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"Muhkuhfani", die Instagram-Influencerin vom Bauernhof

Sophie Kepplinger, BA, 05.03.2024 19:01

MOLLN. Unter dem Namen „Muhkuhfani“ teilt Franziska Rußmann auf der Foto- und Videoplattform Instagram Einblicke in ihre Arbeit am Bio-Erlebnishof Rohrauer in Molln. Tips hat die „Farmfluencerin“ in der Mollner Breitenau besucht und bei der Content-Produktion im Kuhstall begleitet.

  1 / 4   Franziska Rußmann teilt auf Instagram Fotos und Videos von ihrem Alltag am Bio-Erlebnishof Rohrauer in Molln. (Foto: Sophie Kepplinger)

Das Handy steht gut platziert am Heuballen, Franziska Rußmann direkt vor der Kamera und die Milchkühe hinter ihr wie bestellte Laiendarsteller. „Videos, auf denen ich zu sehen bin, werden tendenziell häufiger angeklickt“, erklärt Franziska Rußmann und lacht.

Einblicke in den Bauernhof-Alltag

Vor nicht ganz einem Jahr hat die 26-Jährige begonnen, auf der Social-Media-Plattform Instagram Fotos und Videos zu teilen. Unter dem Namen „Muhkuhfani“ zeigt sie dort Ausschnitte ihrer Arbeit als Junglandwirtin am Bio-Erlebnishof Rohrauer in Molln, dem Betrieb ihres Freunds Lukas. Da sind dann etwa Aufnahmen von verspielten Kälbern, verschmusten Katzen, der täglichen Stallarbeit, aber auch Infoposts zum Thema Milchpreis oder Tierwohl zu sehen. „Ich poste grundsätzlich immer gerade das, was mich beschäftigt. Das hängt dann stark von der anstehenden Arbeit am Hof, der Jahreszeit oder auch meiner Stimmung ab“, erzählt sie.

Mit Handy und Heugabel

Dass Franziska Rußmann heute mit Handy und Heugabel im Stall steht, habe sie zum Großteil ihren Arbeitskollegen im Softwareunternehmen BMD in Steyr zu verdanken. „Die waren immer sehr interessiert, wie der Alltag auf einem kleinen Hof im Nebenerwerb aussieht und haben mich auf die Idee gebracht, öffentlich davon zu erzählen“, erinnert sich Franziska Rußmann. Den passenden Namen hat sich die 26-Jährige dann von ihrer Lieblingskuh ausgeliehen. „300 Follower waren anfangs dabei, bis ein Video über unseren Mistplatz-Umbau, auf dem ich auch erstmals selber vor der Kamera zu sehen war, schlagartig mehr als 50.000 Menschen erreichte und hunderte neue Follower brachte“, erzählt sie.

Mehr als 1.400 Follower

Mittlerweile hat „Muhkuhfani“ mehr als 1.400 Follower. Mehr als 1.400 Personen also, die regelmäßig Franziska Rußmanns Leben – oder was sie davon online teilt – mitverfolgen. „Es ist schon ein sehr eigenartiges Gefühl und vorstellen kann ich es mir noch immer nicht wirklich“, sagt sie, „aber es macht nach wie vor unheimlich viel Spaß.“

Die „Farmlife“-Bubble

Ein Großteil ihrer Follower – das zeigt Instagram der Mollnerin in einer Statistik – sind junge Erwachsene, überwiegend männlich, aus Österreich und Deutschland. Viele davon sind selbst Landwirte. Ihr Ziel sei es nun, Personen außerhalb dieser „Farmlife“-Bubble zu erreichen; also zu jenen Instagram-Nutzern vorzudringen, die kaum bis gar keine Berührungspunkte mit der Landwirtschaft haben.

„Social Media bietet extrem viel Potenzial, um die Werte der heimischen Biolandwirtschaft aufzuzeigen“, so die 26-Jährige. Dies gelinge eben mit verspielten Tiervideos, leicht verständlichen Infoposts und Einblicken in die Arbeit am Hof am besten. Als Selbstdarstellerin sehe sie sich dabei aber nicht: „Es steht das landwirtschaftliche Storytelling im Vordergrund, nicht ich als Franziska Rußmann – sondern als Muhkuhfani.“ Wie sich das auf ihre Bildschirmzeit auswirkt? „Das behalte ich lieber für mich“, sagt sie lachend.


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