Nußbacher Familie brennt edle Tröpfchen aus vollreifem Obst
NUSSBACH. Die rund 120 Bäume der Familie Peterseil in Nußbach setzen derzeit erste Früchte an. Es ist noch ruhig am Hof, vulgo Gmach. Hochsaison ist im Herbst, wenn das Obst händisch gesammelt und eingemaischt wird. Jährlich erzeugen die Verschlussbrenner 600 bis 700 Liter hundertprozentigen Alkohol.

Neben Zuchtschweinen, Forellen und Bauernkrapfen, ist die Erzeugung von Edelbränden und Likören einer von vier Betriebszweigen der Familie Peterseil in Nußbach. Günther Peterseil erlernte das Schnapsbrennen von seinem Opa und Papa. Vor rund 40 Jahren begannen seine Eltern mit der Direktvermarktung beim Bauernmarkt.
Für die Erzeugung wird nur Obst der eigenen rund 120 Bäume und aus der Region verwendet. Lediglich die Marillen stammen aus dem Burgenland. Birgit und Günther Peterseil erzeugen rund 20 verschiedene Sorten Edelbrände und Liköre. Nussgeist sowie Marillen- und Birnenbrand sind am beliebtesten.
Vollreifes Obst gesammelt
Der Weg zum edlen Brand beginnt beim Einsammeln von ausschließlich vollreifen und gesunden Früchten. „Besonders die alten Bäume sind für uns sehr wertvoll, weil sie oft sehr ertragreich sind“, sagt Birgit Peterseil. Das Obst werde händisch gesammelt, „weil man dabei schon gut aussortieren kann. Denn nur gutes, sauberes Obst wird verwendet“, erklärt die 41-Jährige.
Mittellauf ist der Edelbrand
Das Obst wird gewaschen, zerkleinert und mit Hefe eingemaischt. Dies dient dem sofortigen Start des Gärprozesses, der den Zucker der Früchte in Alkohol verwandelt. Nach der Vergärung, die je nach Außentemperatur circa drei Wochen dauert, erfolgt der Brennvorgang. Die mit Holz geheizte Kolonnen-Brennerei besitzt 150 Liter Fassungsvermögen. Im Wasserbad werden die edlen Tropfen schonend destilliert. Bei heißem Kessel dauert der Brennvorgang circa ein bis eineinhalb Stunden. Durch die Erhitzung verdunstet der Alkohol bei 75 Grad Celsius, dann wird er abgekühlt und verflüssigt. Der Vorgang wird in der Kolonne ein- bis dreimal wiederholt. Zum Schluss erhält man flüssiges Destillat. „Von den 150 Litern sind rund ein bis eineinhalb Prozent Vorlauf. Dieser schmeckt nicht gut“, erklärt Günther Peterseil: „Der Mittellauf ist das Herzstück, das für den Edelbrand verwendet wird. Der Nachlauf wird oft zum Ansetzen von Likör verwendet.“
Zwei bis sieben Jahre Reifung
Der hochprozentige Brand wird zwei bis sieben Jahre gelagert. „Diese Zeit braucht er, um in Ruhe zu reifen“, erklärt Günther Peterseil. Erst dann wird er auf Trinkstärke (40 Volumsprozent) eingestellt, abgefüllt und die Flaschen etikettiert.
Die Verschlussbrenner brennen 600 bis 700 Liter hundertprozentigen Alkohol pro Jahr, inklusive Lohnbrand für andere. Je nach anfallenden eigenen Früchten am Hof, werden dann auch noch Liköre angesetzt. Die optimale Trinktemperatur ist übrigens Zimmertemperatur. „Da kommen die Aromen am besten heraus“, weiß der 49-Jährige Schnapsbrenner.
Erhältlich sind die Produkte ab Hof nach telefonischer Vereinbarung sowie bei den Bauernmärkten Schlierbach und Bad Hall. Interessierte können die Brennerei auch besichtigen.


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