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BEZIRK KIRCHDORF. Mit 1. April hat das neue Jagdjahr gestartet. Ob sich die Corona-Zeit auf die Abschusszahlen des vergangenen Jagdjahres auswirkten und welche Themen die Jägerschaft aktuell beschäftigt, weiß Bezirksjägermeister Franz Humpl aus Spital am Pyhrn.

  1 / 2   Die Schwarzwildpopulation steigt rasant. Negative Auswirkungen hat dies besonders auf die Landwirtschaft. (Foto: WildMedia/stock.adobe.com)

Auf Gesellschaftsjagden, gemeinsame Treffen, Informationsveranstaltungen oder Jagdleiterbesprechungen mussten die 1.301 aktiven Jäger des Bezirkes Kirchdorf in den vergangenen Jahren coronabedingt verzichten. Auch die alljährlichen Bezirksjägertage in Kirchdorf wurden sowohl 2021 als auch 2022 wegen der Corona-Pandemie abgesagt. „Das geht ziemlich ab. Hoffentlich können wir den Bezirksjägertag nächstes Jahr wieder durchführen. Das gesellschaftliche Miteinander und Austauschen gehört zur Jagd einfach dazu“, betont Bezirksjägermeister Franz Humpl.

Nichtsdestotrotz wurde der gesetzliche Auftrag, die von der Behörde vorgegebenen Abschusspläne einzuhalten und die Wildtierbestände zu regulieren, ebenso erfüllt wie die Versorgung der Wildtiere in Notzeiten.

Abschusspläne gut erfüllt

Im vergangenen Jagdjahr, das von 1. April 2021 bis 31. März 2022 ging, stehen im Bezirk Kirchdorf 1.370 Abschüsse beim Rotwild, 494 Abschüsse beim Gamswild und 6.013 Abschüsse beim Rehwild zu Buche. Beim Rotwild wurde der Abschussplan zu etwa 99 Prozent erfüllt, beim Gamswild zu 75 Prozent und beim Rehwild zu 97 Prozent. „Beim Rehwild waren wir immer schon gut dabei, aber so eine gute Erfüllung beim Rotwild ist wirklich sehr erfreulich. Da heißt es auch im neuen Jagdjahr: dranbleiben“, sagt Humpl.

Enorme Steigerung bei Schwarzwild-Abschüssen

„Regelrecht Explodiert sind die Abschusszahlen beim Schwarzwild“, erzählt der Spitaler. Während in den vergangenen Jahren im Durchschnitt etwa 40 Stück Schwarzwild (Wildschweine) erlegt wurden, sind die Abschüsse im Jagdjahr 2021/22 steil nach oben geklettert: Insgesamt wurden 126 Stück erlegt. „Die Schwarzwildpopulation hat sich stark ausgeweitet. Das ist in Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest sehr besorgniserregend. Je mehr Schwarzwild es gibt, desto höher ist die Gefahr, dass die Schweinepest zu uns kommt“, sagt der Bezirksjägermeister.

Fälle der Afrikanischen Schweinepest bereits in Deutschland und Italien nachgewiesen

Bereits 2020 traten in Deutschland erste Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf. Mittlerweile wurden Fälle von ASP auch in Italien nachgewiesen. Die Gefahr, die Tierseuche nach Österreich einzuschleppen, bleibe damit hoch. Die Afrikanische Schweinepest kann auch Hausschweine befallen. Für andere Tiere und Menschen ist die Seuche aber ungefährlich.

796 Feldhasen erlegt

Auch beim Feldhasen sind die Abschusszahlen stark gestiegen: Während im Jagdjahr 2020/21 421 Feldhasen erlegt wurden, standen heuer 796 Abschüsse zu Buche. „Das ist der Corona-Pandemie zuzuschreiben. Im ersten Coronajahr konnten wir die Treibjagden nicht wirklich durchführen“, erklärt Humpl. Der Bestand sei demnach nicht enorm gestiegen, sondern lediglich die Möglichkeit der Bejagung wieder gegeben gewesen.

Im Frühling auf Jungtiere Rücksicht nehmen

Als eines der aktuellen Themen nennt der Bezirksjägermeister den derzeitigen „BabyBoom“ in der Natur: Für viele heimische Wildtiere startete mit Frühlingsbeginn die Brut- und Setzzeit. Stockenten brüten und Wildschweine, Fuchs und Hase haben bereits ihre Jungen geboren. Wer jetzt in der Natur unterwegs ist und ein Jungtier entdeckt, sollte unbedingt Abstand halten und das Tier keinesfalls berühren, appelliert Humpl. Oft halten gerade die menschlichen Beobachter die Elterntiere davon ab, zu ihren Jungen zu gelangen.

Hunde an die Leine

Zum Schutz der Jungtiere sollten Hunde im Frühling nur an der Leine durch Waldgebiete und keinesfalls über Wiesen oder Felder laufen. Denn Geräusche, Bewegungen und Gerüche von Wildtieren wecken im Hund den Jagdinstinkt.

Bezirksjägermeister wünscht sich „gutes Miteinander“

Neben der Rücksichtnahme auf die Wildtiere und ihre Jungen wünscht sich der Bezirksjägermeister für das Jagdjahr 2022/23 vor allem „ein gutes Miteinander und dass wir die Jagd wieder in gesellschaftlicher Form ausüben können.“


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