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BEZIRK KIRCHDORF. Nach monatelangem Stillstand sind die Gastronomen, Hoteliers und Kulturschaffenden nun seit rund zwei Wochen wieder in ihrem Element.

  1 / 3   Normalerweise arbeiten die Mitglieder des Kulturvereins frei-wild-molln jährlich an zwei Projekten. Am Foto zu sehen ist die Aufführung von „Der Aufstand“, wofür der Verein den Oö. Volkskulturpreis erhielt. (Foto: Eduard Sageder)

Seit 19. Mai sind die Gasthäuser, Hotels und Veranstaltungsräume wieder mit Leben gefüllt: Gläser klirren, Zuhörer klatschen und das Gelächter dringt durch die offenen Wirtshaustüren bis raus auf die Straßen. Nach einem monatelangen Lockdown und Bangen kaum verwunderlich, dass die Freude sowohl bei den jeweiligen Betreibern als auch bei den Gästen mehr als spürbar ist. Und dennoch – der viel zu späte Start ins Geschäftsjahr und die einzuhaltenden Corona-Bestimmungen bringen einige Herausforderungen mit sich, wie Bezirkswirtesprecher Stephan Sams vom Gasthaus zum schwarzen Grafen in Micheldorf berichtet.

Gastronomie: Ausfall von Arbeitskräften

„Wir merken eine große Unsicherheit bei den Gästen“, so der 48-jährige Gastwirt. „Auch die Vereine mit ihren Stammtischen am Abend, die unter der Woche die Räumlichkeiten füllen, fehlen“, gibt der Micheldorfer zu denken. Laut Rainer Ramsebner, dem zweiten Wirtesprecher des Bezirkes und Inhaber der Lögerhütte in Hinterstoder, sei vor allem auch der Ausfall von Arbeitskräften ein großes Problem: „Die Abwanderung von Mitarbeitern in andere Zweige hat bereits jetzt katastrophale Auswirkungen auf die ohnehin gebeutelte Gastronomie.“ Trotz aller Probleme überwiege jedoch bei weitem die Zuversicht, so die beiden Wirtesprecher. „Die Kollegen sind hochmotiviert“, sagt der Stodertaler. Dass die Gastronomen froh sind, dass es wieder los gegangen ist, merkt auch Klaus Aitzetmüller, Obmann der Wirtschaftskammer Kirchdorf: „In der Gastronomie ist man erleichtert, dass es wieder los gegangen ist. Eine Normalität so wie früher ist aber natürlich noch nicht gegeben. Gerade auch das Abstand halten drückt auch immer wieder auf die Stimmung der Gäste.“

Positive Erstbilanz im Beherbergungsgewerbe

Laut Marie-Louise Schnurpfeil, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Pyhrn-Priel, sei diese Zuversicht auch im Beherbergungsgewerbe zu spüren. „Zwei Wochen nach der Wiedereröffnung unserer Beherbergungsbetriebe ziehen wir eine ausgesprochen positive Erstbilanz. Über die Pfingstfeiertage waren einige unserer Mitgliedsbetriebe bereits komplett ausgebucht.“ Die Mehrzahl der Gäste stamme laut Schnurpfeil aus Wien, Niederösterreich und Oberösterreich. „Auf diese Zielgruppe werden wir uns auch in den nächsten Wochen und Monaten fokussieren. Wir beobachten aber auch schon eine steigende Nachfrage aus den Quellmärkten Deutschland und Tschechien, was uns natürlich sehr freut. Viele Stammgäste haben uns die Treue gehalten und der ausgesprochen erfolgreiche Sommer 2020 hat uns auch viele neue Besucher beschert, die in diesem Jahr wiederkommen wollen“, so die TVB Pyhrn-Priel Geschäftsführerin.

Kurzfristige Buchungen

Herausfordernd werde allerdings der Sommer, da mit vielen kurzfristigen Buchungen zu rechnen sei. Diese Entwicklung habe sich laut Schnurpfeil jedoch schon vor der Corona-Krise abgezeichnet. „Die Planungsunsicherheit hält nach wie vor an“, bringt es Aitzetmüller auf den Punkt und betont: „Wichtig ist, dass Busreisen bald wieder in vollem Umfang ermöglicht werden. Die derzeitige 50 Prozent Regelung bei den Bussen sorgt dafür, dass dieser Sektor noch nicht in Fahrt kommt.“

Zeit für unbeschwertes Lachen

Neben der Gastronomie und dem Beherbergungsgewerbe sind auch die Kulturvereine von der Planungsunsicherheit betroffen und haben eine einschneidende Zeit erlebt. „Normalerweise arbeiten wir jährlich an zwei Projekten. Aufgrund der Corona-Bestimmungen mussten jedoch alle abgesagt werden“, erinnert sich Ingrid Fischeneder, Obfrau des Kulturvereins frei-wild-molln, zurück. Was es jetzt braucht, um die Kulturvereine zu regenerieren? „Motivation, Wertschätzung und vor allem unser Publikum“, betont Fischeneder, die vorsichtig optimistisch in die Zukunft blickt. Denn mit dem Start der Vorstellungen der fünf „köstlich schrägen und humorvollen Satiren“ von Karl Wittlinger hat der Kulturverein schon damit begonnen, das Publikum wieder an unbeschwertes Lachen und Leichtigkeit zu erinnern.


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