Julia Edtbauer gibt für ihren Traum am Downhillbike Vollgas
MOLLN. Die 16-jährige Julia Edtbauer aus Molln weiß, wohin sie ihr Weg am Downhillbike führen soll: nach ganz oben, zur Startlinie der Weltmeisterschaft. Vor Beginn der neuen Saison sprach die junge Sportlerin mit Tips über harte Trails, konsequente Trainings und das richtige Mindset für eine risikoreiche Leidenschaft.

Wenn das Gelände steiler, die Kurven enger und die Fahrt rasanter wird: dann fühlt sich Julia Edtbauer so richtig wohl. Mit ihrem Downhillbike donnert die 16-Jährige seit mittlerweile zwei Jahren leidenschaftlich gerne über Stock und Stein ins Tal hinab. Je schneller, desto besser. „Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag über nichts anderes machen als biken“, erzählt Julia lachend. Ob das immer schon so war? „Rad fahren mochte ich als Kind eigentlich überhaupt nicht. Aber nach langer Zeit beim Geräteturnen wollte ich etwas Neues ausprobieren. Durch einen Freund bin ich dann zum Downhillen gekommen – und war sofort begeistert“, erzählt die 16-Jährige.
Downhill: Die rasante Abfahrt im Gelände
Downhill-Mountainbiken ist eine Variante des Radsports, bei dem Abfahrtsstrecken in möglichst kurzer Zeit bewältigt werden. Anders als zum klassischen Mountainbiken steht also nicht das Fahren von A nach B, bergauf- und bergab, im Vordergrund, sondern die Bergabfahrt in gröbstem Gelände – bei sehr hohem Tempo. Nicht selten krachen die Top-Athleten mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde auf unwegsamen Trails ins Tal.
Sieg beim Europacup im Bikepark Semmering
Lange dauerte es nicht, bis Julia den Top-Athleten nacheiferte – und mit ihrem Downhillbike an die Startlinien nationaler und internationaler Bewerbe fuhr. „Ich wollte von Anfang an Rennen fahren. Beim Start zu stehen und zu wissen: Die nächsten drei bis sechs Minuten heißt es alles oder nichts: Das ist einfach ein irres Gefühl“, erzählt die Mollnerin. Diese Alles-oder-nichts-Einstellung brachte sie schon auf mehrere Podestplätze: Im Sommer 2022 holte sie sich beispielsweise in der Klasse „“Pro U17 female“ den ersten Platz beim iXS European Downhill Cup am Semmering, beim Crankworx Innsbruck schnappte sie sich die Bronze-Medaille.
„Ich lag den ganzen Sommer über im Krankenhaus“
Dass das Downhill-Mountainbiken als gefährlich und risikoreich eingestuft wird, hält Julia Edtbauer nicht davon ab, ihre Leidenschaft auszuleben – obwohl sie schon selbst erfahren musste, wie fatal Stürze ausgehen können. „2022 bin ich im Juli auf einem Trail böse gestürzt. Dabei wurde eine Arterie verletzt und ich musste auf die Intensivstation“, erinnert sich Julia zurück. Ihre zweite Downhill-Saison war damit vorzeitig beendet, der Fokus auf die Genesung gelegt. „Die Ärzte meinten zu mir, dass ich vielleicht gar keinen Sport mehr machen kann“, erzählt sie. Ende September wurde sie zum letzten Mal operiert. Im Oktober saß sie wieder am Bike. „Dass ich mit dem Downhillen aufhöre, kam für mich nie in Frage. Die Verletzung und Pause hat viel eher meinen Ehrgeiz noch weiter angekurbelt“, sagt Julia.
Weltmeisterschaft vor Augen
Rund drei Stunden täglich trainiert Julia, immer mit ihrem großen Traum vor Augen: Der Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Neben ihrer Lehre als Fahrradmechatronikerin in Bad Hall füllen die vielen Trainings ihre Wochen komplett aus. Denn mit ihrem 17. Geburtstag am 21. März steigt sie eine Altersklasse auf: Heuer, in ihrer dritten Saison, fährt die Mollnerin bei den Junioren mit. „Da ist die Konkurrenz stark. Und auch die trainieren vollgas“, sagt Julia. Ihr nächster Termin am Rennkalender sind die Downhill-Staatsmeisterschaften. Dort will sie Erfahrung und Punkte für den Weltcup und die Weltmeisterschaft sammeln. „Downhillen ist ein intensiver Sport, der einem viel abverlangt. Aber ich bin aktuell so fit wie nie, und ich freue mich extrem auf die Saison.“


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