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SPITAL AM PYHRN. Auf einer Distanz von rund neun Kilometern bietet die „Drei Hütten Rundwanderung“ am Fuße des Großen Pyhrgas nicht nur herrliches Bergpanorama, sondern auch Wirte, die herzlicher nicht sein könnten.

Nikoletta und Gabor Pal mit ihrem Sohn Dominik vor der Bosruckhütte (Foto: Privat)
  1 / 8   Nikoletta und Gabor Pal mit ihrem Sohn Dominik vor der Bosruckhütte (Foto: Privat)

Die Tage werden länger, die Temperaturen wärmer und die Hüttenwirte haben allerhand zu tun. Seit 19. Mai ist die Gastronomie wieder geöffnet und auch der Frühling scheint dies zum Anlass zu nehmen, die hartnäckigen Regenwolken endgültig zu vertreiben. Die perfekte Mischung also, um beides gleich in einem zu genießen – und mit der „Drei Hütten Rundwanderung“ ist man dabei gut bedient. Gestartet wird von Spital am Pyhrn, wobei der Weg wahlweise mit oder ohne die Dr. Vogelgesang-Klamm zunächst zur Bosruckhütte und weiter zum Rohrauerhaus führt. Über die Hofalmhütte geht es dann wieder retour zum Ausgangspunkt. Egal ob Bergläufer, Wanderer oder Sonnenanbeter, die rund fünfstündige Rundtour hält für jeden etwas bereit.

„Einen Kaffee, bitte!“

Bereit halten auch Nikoletta und Gabor Pal täglich ab sieben Uhr früh wohltuend heißen Kaffee, wenn die ersten Besucher vom Begehen der Klamm in der Bosruckhütte ihre Pause genießen wollen. „Bei uns ist den ganzen Tag über viel Betrieb. Da ist an schönen Sommertagen die Terrasse mit den 200 Sitzplätzen permanent besetzt“, erzählt der 39-jährige Hüttenwirt Gabor Pal. Von einer Skihütte in Tirol verschlug es das Ehepaar zunächst auf die Hofalmhütte, dann zum Rohrauerhaus und „seit 2016 sind wir hier, in der Bosruckhütte“. Durch ihre ganz persönliche Rundwanderung wissen die beiden gebürtigen Ungarn, was die Region hier zu bieten hat und was den Gästen schmeckt: Von Schweinsbraten über Bauernkrapfen, in der Küche der Bosruckhütte wird rund um die Uhr gearbeitet. „Von ruhiger Almidylle merken wir hier nichts“, gibt Gabor Pal lachend zu. Bei einer Saison, die – wie auch bei den anderen beiden Hütten – am 1. Mai (heuer coronabedingt am 19. Mai) startet und bis Ende Oktober läuft, ist das auch nicht verwunderlich. Aber dennoch: „Ich kann mir gar nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Das Leben hier passt einfach zu uns“, sagt Nikoletta Pal.

Vom Bänker zum Hüttenwirt

Nach der ersten Pause auf der Bosruckhütte verläuft die Rundwanderung weiter Richtung Osten. Nach etwa 45 Minuten warten etwas versteckt die Mitarbeiter des Rohrauerhauses darauf, dem langsam aufkommenden Hunger der Wanderer entschieden entgegen zu treten. Dass das Naturfreunde Haus mit rund 500 ausgegebenen Speisen am Tag so gut läuft, liegt nicht etwa daran, dass ihr Hüttenwirt jahrelange Gastronomieerfahrung hat. Vielmehr ist der gebürtige Spitaler Martin Heidlmair einfach ein Allroundtalent. „Ich war 26 Jahre lang Bankangestellter. Da waren Hüttenwirte noch meine Kunden, jetzt bin ich selber einer“, erzählt der 49-Jährige lachend. Dabei liegt dem ersten einheimischen Wirt in diesem Hütten-Dreiergespann das selbstständige Arbeiten und Lösen vielfältigster Herausforderungen auf 1.308 Metern, als hätte er nie etwas anderes gemacht. „Als Hüttenwirt musst du dich in allen Bereichen zumindest grundlegend auskennen. 'Geht ned, gib's ned' ist das oberste Gebot.“

Sonnenuntergang auf 1.305m

Der Hunger ist gestillt, der Weg zum letzten Stopp der Rundwanderung angetreten. Auf dem leicht ansteigenden Weg geht es schlussendlich über den Hofalmsattel zur Hofalmhütte. Genießer und Einheimische wissen: Der Blick auf den Sonnenuntergang ist hier atemberaubend. Das Panorama in der Abenddämmerung ist jedoch nicht der einzige Grund, warum Besucher die Hofalmhütte in vollen Zügen genießen. Hüttenwirtin Helene Schaurecker hat in den fünf Sommersaisonen, die sie schon hier auf 1.305 Metern verbrachte, die Hütte zu einem biologischen, nachhaltigen und ursprünglichen Ort gemacht. „Hütten werden immer moderner. Wir wirken dem entgegen und halten die Hofalmhütte so einfach und schlicht wie möglich“, sagt die 45-Jährige. Neben recyceltem Klopapier und schadstofffreien Reinigungsmitteln achtet die Wirtin vor allem auch auf die Qualität der Lebensmittel.

Der finale Weg ins Tal bietet abschließend genügend Zeit zum Verdauen – des guten Essens und der vielen Geschichten, die die Hüttenwirte gekonnt zu erzählen gewusst haben.

Bosruckhütte: Seit 19. Mai bis Ende Oktober täglich geöffnet. Tel.:  +43 7563/666, E-Mail: info@bosruckhuette.eu

Rohrauerhaus: Seit 19. Mai bis Ende Oktober täglich geöffnet. Tel.: +43 7563/660, E-Mail: rohrauerhaus@naturfreunde.at

Hofalmhütte: Seit 19. Mai bis Ende Oktober von Dienstag bis Sonntag geöffnet sowie an Feiertagen. Tel.: +43 680/3135327, E-Mail: hofalm@gmx.at


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