Vorübergehende Lösung für die Parkplatz-Situation am Pyhrnpass

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Sophie Kepplinger Tips Redaktion Sophie Kepplinger, 17.01.2022 19:19 Uhr

SPITAL AM PYHRN. Mit ihrem abwechslungsreichen Tourenangebot lockt die Pyhrn-Priel Region jeden Winter viele Sportler in den Bezirk. Vor allem entlang der Pyhrnpass Straße im Gemeindegebiet von Spital am Pyhrn sorgt dies jedoch seit Jahren für Parkplatzprobleme.

Wer morgens gegen neun Uhr die Pyhrnpass Straße entlang fährt, sieht sie schon von weitem stehen, in Reih‘ und Glied: die Schar an Autos der Wintersportler, die Richtung Angerkogel, Lahnerkogel und Co. unterwegs sind. Während die Anzahl der anreisenden Wintersportler steigt, sind die Parkmöglichkeiten mittlerweile begrenzt.

Bundesforste-Parkplatz passé

Eine der Stellflächen, die gerne zum Parken genutzt wurde, ist jene bei der Zufahrt zur Hintersteineralm. Diese befindet sich im Besitz der Österreichischen Bundesforste (ÖBf). Der Platz war allerdings nie ein Parkplatz und das Abstellen des Autos nur geduldet – seit einiger Zeit allerdings auch das nicht mehr. „Wenn auf dem Gebiet etwas passiert, dann haften wir mit unserem Privatvermögen“, betont der zuständige Revierleiter Peter Jäger von den ÖBf. Zudem werde der Platz als Holzlagerplatz gebraucht. Durch die steigende Anzahl an Autos, den vermehrten Müll und das Verhalten der dort parkenden Personen sei das Dulden des dortigen Parkplatzes nicht mehr tragbar gewesen.

Stellplätze bei der alten Straßenmeisterei

Die letzte Parkmöglichkeit, die den Wintersportlern noch bleibt, ist jene auf dem Gelände der alten Straßenmeisterei: Dort bietet Mario Posch seit Jahren gegen Gebühr Auto-Stellplätze an. Unterbekommen würde er 120 Fahrzeuge – nach einer anonymen Anzeige eines Tourengehers wegen „illegaler Parkgebühren“ durfte Mario Posch kurzzeitig gar keine Stellplätze mehr anbieten. Er reichte bei der Bezirkshauptmannschaft um ein „Garagierungsgewerbe“ an, welches bei mehr als 50 Parkflächen nötig wird: abgelehnt.

Platz für 50 Autos

50 Autos darf Mario Posch seit 14. Jänner nun doch auf seinem Gelände parken lassen. „Gemeinsam mit dem Tourismusverband haben wir uns darauf geeinigt – und alles ganz rechtens beim Finanzamt angemeldet“, erzählt der gebürtige Tiroler. Die Reaktionen darauf? „Die Leute bedanken sich bei mir und sind sichtlich glücklich darüber, dass wir da jetzt eine Lösung gefunden haben“, freut sich Mario Posch.

Mit einer Staffelung der Preise – acht Euro pro Tag für allein Anreisende, sechs Euro für Autos mit zwei Insassen und vier Euro für Autos mit mehr als zwei Personen – wurde der Anreiz gesetzt, in Fahrgemeinschaften anzureisen. „Da bringe ich dann in Summe genauso viele unter wie vorher“, sagt der gebürtige Tiroler, der derzeit auch überlegt, eine Ladestation für E-Autos anzubieten.

Auch Marie-Louise Schnurpfeil, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes (TVB) Pyhrn-Priel, ist froh über die rasche Lösung: „Die behördlichen Anordnungen für den Bereich der alten Straßenmeisterei haben uns sehr überrascht und kamen ohne jede Vorwarnung. Trotzdem ist es uns gelungen, in ganz kurzer Zeit eine ebenso unbürokratische wie ökologisch sinnvolle Lösung zu finden. Als Provisorium finde ich das für diesen Winter eine absolut akzeptable Lösung, die in den ersten Tagen auch schon sehr gut angenommen wurde.“

Gesamtkonzept gefragt

Diese Lösung der Parkplatz-Situation am Pyhrnpass gilt bis zum Ende der Wintersaison. Wie es danach weitergeht und wie die Thematik im nächsten Winter gehandhabt wird, ist noch unklar. Seit 2019 arbeite man an einem ganzheitlichen Skitourenlenkungskonzept, das nach der Finanzierungsfreigabe durch das Land Oberösterreich noch in diesem Jahr in die Umsetzung gehen soll, so Marie-Louise Schnurpfeil. Dabei gelte es, die Interessen und Anliegen von unterschiedlichen Parteien auf einen Nenner zu bringen. „Das ist nicht immer einfach – und wie man sieht, kann es dann auch noch passieren, dass die Bezirkshauptmannschaft aufgrund einer anonymen Anzeige plötzlich tätig wird und wir wieder von vorne anfangen müssen“, so die TVB-Geschäftsführerin.

Wintersaison 2022/23

Marie-Louise Schnurpfeil gibt sich dennoch zuversichtlich, dass zur Wintersaison 2022/23 eine dauerhafte Lösung und weitere Parkplätze zur Verfügung gestellt werden können. „Außerdem haben wir Gespräche mit den OÖVV und den ÖBB aufgenommen, mit dem Ziel, dass der Pyhrn-Pass im Winter künftig auch sehr viel häufiger öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein wird. Für uns ist das ein ganz wichtiger Teil unserer Tourengeherstrategie“, betont die TVB-Geschäftsführerin. Das nächste Treffen des Projektteams in Anwesenheit von Verkehrsplanern und Experten findet Anfang Februar statt.

Im Bereich Pyhrnpass-Hintersteineralm werden seit 10. Jänner bis 2. März Forstarbeiten durchgeführt. Die Straße in Richtung Hintersteineralm kann ungehindert begangen werden – es wird aber um Vorsicht geboten, da in den umliegenden Wäldern gearbeitet wird.

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