich habe in den letzten Jahren viel fürs Leben gelernt.“ Nicht nur über die Tücken einer Ausschreibung, die etwa in alten Wegerechten liegen können. „Als es um Fragen der Mitfinanzierung gegangen ist, habe ich zeitweise die Solidarität unter den Gemeinden vermisst.“

Kostenschlüssel für Gemeinden

Ihren Beitrag leisten müssen nicht nur Gemeinden, die von den Hochwasserschäden betroffen sind, sondern auch jene, aus deren Gebieten das Wasser kommt. Am Ende hat man sich für den Bau auf einen Kostenschlüssel verständigt, der sich aus Wassermenge und Schutzfaktor errechnet. Auch für Erhaltung und Betrieb fallen in der Folge Kosten an, die von den Gemeinden zu tragen sind.

Franz Karlhuber, dem Wartberger Bürgermeister, ist dies bewusst, jedoch führe am Rückhalte-Becken kein Weg vorbei: „Der Hochwasserschutz ist 50 Jahre alt. Es ist höchste Zeit, dass etwas gemacht wird.“ Die Rückmeldungen seitens der Bürger seiner Gemeinde auf das Projekt seien durchwegs positiv. „Natürlich sieht so ein riesiger Erdwall zunächst nicht schön aus, aber das wird alles wieder begrünt und renaturiert.“ Zwei kleinere Projekte stehen noch am Krems-Zufluss Sulzbach aus. Für die Rückhalte-Becken im Raum Rohr – Bad Hall werden zurzeit die notwendigen Studien erstellt.

Eckdaten Rückhaltebecken:

Speicherraum: 2,55 Mio. m³

Dammhöhe: 9,5 m

Dammlänge: 1900 m

Dammvolumen: 320.000 m³

Gesamtkosten: 30 Millionen Euro


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