19 von 23 Gemeinden im Bezirk Kirchdorf haben Zivilschutzbeauftragen
KIRCHDORF AN DER KREMS. OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner und Zivilschutz-Bezirksleiter Dieter Goppold berichteten im Zuge eines Pressegesprächs im Café Bachhalm in Kirchdorf an der Krems über die Struktur, Aufgaben und Pläne des oberösterreichischen Zivilschutzverbandes.

„Unwetter, Startregen, Waldbrand oder Vermurungen sind Themen, die uns im Bezirk Kirchdorf seit jeher geläufig sind. Mit der Ukraine-Krise und dem drohenden Gaslieferstopp kommen aber auch ganz andere Gefahren auf uns zu“, betont Dieter Goppold. Der ehemalige Bezirkshauptmann von Kirchdorf ist seit 2018 der ehrenamtliche Zivilschutzbeauftrage im Bezirk. „Die Anfragen im Zivilschutzbüro sind massiv gestiegen, die Ängste der Bürger spürbar. Deswegen ist es von Vorteil, dass es in den Bezirken jeweils eine zusätzliche Ansprechperson gibt, an die sich die Bürger und Gemeinden wenden können“, sagt OÖ Zivilschutz-Geschäftsführer Josef Lindner.
Arbeit des Zivilschutzverband ist von Ehrenamtlichen geprägt
Dieter Goppold ist als Bezirksleiter auch das Bindeglied zwischen den Behörden und Einsatzorganisationen vom Bezirk Kirchdorf mit dem Zivilschutz-Landesverband. Zudem koordiniert er die Arbeit der Zivilschutzbeauftragen. Ein solcher ehrenamtlicher Zivilschutzbeauftrage ist in jeder Gemeinde vorgesehen. „Im Bezirk Kirchdorf gibt es in 19 von 23 Gemeinden Zivilschutzbeauftrage. Wir hoffen, auch in den restlichen drei Gemeinden bald jemand zu finden“, berichtet Goppold. Die Funktionsperiode dieser Ehrenamtlichen ist an die Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen geknüpft – also auf sechs Jahre beschränkt. Am Dienstag nach Ostern gibt es eine Konferenz mit den ehrenamtlichen Zivilschutzbeauftragen der Gemeinden im Bezirk Kirchdorf.
Eigenvorsorge als Um und Auf
Ziel des OÖ Zivilschutzes ist, den Bürgern Gefahren aufzuzeigen und sie bei der Vorbereitung für einen krisenfesten Haushalt zu unterstützen. „Gibt es eine Katastrophe, koordiniert die Behörde. Wir als Zivilschutzverband zeigen auf, was die Bürger privat tun können, um sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten“, sagt Goppold. Denn: Das immer präsenter werdende Szenario eines Blackouts, also eines großflächigen, länger dauernden Stromausfalls, könne nur bewältigt werden, wenn die Bürger möglichst viel Eigenvorsorge getroffen haben. „Das bedeutet, dass man für mindestens zehn Tage autark leben können sollte, also das Haus nicht verlassen muss und keine fremde Hilfe braucht“, sagt Josef Lindner.
„Safety goes to school“ in Kirchdorfs Schulen
Diese Bewusstseinsbildung geschieht dabei auf vielfältige Weise. Zahlreiche Schulen aus dem Bezirk Kirchdorf haben beispielsweise im vergangenen Jahr am coronabedingten Ersatzprogramm „Safety goes to school“ teilgenommen. Schüler der dritten Klassen haben anstatt der Zivilschutz-Sicherheitsolympiade spielerisch die „Safety goes to school“-Spielebox gelöst. Dabei wurden Aufgaben und Tätigkeiten der Einsatzorganisationen, die Notrufnummern und Zivilschutz-Sirenensignale sowie das richtige Verhalten bei Gefahren und Notfällen geübt. Das Projekt „Saftey goes to school“ solle im Herbst fortgesetzt werden.
Blackout-Vorträge
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Vorträgen. Im vergangenen Jahr buchten die Gemeinden Grünburg und Pettenbach einen Blackout-Vortrag vom Zivilschutz. Ein solcher Vortrag ist als Präventionsmaßnahme im „Notfallplan Blackout“ vorgesehen. Die Gemeinden können sich auch bezüglich Notfallplan-Beratung an den OÖ Zivilschutz wenden. Im Bezirk Kirchdorf nehmen dieses Beratungsangebot bereite mehrere Gemeinden in Anspruch. Auch andere Organisationen buchen beim Zivilschutz Vorträge. So grab es im vergangenen Jahr bereits Vorträge für den Rotary Club Kirchdorf und in der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule Schlierbach.
Unterstützung bei der Gemeinden-Krisenkommunikation
Noch heuer wird der „Notfallplan Blackout“, eine etwa 250 Seiten umfassende Checkliste, an die Gemeinden übermittelt. Diese Unterlagen dienen dann als Grundlage zur Erstellung von gemeindeinternen Notfallplänen.
Weiter forciert werde auch das Zivilschutz-SMS. Mit der Zivilschutz-SMS erhalten all jene, die sich zuvor unter www.zivilschutz-ooe.at dafür kostenlos registriert haben, von ihrem Bürgermeister wichtige Benachrichtigungen bei Katastrophen und Notsituationen. Im Bezirk Kirchdorf nutzen derzeit neun Gemeinden das SMS-System. Mit den übrigen Gemeinden will Goppold Gespräche führen. „Wir sind überzeugt davon, dass die Zahl der Gemeinden, die das Zivilschutz-SMS nutzen, noch steigen wird. Gerade in Zeiten wie diesen wollen die Menschen von vertrauenswürdigen Quellen informiert werden“, ist Goppold überzeugt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden