Edler Gerstensaft aus der hofeigenen Brauerei am Sandberg in Kremsmünster

Hits: 364
Birgit und Martin Bergmair in ihrer Brauerei. (Foto: Winter)
Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 04.05.2021 19:05 Uhr

KREMSMÜNSTER. Martin und Birgit Bergmair brauen seit 2004 ihr Sandberg-Bier in Kremsmünster. Dabei legen sie auf heimische Zutaten, echtes Handwerk und eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft besonders viel Wert.

1994 hat Martin Bergmair die Liebe zum Bierbrauen entdeckt, als er mit zwei Freunden in der Küche experimentierte. „Ein paar Jahre später habe ich den Hof meiner Eltern übernommen und nach einer möglichen Einkommensalternative gesucht. Auf einer Braumesse in Nürnberg entstand die Idee, die Landwirtschaft und das Bierbrauen zu verbinden und die eigene Gerste zu veredeln“, erzählt der 48-Jährige und betont: „Bier hat eine hohe Wertschöpfung“. Als Nebengewerbe begonnen, sind Martin und Birgit Bergmair mittlerweile hauptberuflich Landwirte. Zwar ist der Betrieb nicht bio-zertifiziert, doch die Familie Bergmair achtet auf eine naturnahe Bewirtschaftung. „Man bekommt einen großen Respekt für Lebensmittel, wenn man versucht, naturnah zu arbeiten,“ weiß der Bierbrauer.

15.000 Liter Bier pro Jahr

In der Bauernhofbrauerei Bergmair wird seit 2004 das Sandberg-Bier gebraut, das „Sandberg Dunkel“ und das „Sandberg Gold“, mit welchem Bergmair 2012 Staatsmeister der Kleinbrauer wurde. Jährlich produziert Braumeister Martin Bergmair 15.000 Liter Bier.

Brauerei am Bauernhof eingerichtet

Der gelernte Maschinenbauingenieur hat die Gerätschaften zum Bierbrauen fast alle selbst gebaut, das habe die Rentabilität erhöht. Die Brauerei am Bauernhof besteht aus einem selbstgebauten 2-Geräte Sudwerk. Ehemalige Milchkühlwannen wurden zu Sudkessel und Läuterbottich umgebaut. Ein Programm steuert den Brauvorgang automatisch, und sorgt für gleichbleibende Qualität. Die Gärung erfolgt in isolierten Edelstahltanks, die mit Eiswasser gekühlt werden.

Von der Gerste zum Bier

Die Braugerste, Martin Bergmair setzt dabei auf Wintergerste, ruht nach der Ernte für zwei bis drei Monate, das ist die sogenannte Keimruhe. Anschließend wird sie in der Mälzerei Plohberger in Grieskirchen vermälzt (zu Malz verarbeitet). Am Brautag zerkleinert Martin Bergmair das Malz, gibt Wasser dazu und erhitzt das Ganze für etwa drei Stunden bis auf 80 Grad Celsius. Durch diesen Vorgang verzuckert die Stärke und wird zu Maltose (Malzzucker). Der süße Saft, auch Würze genannt, wird vom Biertrebern getrennt, aufgekocht und mit Hopfen versehen. Nach dem eineinhalb Stunden langen kochen, ist der Brautag beendet. Am nächsten Tag wird der bittere, süße Saft der Gärung zugeführt, dazu kommt Hefe hinein. Die Gärung in den Reifetanks dauert rund vier Wochen. Anschließend kann das Bier abgefüllt werden.

Nur natürliche Inhaltsstoffe enthalten

„Unser Bier ist unfiltriert und nicht pasteurisiert, es enthält somit alle natürlichen Inhaltsstoffe, sollte jedoch alsbald getrunken werden“, erklärt Martin Bergmair, der in der Hochsaison, zwischen Mai und Oktober, einmal wöchentlich Bier braut. Der Genuss steht für den Kremsmünsterer an oberster Stelle: „Bier ist für mich ein Getränk, das man genießen muss und nicht trinkt, um besoffen zu sein.“

Kreislaufwirtschaft macht Sinn

Das Besondere am Hof der Familie Bergmair ist, dass die Brauereiabfälle – sprich Trebern und Hefe – den Schweinen am Hof (der Biertrebernsau) verfüttert werden. Das Schweinefleisch wird direkt ab Hof vermarktet. Dieses Betriebskonzept zeigt eine echte „Kreislaufwirtschaft“ auf und ist in dieser Form einzigartig. „Nachhaltig in sich geschlossene Systeme sind faszinierend. Wir kaufen nur den Hopfen zu, alles andere wird selbst erzeugt und verwertet. Der Produktionsprozess ist so abgestimmt, dass nichts verschwendet, entsorgt oder weit transportiert werden muss. Kreislaufwirtschaft am Betrieb macht am meisten Sinn und hat einen ökologischen Aspekt“, betont der Kremsmünsterer Braumeister und ergänzt: „Weiters sorgen eine Warmwasser-Wärmerückgewinnung und eine PV-Anlage für eine möglichst nachhaltige Bier-Produktion.“

Bier erhält als Essig zweite Chance

Selbst wenn das Bier einmal ablaufen sollte oder Reste nicht mehr verkauft werden können, hat Familie Bergmair noch eine Verwendung dafür: Seit zwei Jahren wird dem Bier als Bieressig eine zweite Chance gegeben. „Bieressig, ist als Alternative zum Apfelessig vielfältig einsetzbar. Er ist etwas milder im Geschmack und hat wenig Säure“, sagt Birgit Bergmair. Zu den weiteren Produkten des Betriebes zählen Buchweizenmehl und Erdäpfel. Der Verkauf der Produkte erfolgt ab Hof sowie jeden zweiten Freitag Nachmittag am Bauernmarkt in Kremsmünster. Auch Brauereiführungen werden angeboten und sind im Programm „Mit Genuss durchs Kremstal“ der innovativen Gemeinschaft Voralpenland (IGV) auf www.gruppenausflug.at zu finden.

Kommentar verfassen



Seniorenbund gratulierte Christian Dörfel zur Wahl als ÖVP Klubobmann

BEZIRK KIRCHDORF/STEINBACH AN DER STEYR. Die Bezirksleitungssitzung des Seniorenbundes konnte aufgrund von Corona erst nach mehreren Verschiebungen durchgeführt werden, und zwar zwecks Einhaltung aller ...

Ferienkalender der Gemeinde Windischgarsten

WINDISCHGARSTEN. Nach einer einjährigen, coronabedingten Pause wird es heuer wieder den traditionellen Ferienkalender der Gemeinde Windischgarsten geben.

Freude über frischen Sand

SPITAL AM PYHRN. Die ÖVP Spital am Pyhrn füllte im Rahmen einer Aktion einige Sandkisten im Ort.

Samuel Haijes, Cosima Spieß und Valentina Bergmair vertreten mehr als 20.000 Jungscharkinder, Ministranten und Gruppenleiter in Oberösterreich

KIRCHDORF AN DER KREMS/KREMSMÜNSTER/LINZ. Die Vollversammlung der Katholischen Jungschar hat für zwei Jahre Samuel Haijes (Kirchdorf), Cosima Spieß (Linz) und Valentina Bergmair (Kremsmünster) zu ihren ...

Martin Mayr aus Windischgarsten erhielt den Eduard-Ploier-Preis

WINDISCHGARSTEN/BARREIRAS. Landeshauptmann Thomas Stelzer und Diözesanbischof Manfred Scheuer überreichten die Eduard-Ploier-Preise 2021. Insgesamt wurden 26 Projekte und Persönlichkeiten für diese ...

Bürgermeisterkandidat Klaus Aitzetmüller: „Gemeinsam Hinterstoder's Zukunft weiter gestalten“

HINTERSTODER. Die ÖVP Hinterstoder hat nun fix beschlossen: Der 45-jährige Klaus Aitzetmüller soll den erfolgreichen Weg der Gemeinde Hinterstoder mit einem engagierten Team fortführen. Er kandidiert ...

Persönliche Maiandachten bei Kirchdorfer Kapellen

KIRCHDORF AN DER KREMS. Die Pfarre Kirchdorf hat sich für die Maiandachten etwas einfallen lassen: An verschiedenen Orten wurden Impulse für eine persönliche Maiandacht hinterlegt.

S'Gartl zieht um

WINDISCHGARSTEN. Der Sitz der im Herbst 2019 gegründeten Lebensmittelkooperative s‘Gartl (Gemeinsame Alternative für regionale, transparente Lebensmittel) zieht bald in neue Räumlichkeiten um.