Pilotprojekt: „Alexa“ unterstützt die Gemeinde Kremsmünster

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Carina Kerbl, BSc MSSc, Leserartikel, 09.11.2017 08:05 Uhr

KREMSMÜNSTER. Woher bekomme ich einen Meldezettel? Welche Dokumente benötige ich für eine Hochzeit? Diese und weitere Fragen können unabhängig von den Öffnungszeiten nun verbal beantwortet werden.

In Kremsmünster können Bürger diese Fragen künftig auch an „Alexa“ richten.  Mit „Alexa“, einer elektronischen Sprachassistentin, und Echo, einem neuen Internet-Gerät von Amazon, welches eigentlich auf die Unterstützung von Smart Home ausgerichtet ist, ist Kremsmünster nun dem Ziel einer sogenannten „Smart City“ einen Schritt nähergekommen. Damit wird ein Spracheingabesystem erstmals bei einer Behörde in Österreich getestet.

 „Alexa“ gibt Antwort auf Fragen

„Alexa“ ist zum Dialog fähig und gibt auf Nachfrage Auskunft zu allem, was sich im Internet finden lässt, spielt Musik, liest etwas vor und weiß, wie das Wetter wird. Im vernetzten Heim kann sie auf Befehl den Fernseher einschalten, Licht machen oder Rollläden runterlassen. Alexa wird bald auch in den Autos vom BMW eingesetzt und Bestellungen im Internet nur durch Spracheingabe erledigen. Viele Branchen experimentieren mit der Spracheingabe, nun auch die Gemeinden.

 Bürger können mit „Alexa“ kommunizieren

Alles, was die Kremsmünsterer zur Aktivierung von Alexa tun müssen, ist diese mit „Alexa, frag Gemeinde Kremsmünster …“ anzusprechen. Daraufhin kann Alexa Fragen rund um das Leben in Kremsmünster beantworten und Hilfestellung bei unterschiedlichsten Problemen leisten. Die Idee hinter Alexa war es, dass die Gemeinde Kremsmünster ihre Kompetenz bei neuen elektronischen Medien zeigt und der Zukunft ins Auge schaut. „Selbst mitgestalten, anstatt gestaltet zu werden“, ist das Motto von Amtsleiter  Reinhard Haider, der seit 20 Jahren als Experte im kommunalen E-Government in Österreich gilt.

 Drei Studentinnen halfen bei der Umsetzung

Für seine Idee holte er drei Studentinnen ins Boot, die sich nun auch im Studium mit elektronischer Spracheingabe und -ausgabe beschäftigen. Eine Win-Win-Situation für alle. Die Kremsmünsterin Roxana Neuböck hatte im Rahmen ihres Ferialpraktikums am Gemeindeamt die Aufgabe, den Fragenkatalog zu erstellen. Sie studiert an der Fachhochschule Steyr Marketing und E-Business (Bachelor). Ihre Freundin Iris Pöchtrager aus Sierning studiert an der FH Hagenberg, schreibt ihre Bachelor-Arbeit über Alexa und übernahm die Programmierung. Die umfangreichen Praxistests und das Feintuning der Fragestellung übernahm Nora Haider. Sie ist ebenfalls aus Kremsmünster und studiert nach dem Bachelor an der FH Steyr nun an der FH St. Pölten Media- und Kommunikationsberatung. Alle drei konnten aus der Theorie heraus ein spannendes Projekt in die Praxis begleiten.

 Kritische Begutachtung neuer Technologien

Wie bei jeder neu eingeführten Technologie muss auch der Einsatz von Alexa kritisch begutachtet werden. Zu hinterfragen ist z. B., welche Rolle es spielt, dass alle Sprachkommandos von Alexa direkt an die Amazon-Server weitergegeben werden. In das Experiment einbezogen war auch Peter Parycek, Department für E-Governance an der Donau Uni Krems, und seit Juli 2017 auch Leiter des deutschen Kompetenzzentrums „Öffentliche IT“ in Berlin ist: „Es ist ein gutes Experiment, um die Verwaltungsleistungen einfacher an die Bürger zu vermitteln und langfristig die oft unverständliche, rechtlich überladene Sprache der Verwaltung für die Bürger zu vereinfachen. Ich denke hier auch an vorhandene Leseschwächen“, so Parycek. Dieses Pilotprojekt zeigt nur die Möglichkeiten der vorhandenen Technologie auf, die öffentlichen Verwaltungen sollen daraus lernen und die Grundprinzipien künftig in plattformfreie mobile Plattformen übertragen, um in keine Abhängigkeit von Amazon zu geraten.

 Infos unabhängig von Öffnungszeiten

Wie profitieren die Bürger? Wer bereits ein Amazon-Echo-Gerät zu Hause hat braucht nur die Alexa-App downloaden und den „Marktgemeinde-Kremsmünster-Skill“ aktivieren. Ab dann beantwortet die eigene „Alexa“ die Fragen, die normalerweise ans Gemeinde-Bürgerservice gestellt werden, sogar zu Hause. Wer das Gerät ausprobieren möchte, kann ins Sekretariat der Gemeinde kommen. Geplant ist auch, dass Alexa, eine Röhre mit einer Länge von rund 25 cm, fix beim Rathauseingang stationiert wird und so 24 Stunden am Tag zur Verfügung steht. „Momentan läuft die erste Testphase, sehr gern können Sie Alexa besuchen oder aktivieren und Ihre Fragen stellen. Derzeit haben wir 82 Fragen speziell auf Kremsmünster programmiert und es werden sicher noch mehr“, freut sich auch Bürgermeister Gerhard Obernberger, der den neuen elektronischen Medien sehr positiv gegenüber steht, das Projekt von Anfang an unterstützt hat und der abschließend meint: „Es geht nicht darum, Arbeitszeit einzusparen, sondern den Menschen in Kremsmünster noch besseres Bürgerservice zu bieten und dafür die technischen Möglichkeiten auszuschöpfen.“

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