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MOLLN. Je drei Luchsweibchen und Luchsmännchen sind derzeit in den Wäldern des Nationalpark Kalkalpen unterwegs. Obwohl der Nachwuchs vergangenes Jahr gänzlich ausblieb, ist die Hoffnung auf Luchsjunge besonders heuer präsent.

Luchse sind streng geschützte Großkatzen. (Foto: H. Glader/4nature)
Luchse sind streng geschützte Großkatzen. (Foto: H. Glader/4nature)

Skadi, Aira, Luzi, Lakota, Karo und Juri: das sind die Namen der Wildkatzen, die gegenwärtig ihre Streifzüge durch die alten Buchenwälder des Nationalpark Kalkalpen machen. Dass derzeit überhaupt Luchse in der Nationalpark Region angesiedelt sind, ist den Bemühungen der Mitglieder des Arbeitskreises LUKA (Luchs Kalkalpen) zu verdanken: „Im Rahmen einer Bestandsstützung haben wir Luchse bei uns im Nationalpark Kalkalpen ausgewildert“, erzählt Nationalparkgeschäftsführer Volkhard Maier.

Scheuer Einzelgänger

„Luchse sind Einzelgänger und brauchen ihr eigenes Revier, wobei sich die Reviere von Luchsweibchen und Luchsmännchen überschneiden können“, erklärt der Nationalparkgeschäftsführer. Luchsweibchen benötigen ein etwa 10.000 Hektar großes Revier und Luchsmännchen rund 15.000 Hektar, um sich wohl zufühlen. Dass sich die etwa achtzig Zentimeter großen Tiere nicht an die Grenzen des 20.856 Hektar großen Nationalparks halten, ist klar. „Die Luchse halten sich hauptsächlich im Nationalpark auf, sind aber auch in den anliegenden Regionen unterwegs“, berichtet Maier. Die scheuen Tiere sind mit ihrem Bedürfnis nach unverschnittenem Wald und Beute im Nationalpark gut bedient und der Kontakt mit Menschen halte sich in Grenzen: „Es kann sein, dass Wanderer zehn Meter neben einem Luchs vorbeigehen und ihn nicht bemerken, weil sich die Wildkatze so gut verstecken kann“, erklärt Maier.

Luchspopulation stagnierte

„Alle drei Luchsweibchen hatten schon einmal Junge, doch leider hat kein Nachwuchs überlebt“, erzählt Christian Fuxjäger, Luchsbeauftragter im Nationalpark Kalkalpen. Die ersten Lebenswochen von neugeborenen Luchsjungen sind äußert kritisch, immerhin liegt die Sterblichkeit bei etwa fünfzig Prozent. Warum im vergangenen Jahr überhaupt keine Reproduktion mehr festgestellt werden konnte, sei aber unklar. „Wir wissen nicht, warum der Nachwuchs ausblieb. Externe Experten sind ebenso ratlos wie wir“, betont der Luchsexperte. Diese Ungewissheit gäbe aber auch Anlass zur Hoffnung: „Wir wissen genausowenig, ob vielleicht jetzt gerade Luchsjunge mit ihren Müttern in der Wurfhöhle sind“, betont Maier. Auch Fuxjäger ist gespannt auf die kommenden Wochen: „Wir sind guter Dinge, dass es Nachwuchs gibt, denn alle drei Luchsweibchen waren heuer geschlechtsreif und in Kontakt mit den Männchen.“

Übergreifende Maßnahmen

Aufgrund des fehlenden Nachwuchses wurde das Ansiedlungsprojekt seitens der Politik und Jägerschaft vermehrt in Frage gestellt. Bezirksjägermeister Franz Humpl betont: „Wenn sich die Luchse auf natürliche Weise vermehren, passt das in das Konzept, das die Jägerschaft mitträgt. Doch sollten im Falle eines fehlenden Nachwuchses nicht sofort wieder welche angesiedelt, sondern bundesländerübergreifende Maßnahmen ausgearbeitet werden.“ Auch der Nationalparkgeschäftsführer wünscht sich eine Zusammenarbeit mit Niederösterreich und der Steiermark: „Der Luchs kennt keine Ländergrenzen. Genausowenig sollten die Bestandsschutzmaßnahmen an ihnen aufhören.“


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