Bürgerinitiative setzt sich für einen Schul- und Freizeitpark in Ried ein
RIED IM TRAUNKREIS. In den vergangenen Wochen hat sich die Diskussion über ein Sport- und Kulturzentrum in Ried hochgeschaukelt. Eine Bürgerinitiative hat bereits mehr als 550 Unterschriften gesammelt und fordert von der Gemeindepolitik ein klares Entwicklungskonzept und eine öffentliche Diskussion.

2012 hat die Gemeinde am Rande des Ortszentrums einen vier Hektar großen Grund erworben und diesen für eine Sport- und Kulturnutzung vorgesehen. Der damalige Kaufpreis lag bei rund acht Euro pro Quadratmeter und der Kauf wurde vom Land OÖ gefördert. Seit damals liegt die Fläche jedoch brach.
Initiative gegründet
Betroffene Eltern und Vereinsmitglieder haben nun die Bürgerinitiative „Schul- und Freizeitpark Ried im Traunkreis“ gegründet. Bereits mehr als 550 Unterschriften wurden gesammelt und das ausschließlich von Rieder Gemeindebürgern über 14 Jahre – das ist rund ein Viertel der aktuell 2.337 Wahlberechtigten. In der überparteilichen Bürgerinitiative sind alle Fraktionen vertreten. Ein Mitglied und Vater aus Ried betont: „Es geht uns in keinster Weise um Parteipolitik oder um konkrete Personen, sondern um die Sache.“ Der Entwicklungsbedarf sei groß: „fehlende Sport- und Freizeitflächen, ein sanierungsbedürftiger Turnsaal, eine desolate Volksschule unmittelbar angrenzend an eine hochfrequentierte Landesstraße sowie ein fehlender Mehrzwecksaal für größere Veranstaltungen der regionalen Kulturvereine.“ Die Initiative fordert nun von der Gemeindepolitik ein gesamtheitliches Entwicklungskonzept, das öffentlich diskutiert und in weiterer Folge im Gemeinderat behandelt werden soll.
Sanierung oder Neubau
Größter Kritikpunkt ist der Standort der Volksschule neben der Landesstraße. Die Bürgerinitiative sieht eine Standortverlegung als einzige Möglichkeit, um die Sicherheit der Kinder am Schulweg zu erhöhen. „Die Gemeinde hat mit der in ihrem Eigentum befindlichen Fläche bereits die passende Widmung und somit den richtigen Standort für die Verlegung der Volksschule, die Errichtung eines Mehrzweckturnsaales und die Errichtung einer passenden Trainings- und Freizeitfläche“, so die Bürgerinitiative.
„Nicht finanzierbar“
In einer Aussendung der ÖVP Ried, die an alle Rieder Haushalte verteilt wurde, heißt es, die Wünsche der Bürgerinitiative seien in dieser Form nicht umsetzbar und ein Schul- und Freizeitpark sei nicht nachhaltig finanzierbar, da das Land nur eine Sanierung der Volksschule fördere und keinen Neubau. „Wir haben uns diverseste Veranstaltungszentren angesehen und 2017 im Gemeinderat beschlossen, dass wir uns das nicht leisten können und uns für eine Sanierung der Volksschule und Errichtung einer Doppel-Turnhalle entschieden“, berichtet Bürgermeister Helmut Hechwarter (ÖVP).
Standort für Sportzentrum
Weiters heißt es in der Aussendung: „Der Trainingsplatz soll rasch saniert und wieder spieltauglich gemacht werden. Für ein neues Sportzentrum am Rande des Ortskernes soll ein umfassendes Konzept ausgearbeitet werden.“ Letzteres würde dann auch Fußballplatz und Tennisplatz beinhalten, denn der Standort mitten im Wohngebiet sei, laut Aussendung, aufgrund von Lärm-, Verkehrs- und Flutlicht-Beeinträchtigungen für die Anrainer nicht geeignet.
Dazu meint ein Mitglied der Bürgerinitiative: „Das ist ein viel teurerer Ansatz. Zudem gibt es kein geeignetes Grundstück dafür. Das Argument der Lärmbelästigung im Ortszentrum ist bei größeren Vereinen sicher berechtigt, aber in Ried wäre eine zentrale Lage mit kurzen Wegen für die Familien viel wichtiger.“ Zudem seien die „Beschlussgrundlagen aus einer Zeit, die nicht mehr mit der aktuellen Situation zu tun haben.“


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