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„Ich finde es spannend, wenn sich ein Album aus vielen Einflüssen zusammensetzt“

Leserartikel Jakob Weiermair, 13.06.2017 16:10

KIRCHDORF. Mit „Main Course“ legt DJ Fred Scholl alias go nogo seine erste Langspielplatte vor. Der Kirchdorfer Musik-Liebhaber möchte damit auch ein Zeichen für bewussten Musikgenuss setzen.

  1 / 2   Vinyl-Fan: Markus Scholl alias „go nogo“ freut sich, seine erste eigene Platte dem interessierten Publikum präsentieren zu können.

Markus Scholl alias „DJ Fred Scholl“ stammt aus dem deutschen Saarbrücken und lebt seit zwei Jahren in Kirchdorf. Er ist ein Freund der analogen Musikmedien, ganz besonders von Vinyl-Platten.

Die großen Scheiben haben in den vergangenen zehn bis 20 Jahren ein Revival der Sonderklasse hingelegt. Scholl will sich aber nicht einfach einem Retro-Trend anschließen, er steht voll und ganz hinter dem Geist der analogen Musik. Für ihn ist die Vinylschallplatte – als Produkt von Dauer – eine bewusste Ansage gegen die digitale Kurzlebigkeit. „Ich finde es wünschenswert für Musikschaffende, dass ihnen bewusster zugehört wird. Musikstreaming und Musikkonsum nebenbei bedeuten für mich nicht genug Wertschätzung für das Kulturgut Musik“, gibt Scholl zu bedenken.

Erste eigene LP

Da war es nur folgerichtig, dass Scholl seine eigene Langspielplatte produziert, die er nunmehr an das interessierte Publikum bringen möchte. „Main Course“ besteht aus acht Songs, die vor allem von Elektropop, Indie, New Wave und Artverwandtem geprägt sind. Für Scholl war von Anfang an klar, dass verschiedenste Einflüsse und Zitate auf seiner Platte zu hören sein würden.

„Ich finde den Ansatz spannend, wonach sich ein Album aus vielen Einflüssen zu einem facettenreichen Werk zusammensetzt. Ich habe versucht beide Welten, Gitarre und Beats, zu kombinieren. Die Stimme ist dabei das Element, das die Platte zusammenhält“, berichtet Scholl, der viel Zeit und Mühen in seine erste Langspielplatte investierte. Mittlerweile sind aber schon wieder die nächsten Stücke fertig. Um diese auch live angemessen rüberbringen zu können, sucht er noch Mitmusiker, die sich ihm für Auftritte anschließen. Dass Scholl ein wahrer „Vinyl-Freak“ ist, wird einem auch sofort klar, wenn man in seiner Kirchdorfer Wohnung zu Gast ist – hier ist eine Wand für ein großes Vinyl-Regal reserviert.

Erfahrung im Musik-Business

Scholl war Schlagzeuger einer Indie-Band – ein Einfluss, der immer noch wichtig für ihn ist. Als DJ begann er beim „Vienna Scientists“-Label, zog in die österreichische Hauptstadt und bereiste als „Mann an den Plattentellern“ Europa. Nach Kirchdorf zog es ihn vor allem aufgrund eines gewissen Großstadt-Kollers und weil er die Lebensqualität hier schätzt. Er ist aktuell als Content Manager beim Ars Electronica Future Lab in Linz tätig.

Scholl ist künstlerisch breit interessiert, einen Eindruck davon kann man auf der Internetseite www.gonogo.co.at erhalten. Die neue LP von Scholl ist im Infoladen Kirchdorf und als Download via bandcamp erhältlich.


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