Leserbrief: "Der Tod gehört zu unser aller Leben"
MOLLN. Monika Ebner aus Molln teilt in ihrem Leserbrief ihre Gedanken zur Aufbahrung des Sarges des verstorbenen Altbürgermeisters Hans Krennmayr ohne die in Molln übliche Glasvitrine.

„Überaus gefreut habe ich mich, als ich den Sarg unseres verstorbenen Altbürgermeisters Hans Krennmayr aufgebahrt in unserer Leichenhalle sah – als ich sah, dass der Sarg mit einem wunderschönen Sarggesteck frei dastand – ganz ohne der in Molln üblichen Glasvitrine darüber. Ich habe mich insofern sehr gefreut, als in Molln jeder Sarg noch zusätzlich in einer Kühlvitrine in der Leichenhalle aufgestellt ist, sodass man keinen Zugang zum tatsächlichen Sarg mehr haben kann, egal ob Sommer oder Winter (Hans Krennmayr war zum Zeitpunkt des Begräbnisses doch schon einige Zeit tot und trotzdem war das möglich!). Mit der Aufbahrung eines Sarges in der Glasvitrine wird der Tod aus meiner Sicht noch mehr aus unserem Leben weggesperrt. Der Tod gehört aber zu unser aller Leben. Je mehr Distanz zum toten Menschen geschaffen wird, desto mehr verlieren wir den Bezug zum Tod. Ich wünsche mir in Molln auch für andere Verstorbene bzw. Trauernde die Möglichkeit, den Sarg wie er ist aufbahren zu können – ohne der Glasvitrine, so wie es in den umliegenden Gemeinden üblich ist.“
von Monika Ebner, Molln


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