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Bevölkerung will die Steyr schützen und für sanften Tourismus nützen

Susanne Winter, MA, 19.06.2018 12:04

STEYRTAL/PYHRN-PRIEL. Für die Menschen, die in der Region rund um die Steyr leben, ist der Fluss ein Naturjuwel, das bewahrt werden soll – das zeigt eine Befragung, die im April durchgeführt wurde.

  1 / 6   Die Bevölkerung sieht an der Steyr nicht nur das touristische Potenzial, sondern schätzt die Schönheit und den Freizeitwert. Foto: Volker Weihbold

Die Steyr und ihre Zuflüsse sind eine von fünf Pilotregionen des Projektes SPARE (Strategic Planning for Alpine River Ecosystems, deutsch: Strategische Planung für alpine Flussökosysteme) der Universität für Bodenkultur Wien. Die Bevölkerung von zwölf Gemeinden im Steyrtal und der Pyhrn-Priel Region wurde eingeladen, einen Online-Fragebogen auszufüllen.

800 Fragebögen ausgefüllt

Gemeinden, Naturschützer, Wirtschaft und Interessensvertreter aus der Region haben bei vier Treffen im Rahmen des EU-unterstützten Beteiligungsprozesses „Die Steyr WERT schätzen“ die Fragen ausgearbeitet. Diese beschäftigten sich mit dem verantwortungsvollen Umgang mit der Steyr und ihren Nebengewässern. Von 8000 eingeladenen Haushalten, wurden 800 Fragebögen ausgefüllt. „Die gute Beteiligung an der Befragung zeigt, dass die Leute am Projekt interessiert sind“, so Franz Tragner von der Agentur tatwort, die die Befragung durchführte und auswertete.

Natur wird geschätzt

„Man will den Naturraum und man will ihn auch nutzen,“ fasst Franz Tragner das Ergebnis zusammen. Die Befragungsteilnehmer treten für mehr Naherholung und Tourismus durch sanfte Nutzung wie Wandern und Radfahren (46,5 Prozent) ein. Danach folgt der Wunsch nach einer besseren Durchgängigkeit der Gewässerläufe für Wasserlebewesen (44,4 Prozent).

Gewässerschutz beibehalten

Die Mehrheit (51 Prozent) will den Gewässerschutz in der jetzigen Form beibehalten, mehr als ein Drittel (35,2 Prozent) würde diesen sogar ausbauen. Nur 8,1 Prozent treten für eine Reduzierung der Schutzbestimmungen ein.

Bestandsregulierung des Fischotters

Nur 17,2 Prozent sind für einen strengen Artenschutz des Fischotters. Die Hälfte (49,6 Prozent) wünscht sich kontrollierte Entnahmen zur Bestandsregulierung.

Sanfte Nutzung gewünscht

Als sinnvolle Maßnahmen für eine sanfte Nutzung wurden ein durchgehender Radweg entlang der Steyr, ein durchgehender Uferbegleitweg zum Wandern, besser Zugänge zum Ufer und die Errichtung von Wasserspielplätzen genannt. Dazu kommt der Wunsch nach besseren Leitsystemen und Beschilderungen und nach mehr Gastronomie- und Beherbergungsangeboten.

Leitlinie für Planungen

Die Ergebnisse der Befragung wurden den Interessensvertretern bereits präsentiert und sollen in künftige Planungen und Schwerpunktsetzungen bei der Gewässerbewirtschaftung mit einfließen. Bestehende regionale Vorhaben im Tourismus, wie durchgehende Rad- und Fußwege, werden durch die Ergebnisse und Aussagen bestärkt und bestätigt.

„Der Umweltdachverband erwartet sich, dass die Ergebnisse zu 100 Prozent ernst genommen und als Leitlinie für die Regional- und Wirtschaftspolitik im Steyrtal und in der Pyhrn-Priel Region herangezogen werden“, so Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes, aus Molln.


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