Erich Sturmlehner steht seit Jahren im Dienst der Allgemeinheit
KIRCHDORF AN DER KREMS. Schon früh hat der gebürtige Mollner Erich Sturmlehner gemerkt, dass ihm der Dienst an den Menschen bzw. der Allgemeinheit wichtig ist. Heute lebt er in Kirchdorf und ist Krankenpfleger.

Erich Sturmlehner wuchs in Molln auf. Viele Jahre seines Lebens wurde er diskriminiert, da er in sehr ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Mit 29 Jahren ging er nach Salzburg, um eine Ausbildung zum Krankenpfleger zu machen. Nachdem er eine Stelle im Landeskrankenhaus Kirchdorf bekam, kehrte er nach Kirchdorf zurück. Doch die Zeit in Salzburg veränderte sein gesamtes Leben.
Die Zeit in Salzburg veränderte sein Leben
Leute, die er in dieser Zeit kennenlernte, motivierten ihn, sich nicht unterkriegen zu lassen. Daraufhin begann er musikalisch durchzustarten. Bereits in vierter Generation spielt er die sogenannte „Singende Säge“. Damit trat er auch bei der WM in Brünn 2000 für Österreich an und holte sich den Vize-Weltmeister-Titel von 49 Teilnehmern.
Angebot von Prager Oper
In Brünn bekam er auch das Angebot, für ein halbes Jahr regelmäßig bei einer Oper in Prag mit der „Singenden Säge“ aufzutreten. Dabei handelte es sich um die Oper „Die Nase“ von Dmitri Schostakowitsch. Leider wurde er aber beruflich dafür nicht freigestellt und so musste er dieses Angebot ablehnen. Bei der alpenländischen Musikantenparade holte er den ersten Platz.
Gewinne gespendet
Der Reingewinn seiner 1983 veröffentlichten CD ging an die Kinderkrebshilfe. Auch andere Einnahmen spendete er an wohltätige Einrichtungen und Organisationen. Mit seiner „Singenden Säge“ tourte er 1984 durch die Schweiz, Südtirol und Kärnten für vier Wochen. Doch auch auf Auftritte im österreichischen sowie deutschen Fernsehen und im Radio kann Sturmlehner zurückblicken. Beim Salzburger Radio Melodie hatte er ein Jahr lang seine eigene Sendung zum Thema Volkskultur Anfang der 1990er-Jahre.
Hausmittel nach Rezepten seiner Großmutter
Auch privat war er immer für andere neben seiner Musikkarriere da. So organisierte er bereits acht Mal das Adventsingen in Frauenstein, wo der Erlös an Ärzte ohne Grenzen und die Kirche geht. Sturmlehner verkleidet sich bereits seit 53 Jahren als Nikolaus und ist Hofmarschall bei der Kirchdorfer Faschingsgesellschaft. Nebenbei findet er immer noch Zeit, nach den Rezepten seiner Großmutter Einreibungen, Salben und Hustensaft herzustellen. Dessen Erlös spendet er ebenfalls.
Erhaltung der Volkskultur
Zudem setzt Sturmlehner sich dafür ein, dass die Volkskultur in Form von Musik und Geschichten aufrechterhalten bleibt. Im Herbst veröffentlicht er hierzu ein Buch mit Liedern und auch selbst geschriebenen Geschichten. Ihm ist wichtig, dass dieses Kulturerbe nicht in Vergessenheit gerät.
Verdienstmedaille und weitere Ehrungen
Für sein jahrelanges kulturelles und soziales Engagement erhielt er von Landeshauptmann Thomas Stelzer die Verdienstmedaille des Landes OÖ. Von der Stadtgemeinde Kirchdorf bekam er zudem das goldene und silberne Abzeichen von Kirchdorf verliehen. Auch im Mollner Heimatbuch ist ihm eine Seite gewidmet.


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