Unterstützung auf vier Pfoten: 137 Hunde im Dienst der Jagd
BEZIRK KIRCHDORF. Rehe setzen ihre Kitze mehrheitlich in den Monaten Mai und Juni – genau zur Zeit der Mahd. Das Verstecken im hohen Gras kann für die Kleinen tödlich enden, wenn sie ins Mähwerk geraten. Neben dem Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkamera leisten auch Jagdhunde einen Beitrag zur Rettung der Kitze und nicht nur das: Sie unterstützen die Jäger in vielerlei Hinsicht.

Die klassische Methode zur Kitzrettung vor der Mahd ist das Durchgehen der zu mähenden Wiese. Doch das ist oft zeitaufwendig und nicht immer erfolgreich. „Sehr junge Rehkitze lassen sich oft nicht vertreiben und drücken sich ins Gras“, weiß Jasmin Schinko. Die Jägerin ist seit 2019 Bezirkshundereferentin und berichtet: „Bessere Erfolge erzielt man durch das Absuchen mit einem erfahrenen Jagdhund. Der sicherste Weg ist jedoch, ohne Zweifel, das Abfliegen des Feldes mit einer Drohne mit integrierter Wärmebildkamera.“
Die Kremsmünsterin ist seit 17 Jahren Jägerin bei der Genossenschaftsjagd links der Krems und weiß, wie wichtig Hunde für die Ausübung einer waid- und tierschutzgerechten Jagd sind. „Ohne Hund ist die Jagd, meines Erachtens, unmöglich. Das OÖ Jagdgesetz schreibt sogar vor, dass für ein jedes Jagdgebiet der Jagdausübungsberechtigte eine gewisse Anzahl an brauchbaren Hunden zu halten hat. Jagdlich brauchbar ist der Hund dann, wenn er gewisse vorgeschriebene Prüfungen bestanden hat“, erklärt die 49-Jährige.
Als Bezirkshundereferentin verwaltet sie die Hunde und nimmt die Prüfungen ab. Im Bezirk Kirchdorf gibt es aktuell 137 gemeldete Jagdhunde, davon befinden sich 22 in Ausbildung. Sie verteilen sich auf 23 Rassen.
Aufgaben eines Jagdhundes
Die Aufgaben eines Jagdhundes werden in zwei Bereiche geteilt. Einerseits unterstützen die Hunde beim Suchen, Finden und Hochmachen des Wildes, damit der Jäger einen gezielten Schuss anbringen kann. Andererseits suchen sie nach dem Schuss das Wild und bringen es. „Beides verlangt Spezialisten und ist auch gebietsabhängig“, weiß Jasmin Schinko und informiert: „Der nördliche Teil unseres Bezirkes, das heißt das hügelige Alpenvorland, wird wegen des Niederwildbestandes – Hasen, Fasanen und Enten – mit Vorstehhunderassen wie Deutsch Drahthaar, Kleinen Münsterländern und Deutsch Kurzhaar bejagt. Diese zeigen dem Jäger durch das Verharren in ihrer Bewegung, also Vorstehen, entdecktes Wild an. Ein zusätzliches Aufgabengebiet ist die Suche des Rehwildes nach dem Schuss. In den südlichen, gebirgigeren Gemeinden verwendet man die kleineren und wendigeren Schweißhunde und Bracken zur weiträumigen Nachsuche und dem Stellen von verletztem Gams- oder Hochwild.“ Deshalb sei ein Jagdhund vor allem im Gebirge sehr wichtig. Die Nachsuche auf krankes oder abgestürztes Wild erstrecke sich oft über mehrere Kilometer. Ein Mensch alleine würde das Stück nie auffinden.
Zeitintensive Ausbildung
Einen Hund zu einem verlässlichen Jagdhund auszubilden verlangt viel Geduld, Disziplin und Konsequenz. „Insgesamt sollte man mit rund zwei Jahren rechnen. Begonnen wird bereits im Welpenalter. Durch tägliche Arbeit am Grundgehorsam lenkt man den angeborenen Jagdtrieb in die richtigen Bahnen. So weiß der versierte Jagdhund, wann er etwa einen angeschossenen oder verletzten Hasen jagen darf und wann nicht“, erklärt Schinko. „Die Jagd mit einem Hund ist ein ständiges Zusammenspiel und in den Jahren dieser Zusammenarbeit lernt man, den anderen zu lesen.“
Für Jasmin Schinko gibt es jedenfalls nichts Schöneres, als mit ihrem Jagdhund Juri, einem Kleinen Münsterländer und ihrem „besten Freund“, im Revier auf der Jagd zu sein: „Für mich ist mein Jagdhund ein Familienmitglied mit einem Job.“


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