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KREMSMÜNSTER. Viele Gemeinden wollen ihre Geschichte nicht vergessen und besser zugänglich machen. Mit Papier und Chronikbüchern ist das jedoch nicht so einfach. Umso mehr boomen die digitalen Möglichkeiten. Eine davon ist das niederösterreichische Online-Archiv „Topothek – Unsere Erinnerung“. 200 Gemeinden in Österreich, darunter 46 in Oberösterreich, präsentieren darin ihre lokale Geschichte zeitgemäß und digital. Am 21. Dezember 2020 ging auch die Topothek Kremsmünster online.

Gemeindechronist Michael Söllner (Foto: Raffaela Söllner)
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Der Ansatz von Kremsmünsters Bürgermeister und Kulturreferentin war, die Gemeindechronik unter dem Motto der Topothek „Unsere Geschichte, unser Archiv“ vom neuen Chronisten Michael Söllner ab sofort zusätzlich digital darstellen zu lassen und auch eine rückwirkende Erfassung unter Beteiligung der Bevölkerung zu forcieren. Was immer von geschichtlicher Bedeutung sein mag, soll hier für die Nachwelt digital aufbewahrt werden. Ein Scan oder Foto genügt. Das Original selbst und alle Rechte daran bleiben beim Eigentümer, die Topothek stellt es lediglich zur Schau.

Digitalisierung eröffnet ungeahnte Möglichkeiten

„Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Auch die ältere Generation ist auffällig fit im Internet unterwegs und immer mehr Leute sind immer schneller zu erreichen. Das hat die Marktgemeinde Kremsmünster bestärkt, mit ihrer Plattform https://kremsmuenster.topothek.at/ online zu gehen“, erklärt dazu der Chronist und Archivar Michael Söllner.

Lokalhistorisches Wissen und Material auch aus privaten Händen 

Eine virtuelle Sammlung, auf der unter Mitarbeit der Bevölkerung (Crowdsourcing) lokalhistorisches Wissen und Material auch aus privaten Händen erschlossen wird – so könnte man die Topothek kurz und bündig charakterisieren. Miteinfließen sollen Bilder, Dokumente, Objekte, Texte sowie Audios und Videos. Örtlichkeiten und anderes werden bei Bedarf auch verlinkt. Die simpel gehaltene Dateneinspeisung und das schnelle Auffinden von Ereignissen, Orten und Personen sind das große Plus dieses Portals.

Interessantes historisches Material gesucht

Mithilfe der Topothek möchte man die vergangene Welt zeigen, die Emotionen der Bevölkerung ansprechen und somit zum Bewahren und Mitmachen animieren: „Aja, den habe ich auch gekannt“ oder „Von diesem Tag gibt es noch Fotos? Da war ich ja selber dabei“. Die Leute sollen sich damit identifizieren können. Das Prozedere ist einfach: Wer interessantes historisches Material gerne der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und zugänglich machen möchte, wendet sich an die Topothekarin oder den Topothekar (im Fall von Kremsmünster, an den Gemeindechronisten). Als einfache Regel sollte gelten: Interessant ist alles, was sich bereits verändert hat. Oder auf jeden Fall, was älter als 15 Jahre ist. Die historischen Dokumente verbleiben nach dem Digitalisieren bei den Besitzern.

Aufrufe zur Identifizierung können gestartet werden

Persönliche Informationen und Anmerkungen zu den Materialien sind besonders interessant und erwünscht, wie etwa scheinbar unwesentliche Details, die vielleicht außer dem Besitzer eines Bildes niemand mehr weiß. Ein altes Foto vom Markplatz, das ohne besonderen Anlass gemacht wurde – also ohne Kirtag, ohne das neue Auto, ohne dem Besuch des Großonkels aus Amerika –, bietet immer einen seltenen und spannend Einblick in die Welt von damals. Gerade den Alltag, die Normalität, zu dokumentieren, ist der Topothek mehr Anliegen als die ohnedies oft gut dokumentierten Ereignisse. Innerhalb der Topothek können zum Beispiel auch Aufrufe zur Identifizierung von Personen bzw. Örtlichkeiten gestartet werden.

Bürger zum Mitarbeiten aufgerufen

Um die Topothek im Fokus der Bevölkerung zu verankern, nützt die Marktgemeinde Kremsmünster ihren Onlineauftritt und bespielt die Homepage bzw. diverse soziale Medien zukünftig regelmäßig mit thematischen Stories. Mittels zusätzlicher Beiträge in diversen regionalen Printmedien (Gemeindenachrichten) lassen sich nahezu alle Altersgruppen erreichen und Leute im Idealfall auch zum Mitarbeiten bewegen. Chronist, Michael Söllner, freut sich über eine Kontaktaufnahme unter chronik@kremsmuenster.at beziehungsweise telefonisch am Gemeindeamt.


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