Private Quartiergeber sind für die Flüchtlinge viel mehr als Vermieter

Susanne Winter, MA Tips Redaktion Susanne Winter, MA, 24.01.2023 17:25 Uhr

BEZIRK KIRCHDORF. Der Ukrainekrieg hat viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Einige davon sind im Bezirk Kirchdorf geblieben. Die Mitarbeiterinnen vom „Regionalen Kompetenzzentrum für Integration und Diversität“, kurz ReKI, Kirchdorf unterstützen die Gemeinden dabei, das Zusammenleben von Einheimischen und Menschen mit Migrationshintergrund aktiv zu gestalten.

Seit 2015 gibt es das ReKI der Caritas in Kirchdorf. Im Auftrag der Integrationsstelle des Landes OÖ. begleiten und stärken die Mitarbeiterinnen Tamara Geyer und Eva Seebacher Integrationsprozesse und Projekte in der Region. Zu ihren Aufgaben zählt auch die Organisation von Fachveranstaltungen sowie Bezirksvernetzungstreffen der Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Integrationsstelle und den Bezirkshauptmannschaften. „Wir verstehen uns als Infodrehscheibe, damit die Informationen konkret bei den Leuten landen, die sie brauchen und stehen auch im Austausch mit Kollegen anderer Beratungsstellen“, erzählt ReKI-Koordinatorin Tamara Geyer.

Austausch ist wichtig

Auch bezirksweite Freiwilligenvernetzungstreffen organisiert das Team vom ReKI Kirchdorf. Im Nationalparkzentrum Molln fand beispielsweise Mitte Jänner ein Austauschtreffen für private Quartiergeber von Vertriebenen aus der Ukraine statt. Solche Austauschtreffen sind laut Tamara Geyer wichtig, „sowohl, um sich über Erfahrungen, die teilweise sehr intensiv sind, auszutauschen und miteinander in Kontakt zukommen, als auch, um Wertschätzung für das Engagement zu zeigen und als Möglichkeit, Fragen zu stellen.“

Finanzielle Belastung steigt

Im Laufe des Austauschtreffens in Molln wurden zudem Herausforderungen diskutiert. Dazu zählt beispielsweise die finanzielle Belastung. „Mit den steigenden Energiekosten steigen auch die Kosten für die Unterkunftgeber“, erklärt Geyer und berichtet über weitere Hürden: „Das private Quartier sollte ursprünglich eigentlich nur eine Übergangslösung sein. Es ist jedoch sehr schwierig, leistbaren Wohnraum zu finden. Auch die Mobilität ukrainischer Geflüchteter ist ein Thema.“ So sei beispielsweise manchmal zwar ein Job vorhanden, aber es gebe keine Möglichkeit den Arbeitsplatz zu erreichen.

Zahl der Flüchtlinge sinkt

Derzeit sind 332 Ukrainer im Bezirk Kirchdorf gemeldet (Stichtag 20. Jänner 2023, Zentrales Melderegister). Zum Vergleich: Im Juni 2022 waren es etwa 380 Ukrainer, die Zahl ist also leicht rückläufig. „Viele gehen zurück in die Ukraine oder sind in größere Städte weitergezogen. Einige haben auch zu arbeiten begonnen und sich eine eigene Wohnung gesucht. Das sorgt dafür, dass auch die Quartiergebenden weniger werden“, berichtet Tamara Geyer.

Solidarität bewiesen

Doch was sind das für Menschen, die ihr Heim Fremden zur Verfügung stellen? „Sie sind sehr unterschiedlich. Es gibt Familien, Paare und Alleinstehende, Jüngere und Ältere – was jedoch alle gemeinsam haben ist, ihr großes Engagement. Das braucht es auch, denn es steckt viel mehr dahinter, als Vermieter zu sein. Die Quartiergebenden sind sehr unterstützend. Sie helfen bei Wohnungs- und Jobsuche, Deutschkursen und übernehmen Fahrdienste“, erzählt Tamara Geyer.

„Unsere Landsleute haben bei der Hilfe für die Ukrainer ihre große Solidarität bewiesen. Ein Dank gilt der Bevölkerung im Bezirk Kirchdorf. Es ist gemeinsam gelungen, den Vertriebenen so rasch und unkompliziert zu helfen“, bedankt sich Integrations-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).

Engagement der Gemeinden

Das Engagement der Gemeinden in puncto Integration sei, laut der ReKI-Koordinatorin, ganz unterschiedlich: „Manchen Gemeinden ist es ein großes Anliegen und sie sind sehr aktiv. Es gibt Schlüsselpersonen, die sich intensiver damit beschäftigen, wie das Zusammenleben konkret funktionieren kann. Die Stadt Kirchdorf hat beispielsweise den Integrationsbeirat, der schon lange daran arbeitet. Andere wiederum beschäftigen sich weniger mit diesem Thema. Es gibt jedoch viele Gemeinden, die ehrenamtliches Engagement sehr unterstützen.“

Weitere Treffen geplant

Auch für die privaten Quartiergebenden ukrainischer Vertriebener in den Gemeinden im Süden und Norden des Bezirks finden demnächst Austauschtreffen statt. Das ReKI Kirchdorf lädt am Montag, 30. Jänner, um 18 Uhr in den Gemeindesaal Windischgarsten ein (für private Quartiergebende aus der Pyhrn-Priel-Region) und am Montag, 6. Februar, um 18 Uhr in den Pfarrsaal Kremsmünster (für die privaten Quartiergebenden aus Kremsmünster, Nußbach, Pettenbach, Ried und Wartberg). Um Anmeldung per E-Mail an reki.kirchdorf@caritas-ooe.at oder unter einer der Telefonnummern 0676 8776 2327 (Tamara Geyer) beziehungsweise 0676 8776 8121 (Eva Seebacher) wird gebeten.

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