Bezirksjägermeister: "Langsam wird die Tierwelt munter"
SPITAL AM PYHRN. Es raschelt, trommelt und faucht: In der Natur herrscht nach der langen Winterstille wieder Hochbetrieb. Warum es gerade jetzt wichtig ist, den tierischen Wald- und Wiesenbewohnern Ruhe zu gönnen, erklärt Bezirksjägermeister Franz Humpl.

Wer sich derzeit in der Naturlandschaft des Bezirkes auf die Suche nach dem Osterhasen macht, trifft bei ruhigem Verhalten noch einige mehr Tiere an: Von Eichhörnchen über Rotwild bis zu Füchsen und Auerhähnen ist in den heimischen Wäldern, Feldern und Wiesen derzeit einiges los. Grundsätzlich sollte der Umgang mit den tierischen Nachbarn das ganze Jahr über von Respekt geprägt sein – gerade jetzt im Frühjahr aber umso mehr. Einige Tiere haben erst kürzlich ihre Winterstarre, Winterruhe oder ihren Winterschlaf verlassen und müssen ihre Energiereserven erst wieder auffüllen.
Rücksicht auf Wildtiere
„Einerseits herrscht im Norden schon Frühling, andererseits liegt in der Pyhrn-Priel Region noch Schnee. Aber langsam wird alles munter“, erzählt Franz Humpl. Der 57-jährige Milchbauer aus Spital am Pyhrn ist seit 7. März 2020 Vertreter der Jägerschaft im Bezirk. Wenn er über die Natur, das Wild und die Jagd spricht, wird schnell klar: Dem liegt das Wohl der Tiere am Herzen. „Wegen des erneuten Wintereinbruchs im Süden finden nach wie vor die Rotwildfütterungen statt. Da gilt wie immer: Bitte um Rücksichtnahme“, sagt Franz Humpl mit ernster Miene. Die bleibt aber nicht lange so: Als das Gespräch auf die „Märzhaserl“ fällt, kann sich der 57-Jährige ein Lachen nicht verkneifen.
Die „Märzhaserl“ sind da
Der Nachwuchs des Osterhasen, die „Märzhaserl“, sind bereits geboren und durch den neuerlichen Kälteeinbruch der vergangenen Woche geschwächt. Nachdem die Feldhasen den Jägern lange Zeit Sorge bereiteten, weil die Population über die Jahre abnahm, ist man mit dem Hasenbesatz derzeit zufrieden. Damit das auch so bleibt, ist es umso wichtiger, den hoppelnden Tieren unnötigen Stress zu ersparen. „Findet man beim Spazierengehen oder Wandern einen neugeborenen Hasen, sollte man ihn keinesfalls angreifen. Hasen werden nur einmal täglich, meist nachts, von der Mutter gesäugt. Nur weil er allein da sitzt, heißt das nicht, dass man als Mensch eingreifen sollte“, informiert der Bezirksjägermeister.
Auch Gelege, also Vogeleier, sollten unberührt bleiben. Das Muttertier ist meist nicht weit und traut sich wegen der Eindringlinge nicht zum Nest, wodurch die Eier auskühlen.
Das kleine Rehkitz im Feld
„Um es klar zu sagen: Finger weg von Jungtieren. Und wenn es unbedingt notwendig ist, dann fachmännische Hilfe holen“, sagt Franz Humpl, der damit auf das Auffinden von Rehkitzen im Feld anspielt. Denn im Mai werden die ersten Kitze gesetzt, die oftmals unentdeckt im vermeintlichen Schutz eines Feldes liegen. Häufig werden die Kitze dann bei der ersten Mahd übersehen – das sind die sogenannten „Mähverluste“. „Ich bin selber Landwirt und weiß, dass es oft schnell gehen muss. Aber Mähverluste sind einfach ein Tierleid, das es zu vermeiden gilt. Mithilfe von Drohnen mit Wärmebildkameras können vor der Mahd Kitze im Feld aufgezeigt werden“, sagt der Bezirksjägermeister und betont: „Tatsächlich wird diese Möglichkeit auch immer öfter in Anspruch genommen. Das freut mich persönlich sehr.“


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