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Weihnachten in einem fernen Land: Missionare erzählen wie sie ihre Feiertage verbringen

Susanne Winter, MA, 19.12.2023 19:12

PETTENBACH/WINDISCHGARSTEN. Missionare aus Oberösterreich wirken in 23 Ländern der Erde. Unter ihnen sind Martin Mayr aus Windischgarsten in Brasilien (Südamerika) und Marienschwester Edith Staudinger aus Pettenbach in Uganda (Afrika). Tips erkundigte sich über deren Tätigkeit und wie sie im jeweiligen Land Weihnachten feiern.

Schwester Edith Staudinger (Mitte) und zwei Mitschwestern in Uganda (Foto: privat)
  1 / 8   Schwester Edith Staudinger (Mitte) und zwei Mitschwestern in Uganda (Foto: privat)

Fern von der Heimat, aber ganz nahe bei den Menschen, setzen sich Missionare nach ihrem christlichen Glauben für Hilfsbedürftige ein. Andreas Reumayr, Leiter der Missionsstelle der Diözese Linz, erklärt: „Missionare sind in erster Linie Menschen, die da sind. Sie sind Seelsorger, die mit den Menschen Seite an Seite leben und oft wichtige Ansprechpersonen im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich. Der Not, der Missionare tagtäglich begegnen, möchten sie mit verschiedenen Hilfen begegnen. Die Missionsstelle unterstützt sie dabei.“

Zum Diakon geweiht

Ein sehr engagierter Missionar ist Martin Mayr. 1991 kam er als Entwicklungshelfer nach Brasilien. „Als Missionar habe ich mich nicht gefühlt, eher als Missionierter“, erzählt der gebürtige Windischgarstner: „2002 wurde ich vom damaligen Bischof von Barreiras zum Diakon geweiht. Als solcher bin ich in die Reihen der oberösterreichischen Missionare aufgenommen worden. Heute ist mir das Auftrag und Ansporn.“

Kleinbauern unterstützt

Seine Aufgaben liegen in der Land- und Gefangenen-Pastoral. „Ich bin viel im Hinterland unserer Diözese unterwegs, besonders im Natur- und Lebensraum Cerrado, wo ich gemeinsam mit den Kollegen der Entwicklungs-Organisation 10envolvimento eingesessene Kleinbauern-Gemeinschaften unterstütze, die vom großen Agrobusiness bedrängt werden“, erzählt Martin Mayr. Der Diakon ist nicht nur mit Büro-Arbeit beschäftigt, sondern besucht auch Versammlungen mit Behörden, das Gericht und die Regierungs-Vertretungen.

Gespräche mit Gästen

Für die Menschen vor Ort setzt sich auch Schwester Edith Staudinger ein. Sie ist seit 2003, mit einer Unterbrechung von vier Jahren, Missionarin in Uganda (Afrika). In der Diözese Kiyinda Mityana haben die Marienschwestern vom Karmel ihre Niederlassung. Die gebürtige Pettenbacherin arbeitet im diözesanen Bildungshaus Mizigo. „Vor allem sind mir die Gästezimmer anvertraut. Da gibt es auch viel Möglichkeit, mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Manche vertrauen mir ihre Nöte an und es kommt auch zu tiefgreifenden religiösen Gesprächen“, erzählt Edith Staudinger, die noch bis 2025 in Uganda bleiben möchte.

Gelebte Spiritualität

Im Alltag versuchen die Marienschwestern vom Karmel, ihrer Spiritualität treu zu bleiben. „Wir bewahren den Rhythmus von Gebet- und Arbeitszeit, wann immer es möglich ist“, sagt die Missionarin. Das heißt für die Schwestern früh aufstehen, denn um 5.50 Uhr ist Abfahrt zur drei Kilometer entfernten Kapelle der Deutschen Karmelitanischen Mitschwestern. „Wir halten dort eine halbe Stunde Morgenbetrachtung, dann beten wir gemeinsam mit den Karmelitinnen das Morgenlob. Anschließend feiern wir die Heilige Messe“, erzählt Edith Staudinger. Ein gutes Frühstück – mit selbst geerntetem und geröstetem Kaffee, selbst gebackenem Brot mit Avocado und Milch von den eigenen Kühen – wartet im Anschluss auf die Schwestern. Untertags widmet sich jeder seinen Aufgabenbereichen, mittags und abends wird wieder gebetet.

Früchte im Advent in Brasilien

In die Adventzeit in Brasilien fällt das Fest der populären Heiligen Luzia am 13. Dezember. „Sie sorgt für gesunde Augen und gute Sicht“, erklärt Martin Mayr: „In den neun Tagen vor dem 25. Dezember werden in den Häusern Novenen gebetet, für die die brasilianische Bischofskonferenz Behelfe bereitstellt, mit aktuellen Bezügen und sehr familienfreundlich. Ich mag es, dass im Advent die Pequi-Früchte auftauchen. Man liebt ihren etwas ranzigen Geschmack, oder man verschmäht ihn. Ich gehöre zu Ersteren.“

Heiliger Abend unterm Mangobaum

Martin Mayr feiert mit seiner Familie den Heiligen Abend unterm Mangobaum. „Wir hören das Weihnachtsevangelium, erinnern uns an unsere Angehörigen, die weit weg oder schon gestorben sind und dann essen wir feierlich – meist ein gebratenes Federvieh“, erzählt der Missionar und berichtet, dass die Weihnachtsmette dort „Missa do Galo“ genannt wird, also „Messe des Hahns“. „Ich gesteh, dass ich bis heute nicht weiß warum“, sagt Mayr, der „so lang Gott das will“ in Brasilien bleiben möchte.

Weihnachten in Uganda

Besonders ist auch Weihnachten in Uganda, denn es wird in der heißesten und trockensten Zeit gefeiert. Die Krippe ist den Einheimischen sehr wichtig. Sie wird aus Naturmaterialien gefertigt.

Geschenke sind weniger wichtig, mehr Wert wird auf ein gutes Essen gelegt. „Auf dem Land treffen sich die Verwandten. Das gemütliche Beisammensein kann oft eine Woche dauern. Es wird schon Monate lang gespart, dass sich diese Menschen etwas Gutes zum Essen leisten können“, erzählt Schwester Edith Staudinger: „Zudem bekommt jedes Kind eine Limonade. Ansonsten sagen sie, es war nicht Weihnachten. Diese bittere Armut so vieler Menschen ist auch etwas, das sich gerade zu Weihnachten schwer auf das Gemüt legen kann.“


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