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Rotes Kreuz: Trinkwasserexperte baut mit seinem Team Sanitäranlagen in Mazedonien

Leserartikel Carina Kerbl, BSc MSSc, 24.08.2017 08:18

KIRCHDORF. Der Trinkwasserexperte des Roten Kreuzes Kirchdorf, Karl Radner, berichtete in einem Interview mit Tips über seine Einsätze als Trinkwasserspezialist sowie das Trainingscamp in Mazedonien.

Karl Radner bei der Arbeit in Mazedonien. Foto: Ö. Rotes Kreuz
Karl Radner bei der Arbeit in Mazedonien. Foto: Ö. Rotes Kreuz

Tips: Danke, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben, Herr Radner. Sie arbeiten beim Roten Kreuz Kirchdorf. Was genau ist dort Ihre Funktion?

Karl Radner: Ich bin schon über 35 Jahre beim Roten Kreuz Kirchdorf tätig. Aktuell bin ich dort Rettungsfahrer bzw. Rettungssanitäter. Ebenso bin ich in den vom Roten Kreuz Kirchdorf veranstalteten Jugendlagern mit dabei.

Tips: Wie wurden Sie eigentlich Trinkwasserexperte beim Roten Kreuz?

Radner: Ich wurde wirklich rein zufällig Trinkwasserexperte beim Roten Kreuz. Das war also nicht im Vorhinein geplant. Vor Jahren habe ich mit dem damaligen Bezirkskommandanten über dieses Thema gesprochen. Wie man halt so ins Reden kommt, wenn man beisammensitzt. Nach diesem Gespräch habe ich mich entschlossen die Ausbildung zu absolvieren.

Tips: Sie haben bereits das Thema Ausbildung angesprochen. Welche Ausbildung muss man dafür absolvieren?

Radner: Diese Ausbildung ist ziemlich aufwändig. Sie dauert fast zwei Jahre und besteht insgesamt aus vier Modulen, welche man positiv abschließen muss. Doch vor Beginn dieser Ausbildung oder am Anfang, wenn man sich entschließt, Trinkwasserexperte zu werden, kann man allerdings noch nicht sagen, ob dieses Gebiet einem gefällt oder nicht. Das merkt man oft erst während der Ausbildungszeit oder gar erst danach, wenn man aktiv im Einsatz ist.

Tips: Sie sind auch in Oberösterreich im Namen des Roten Kreuzes unterwegs. Wo genau hatten sie in Oberösterreich bereits Einsätze?

Radner: Ich hatte bereits einen Hochwassereinsatz, wo eine Lagerstelle mit Tanks errichtet wurde in Steyr.

Tips: Welche anderen Einsätze hatten Sie noch innerhalb Österreichs?

Radner: So viele Einsätze hatte ich insgesamt auch noch nicht, doch ich bin vorwiegend in Österreich aktiv. Dennoch muss man darauf gefasst sein, dass ein Einsatz im Inland bzw. in Oberösterreich jederzeit starten kann.

Tips: Im Mai diesen Jahres waren Sie in einem Trainingscamp in Mazedonien. Wie genau kann man sich so ein Trainingscamp vorstellen und was genau haben Sie dort gemacht?

Radner: Ich war dieses Jahr bereits das zweite Mal dort. Das Team des Roten Kreuzes, welches in Mazedonien dieses Trainingscamp leitet, besteht aus insgesamt sechs Leuten. Bei diesem Einsatz handelt es sich um eine Partnerschaft des Roten Kreuzes von Mazedonien, welches vom Landesverband Oberösterreich unterstützt und vom Roten Kreuz Steyr Stadt durchgeführt wird. In diesem Trainingscamp machen wir aber nicht nur eine Trinkwasseraufbereitung, sondern wir installieren auch Toiletten und bauen Duschanlagen für die dortige Bevölkerung. Ganz wichtig bei solchen Arbeiten ist die Hygiene. Dieses Trainingscamp findet außerdem meist alle zwei Jahre statt.

Tips: Haben Sie in Mazedonien auch Ihr Wissen weitergegeben?

Radner: Meine Aufgabe bei dem Einsatz war nicht nur das Errichten von Sanitäranlagen, sondern ich war auch als Trainer aktiv. Mein Team und ich haben dort zirka dreißig Personen hinsichtlich der Wasseraufbereitung geschult und der Bevölkerung gezeigt, wie man eine sanitäre Infrastruktur errichtet.

Tips: Welche Länder außer Mazedonien haben Sie noch bereist, um Ihr Wissen weiterzugeben oder dort generell als Trinkwasserexperte tätig zu sein?

Radner: In Istrien, eine Halbinsel Kroatiens an der Grenze zu Griechenland, war einmal eine Balkanübung, an der mehrere Länder, unter anderem auch Österreich und Deutschland bzw. genauer gesagt das Rote Kreuz von Augsburg in Deutschland beteiligt waren. An dieser Balkanübung habe ich auch teilgenommen. Dies war einer meiner größeren Auslandseinsätze und natürlich jene beiden Einsätze im Trainingscamp in Mazedonien.

Tips: Vielen Dank, Herr Radner, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben und für Ihre Offenheit.


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