Zwei Zentren, eine Gemeinde: Ortskern-Check in Grünburg
GRÜNBURG/LEONSTEIN. Ein Ortskern-Check führte jüngst in die Gemeinde Grünburg. Mit Untergrünburg und Leonstein weist die Steyrtal-Gemeinde gleich zwei Ortszentren auf – mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen.

Der Grünburger Vizebürgermeister Willibald Ebner (ÖVP) begrüßte Roland Gruber und Christof Isopp, die Experten von nonconform, sowie Felix Fößleitner von der LEADER-Region Nationalpark Kalkalpen und Sabrina Popp vom Regionalmanagement Oberösterreich zum Ortskern-Check in der Gemeinde. Dieser bildete – gemeinsam mit entsprechenden Terminen in Windischgarsten und Weyer – den Abschluss des mehrjährigen LEADER-Projekts „Demografie und Ortskernentwicklung“.
Architekt und Kulturmanager Roland Gruber sieht in der Gemeinde sogar gleich zwei Ortszentren: „In Untergrünburg, das einen stärker kleinstädtischen Charakter aufweist, stehen vor allem Leerstands-, Nutzungs- und Gestaltungsstrategien im Fokus“, so der Mitbegründer der Ideenwerkstatt nonconform, die sich auf die Weiterentwicklung von Ortskernen und Stadtquartieren spezialisiert hat. „Das Zentrum von Leonstein wiederum ist ländlich geprägt. Hier geht es darum, eine lebendige Mitte zu schaffen und dafür mehrere Funktionen an einem Punkt zu verknüpfen.“
Platz mit Atmosphäre
Für Atmosphäre sorgt die Ausrichtung des Zentrums von Untergrünburg an einer Geländekante mit Blick auf die Steyr und auf den gegenüberliegenden Ortskern von Steinbach an der Steyr. „Räumlich zentral ist dabei der Vorbereich des Spar-Marktes, der zurzeit vor allem als Parkfläche genutzt wird.“
Ansprechender ließe sich dieser mithilfe von Lichtinszenierung und Möblierung gestalten. „Erste Gestaltungsimpulse dafür könnte ein Uniprojekt liefern“, meint Fößleitner.
Der Ort um die Wiese
Im Zentrum von Leonstein findet sich eine große Wiese, um die sich Gebäude mit öffentlicher Funktion wie die Kirche, der Pfarrhof oder eine ehemalige Bankfiliale, in der ein Bankomat steht, gruppieren. Isopp: „In den derzeit ungenutzten Gebäuden könnten Büro-, Handels- und Wohnflächen entstehen. Dabei geht es nicht darum, die leere Mitte aufzufüllen, Dichte ist entscheidender als Masse.“ Zur Ideenfindung wurde eine „Ortskern-Werkstatt“ gemeinsam mit interessierten Bürgern angeregt.
„Lebendige Ortszentren sind auch künftig unverzichtbar für den ländlichen Raum“, sagt Christian Dörfel, der Obmann der LEADER-Region Nationalpark Kalkalpen. Ein im Rahmen eines LEADER-Projekts entwickelter „Leitfaden zur Ortskernentwicklung“ liefert den Gemeinden das nötige Werkzeug für eine nachhaltige Weiterentwicklung ihrer Ortszentren an die Hand.


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