Heil werden und glücklich sein: Theologe Wilhelm Achleitner spricht über die Kraft der Religion
KIRCHDORF AN DER KREMS. Wir Menschen sind großartige Wesen: kreativ, erfindungsreich, lebenskundig, durchsetzungsstark, erfolgreich. Aber wir sind auch unvollständig, verletzbar, kränklich, einsam, hilflos und sterblich. Wie bringen wir das alles in einem glücklichen Leben unter? Wilhelm Achleitner, Theologe und ehemaliger Direktor des Bildungshauses Schloss Puchberg in Wels, hält dazu am 22. und 29. März einen Vortrag in Kirchdorf.

In der Gegenwart sind wir nicht nur der Pandemie ausgesetzt, sondern auch gefordert durch die Explosion des Wissens, durch die rasche Digitalisierung und die Globalisierung, die enorme Ausweitung unseres Horizonts. Das überfordert viele. Dazu kommt, dass uns die sozialen Medien mit der Vielfalt an Meinungen, mit Hass, Dummheit und mit Verschwörungsphantasien überschwemmen. Die politischen Spannungen sind hoch, es gibt wieder Krieg in Europa und der Klimawandel beginnt, uns auf das nächste große Problem aufmerksam zu machen. Und privat sind wir mit Problemen in Familie, in Beruf und mit Krankheiten befasst. Es ist ungemütlich auf Erden. Das Unbehagen dämpft die Empfindung von Beheimatung. Und für manche ist es zum Verzweifeln.
Mit der Religion haben wir Menschen noch eine andere Wirklichkeit zur Verfügung, die über das Irdische hinausreicht. Die Religion verankert uns in einem Vertrauen, dass es mit uns etwas Sinnvolles auf sich hat. Sie gibt uns Mut, neue Lebensmöglichkeiten zu suchen, nicht passiv in unrechten Verhältnissen zu bleiben. Sie tröstet uns, weil sie auf den guten Ausgang von allem hofft. Sie motiviert uns immerzu zum Guten, zur Nächstenliebe und zum Frieden. Religion verbindet uns miteinander und erfüllt unser Grundbedürfnis nach Zusammengehörigkeit und Kooperation.
Referent Wilhelm Achleitner Wels, Theologe, 1995-2018 Direktor des Bildungshauses Schloss Puchberg in Wels


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