Ernte im Jahr der Wetterextreme: Bezirk Kirchdorf großteils verschont geblieben
BEZIRK KIRCHDORF. Auch wenn Frost, Hagel, Sturm und Starkregen die höchste Aufmerksamkeit unter den Wetterextremen erlangen, so war in Oberösterreich 2024 die brütende Hitze und langanhaltende Trockenheit für 75 Prozent der Schäden in der Landwirtschaft verantwortlich. Dank des guten Wasserhaltevermögens der schweren Böden, konnte die Hitzephase im Bezirk Kirchdorf allerdings relativ gut überstanden werden.

Sowohl die Frostschäden im April, als auch die Hochwasserschäden im September hielten sich im Bezirk Kirchdorf in Grenzen. Die Hagelsaison startete im Vergleich zu den vergangenen Jahren, wo Hagelunwetter mit Starkregen und Sturm bereits oftmals Anfang Mai die Ernte vernichteten, heuer verhältnismäßig spät. Erst im Juli entstanden erste Hagelschäden.
Dürre ist in Oberösterreich Schadensursache Nummer eins
Oberösterreich war heuer witterungsmäßig von Juli bis Mitte September zweigeteilt. Während Hagelunwetter und starke Sturmböen insbesondere im Westen und Süden punktuell Totalschäden an allen Ackerkulturen und dem Grünland verursachten, machte sich im Juli und August im Norden und Osten die Dürre immer mehr bemerkbar. Insbesondere betroffen sind die Gebiete Eferding, Wels ostwärts und das Mühlviertel, wo es im Zeitraum von sechs Wochen Niederschlagsdefizite von bis weit über 90 Prozent gab. Dadurch kam es zu Schäden bei Grünland, Mais und Sojabohnen, nach ersten Erhebungen betragen diese bereits 25 Millionen Euro (Stand: 15. Oktober).
Durchschnittliche Erträge im Bezirk Kirchdorf
„Nach Frostschäden im Erwerbsobstbau zu Vegetationsbeginn und nassen Bodenverhältnissen im Ackerbau führte die Hitzewelle im August vor allem im Zentralraum zu deutlich unterdurchschnittlichen Erträgen. Die Region Kirchdorf und Steyr fuhr sehr bescheidene Gerstenerträge ein, die circa 20 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt lagen. Die starken Niederschläge im Dezember 2023 mit circa 220 Millimeter und die immer wieder lang anhaltenden nassen und kühlen Phasen verursachten dies. Auch die Weizenerträge erwiesen sich als eher unterdurchschnittlich. Der Winterraps überraschte positiv durch den deutlich geringeren Insektendruck, das heißt, weniger Rapsglanzkäfer“, berichtet Gerhard Gebeshuber, Bezirksbauernkammer-Obmann Stellvertreter Bezirk Kirchdorf.
Laut dem Nußbacher Landwirt, konnte die Region, dank des guten Wasserhaltevermögens der schweren Böden, die Hitzephase relativ gut überstehen. „Wenngleich im Zentralraum viele Dürreschäden und Ertragseinbußen bei Soja, Zuckerrüben und teilweise Mais zu verzeichnen waren, brachte Sojabohne und Mais in unserer Region sehr gute Erträge. Auch im Grünlandbereich konnte man sich über mehr als überdurchschnittliche Erträge bis zur Hitzeperiode freuen, die Ende August einen massiven Mengenabfall brachte. Fazit: Ein trotz vieler Wetterextreme ertraglich betrachtet zufriedenstellendes Jahr mit mäßigen Erzeugerpreisen“, resümiert Gebeshuber.
Der Klimawandel trifft die Landwirtschaft am härtesten
„Wir müssen Maßnahmen treffen, um den Klimawandel und in Folge die an Häufigkeit und Intensität zunehmenden Wetterextreme zu bremsen. Zur Absicherung des Agrarstandortes gehören aber auch Maßnahmen, um den Bodenverbrauch zu bremsen. Andernfalls gefährden wir die Zukunft einer starken und regionalen Landwirtschaft und damit auch die heimische Lebensmittelversorgung“, betont Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger.


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