Border Collie Cooper stirbt wegen fataler Verwechslung von Jäger
PETTENBACH. Weil er den frei laufenden Hund für einen Fuchs hielt, drückte ein betagter Jäger ab und tötete den vierjährigen Border Collie Cooper. Besitzer Fabian Pritz ist verzweifelt.
„Ich begreife immer noch nicht, dass mein Hund weg ist und nie mehr zurückkommt. Er war mehr als nur ein Hund für mich, er war mein bester Freund, mein Therapeut, mein Ein und Alles“, erzählt Fabian Pritz. Der 30-Jährige wollte seinen Cooper heuer zum Therapiehund ausbilden. „Weil er so viel Gefühl für alle Menschen mitbrachte.“
Der Border Collie hatte es nicht leicht, musste im Alter von einem Jahr von seiner damaligen Familie weg, weil er nicht mehr in deren Leben passte. „Bei uns bekam er dann einen Lebensplatz, leider nur für drei Jahre“, so Pritz.
Wanderung zur Seisenburg
Zwischen Weihnachten und Silvester ereignete sich der folgenschwere Zwischenfall. Der Pettenbacher war am Samstagnachmittag in der Gegend der Seisenburg mit seinem Vierbeiner wandern. „Wir haben oben noch Fotos gemacht, sind dann weiter Richtung Pernecker Kogel“, erzählt Pritz. Anfangs entlang des Wanderweges, dann entlang der Forststraße, weil der Wanderweg zu steil war.
Etwa 50 bis 75 Meter vor einem Hochstand war ein Auto geparkt. „Cooper wollte daran schnüffeln, deshalb habe ich ihn abgerufen. Das hätte der Jäger meiner Meinung nach hören müssen. Oder zumindest unsere Schritte im Schnee, die aufgrund der Ruhe im Wald gut zu hören waren“, erinnert sich der Hundebesitzer.
Plötzlich fällt ein Schuss
Cooper befand sich einige Meter vor seinem Herrchen, als sich die beiden dem Hochstand näherten. Plötzlich fiel ein Schuss. Pritz dachte an einen Warnschuss, da er seinen Hund nicht an der Leine hatte. „Ich habe noch zum Jäger hochgerufen: 'Du hast aber jetzt nicht meinen Hund erschossen?' Er erwiderte jedoch ganz nüchtern und gelassen: 'Doch das habe ich, ich habe ihn mit einem Fuchs verwechselt.'“
Ermittlungen laufen
Nach einer emotionalen Diskussion mit dem Jäger trug der 30-Jährige seinen toten Hund Richtung Gasthaus Beer. Seine Mutter kam ihm mit dem Auto entgegen. „Wir sind dann nach Hause gefahren, um uns in Ruhe von Cooper verabschieden zu können.“
Die Familie Pritz erstattete Anzeige bei der Polizei wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung, in der Tierklinik wurde ein Röntgen zur Beweissicherung gemacht.
Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner nahm telefonisch Kontakt mit dem 84-jährigen Unglücksschützen auf. Dieser wolle mit dem Hinweis auf ein laufendes Verfahren keine Stellungnahme abgeben. „Ich hatte aber schon den Eindruck, dass er sehr betroffen ist und ihm die Sache höchst unangenehm ist“, sagt Sieghartsleitner im Gespräch mit Tips.
Klare Regeln
Generell gebe es solche Fälle in Oberösterreich äußerst selten. Was die Tötung von Hunden durch Jäger betrifft, gibt es ganz klare Vorschriften. Diese ist nur in einem Worst-Case-Szenario erlaubt, etwa wenn ein wildernder Hund nicht anders unter Kontrolle zu bringen sei. „Ob das in dieser Situation in Pettenbach zutreffend war, kann ich nicht beurteilen“, so Sieghartsleitner. Es gelte jetzt, das Ermittlungs- und Strafverfahren abzuwarten.
Für Fabian Pritz ist die Sachlage eindeutig. „Der Vorfall ereignete sich kurz vor 16 Uhr, das Wetter war schön. Der Jäger hatte freie Sicht auf Cooper, es war nicht dunkel oder nebelig. Mein Hund trug ein gelbes Brustgeschirr und war auf der eingeschneiten Forststraße gut zu sehen. Er war ein Hütehund, ist in seinem ganzen Leben noch nie eine Fährte gegangen.“
Verwechslung möglich
Für Landesjägermeister Sieghartsleitner ist eine Verwechslung von Hund und Fuchs bei schlechtem Licht durchaus denkbar. „Ein Schuss darf nur erfolgen, wenn sich der Jäger zu 100 Prozent sicher ist, dass es sich um einen Fuchs handelt. Das ist völlig klar“, so der Mollner.
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